Chuck Liddell
US-amerikanischer Mixed-Martial-Arts-Kämpfer
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Charles David „Chuck“ Liddell (* 17. Dezember 1969 in Santa Barbara, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Schauspieler und ehemaliger MMA-Athlet, der als einer der Pioniere und bekanntesten Kämpfer des Sports gilt.[1] Er war vom 16. April 2005 bis 26. Mai 2007 Weltmeister der UFC im Halbschwergewicht und hält in dieser Gewichtsklasse den Rekord für die meisten Siege durch KO/TKO der Organisation (Stand: Januar 2026).[2] Als die äußeren Markenzeichen des während seiner ganzen Karriere von John Hackleman trainierten Liddell galten dessen Irokesen-Haarschnitt, das japanische Koei-Kan-Tattoo am linken Hinterkopf und der Siegesschrei mit abgespreizten Armen.[3][4]
| Chuck Liddell | |
|---|---|
| Daten | |
| Kampfname | The Iceman |
| Größe | 1,88 m |
| Gewicht | Halbschwergewicht |
| Nationalität | |
| Geburtsdatum | 17. Dezember 1969 |
| Geburtsort | Santa Barbara |
| Team | The Pit in San Luis Obispo |
| Kampfstil | Kickboxen/Ringen |
| Website | chuckliddell.com |
| MMA-Statistik | |
| Siege | 21 |
| K. o. | 13 |
| Aufgabe | 1 |
| Punkte | 7 |
| Niederlagen | 9 |
| K. o. | 7 |
| Aufgabe | 1 |
| Punkte | 1 |
2009 fand er Aufnahme in den Pionierflügel der UFC Hall of Fame.[5]
Karriere
Liddell begann im Alter von 12 Jahren mit Karate (Koei-Kan und Kempō) und war später vier Jahre lang Stammspieler im Footballteam der San Marcos High School. Anschließend besuchte er ab 1988 die California Polytechnic State University in San Luis Obispo, wo er 1995 seinen Abschluss in Betriebswirtschaft und Rechnungswesen erlangte, sowie als Ringer der NCAA Division I in Erscheinung trat.[6] Weiters trainierte er im Laufe seiner Karriere Kickboxen, Grappling und Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ).[7] Im Kickboxen erreichte er eine Bilanz von 20-2, wobei er nationale Amateurtitel der Verbände USMTA und IKF gewinnen konnte.[8][9] Er war zum Ende seiner Karriere Lilagurt im BJJ[10] und erhielt 2016 als Kempō-Schwarzgurt den 8. Dan verliehen.[11] Zu Beginn seiner Profikarriere arbeitete er als Barkeeper und Kickboxtrainer.[12] 2009 fand er Aufnahme in die Athletics Hall of Fame der California Polytechnic State University.[13]
Sein Profi-MMA-Debüt gewann er am 15. Mai 1998 bei UFC 17 in Mobile (Alabama) gegen Noé Hernández[14] und bestritt seinen zweiten Kampf am 23. August 1998 in São Paulo bei der brasilianischen Organisation IVC, wo ihm ein Sieg gegen José Landi-Jons gelang.[15] In seinem dritten Duell, diesmal wieder bei der UFC, verlor er am 5. März 1999 in Bay St. Louis durch technische Submission (Abbruch durch den Referee) aufgrund eines Würgegriffs gegen Jeremy Horn.[16]
In seinen folgenden zehn Kämpfen blieb er dann ungeschlagen, wobei er am 18. Juli 2000 in Friant (Kalifornien) den Halbschwergewichts-Titel der Promotion IFC durch einen K.o. in der zweiten Runde gegen Steve Heath gewann.[17] Am 16. Dezember 2000 siegte er bei UFC 29 in Tokio einstimmig nach Punkten gegen Jeff Monson[18] und schaffte am 4. Mai 2001 bei UFC 31 in Atlantic City (New Jersey) den Durchbruch, als er den ehemaligen UFC-Schwergewichtschampion Kevin Randleman durch K.o. in der ersten Runde bezwang.[19] Am 27. Mai 2001 in Yokohama gewann er zudem einen Kampf bei der japanischen Organisation PRIDE durch K.o. in der zweiten Runde gegen Guy Mezger, der 1997 das UFC-Halbschwergewichtsturnier und 1998 den Titel der japanischen Organisation Pancrase gewonnen hatte.[20] Am 28. September 2001 gewann er bei UFC 33 in Las Vegas einstimmig nach Punkten gegen den späteren UFC-Mittelgewichtschampion Murilo Bustamante[21] und am 11. Januar 2002 in Uncasville ebenfalls einstimmig gegen Amar Sulojew, Gewinner des MFC-Turniers 2000 von M-1 Global.[22] Einen weiteren einstimmigen Sieg errang er am 22. Juni 2002 bei UFC 37.5 in Las Vegas gegen den späteren UFC-Halbschwergewichtschampion Vitor Belfort.[23] Am 22. November 2002 besiegte er bei UFC 40 den späteren Strikeforce-Champion Renato Sobral durch K.o. in der ersten Runde.[24] Er konnte daraufhin im Alter von 33 Jahren am 6. Juni 2003 bei UFC 43 in Las Vegas um den UFC-Interimstitel im Halbschwergewicht kämpfen, verlor dabei jedoch durch TKO in Runde 3 gegen Randy Couture.[25]
Anschließend wurde Liddell von UFC-Präsident Dana White als Repräsentant seiner Organisation für den PRIDE Grand Prix im Mittelgewicht angemeldet, wobei er im ersten Kampf am 10. August 2003 in Saitama durch K.o. in der ersten Runde gegen Alistair Overeem gewann[26][27], jedoch im Halbfinalkampf am 9. November 2003 in Tokio durch TKO in Runde 2 gegen Quinton Jackson ausschied.[28]
Am 2. April 2004 siegte er dann bei UFC 47 durch K.o. in der zweiten Runde gegen Tito Ortiz, der den UFC-Halbschwergewichtstitel von April 2000 bis September 2003 gehalten und dann an Randy Couture verloren hatte.[29] Durch einen folgenden K.o.-Sieg in der ersten Runde gegen den ehemaligen KOTC-Champion Vernon White[30], wurde er zum Herausforderer des UFC-Halbschwergewichtschampions Randy Couture, den er im Rahmen ihres Rückkampfes am 16. April 2005 bei UFC 52 in Las Vegas durch K.o. in der ersten Runde besiegte.[31] Seine erste Titelverteidigung gewann er am 20. August 2005 bei UFC 54 in einem Rematch per TKO in Runde 4 gegen Jeremy Horn, dem er 1990 noch durch Submission unterlegen war.[32] Seine zweite Titelverteidigung war ein inzwischen drittes Aufeinandertreffen mit Randy Couture, das er am 4. Februar 2006 bei UFC 57 in Las Vegas durch K.o. in der zweiten Runde für sich entscheiden konnte.[33] Am 26. August 2006 folgte bei UFC 62 seine nächste Titelverteidigung, die er durch TKO in Runde 1 gegen Renato Sobral gewann, den er bereits 2002 vorzeitig gestoppt hatte.[34] Auch Tito Ortiz, dem er bereits 2004 eine vorzeitige Niederlage zugefügt hatte, besiegte er in seiner inzwischen vierten Titelverteidigung am 30. Dezember 2006 bei UFC 66 durch TKO in Runde 3.[35] Am 26. Mai 2007 verlor er den Titel schließlich bei UFC 71 in Las Vegas durch eine K.o.-Niederlage in Runde 1 an Quinton Jackson, dem er bereits beim PRIDE Grand Prix 2003 unterlegen war.[36] Auch seinen folgenden Kampf am 22. September 2007 verlor er per Mehrheitsentscheidung nach Punkten gegen Keith Jardine.[37] Einen letzten bedeutenden Sieg erzielte er am 29. Dezember 2007 bei UFC 79 in Las Vegas, als er per einstimmiger Punktentscheidung gegen den ehemaligen PRIDE-Champion Wanderlei Silva gewann.[38] Am 6. September 2008 verlor er dann bei UFC 88 in Atlanta durch K.o. in der zweiten Runde gegen Rashad Evans[39] und in seinem nächsten Kampf am 18. April 2009 bei UFC 97 durch TKO in Runde 1 gegen Mauricio Rua.[40] Nach einer weiteren Niederlage, am 12. Juni 2010 bei UFC 115 in Vancouver per K.o. in der ersten Runde gegen Rich Franklin[41], verkündete er im Dezember 2010 seinen Rücktritt.[42]
Einen letzten Kampf bestritt er am 24. November 2018 in Inglewood bei der ersten MMA-Veranstaltung von Golden Boy Promotions, wobei er durch K.o. in der ersten Runde gegen Tito Ortiz unterlag, gegen den er 2004 und 2006 noch vorzeitige Siege gefeiert hatte.[43]
Filmografie
- Filme
- 2025: Brewmite II
- 2024: Fight Another Day
- 2023: Buckle Up
- 2020: Cagefighter: Worlds Collide
- 2019: Acceleration - Gegen die Zeit
- 2019: D-Day
- 2019: Nation’s Fire
- 2018: Silencer
- 2017: A Violent Man
- 2017: Altitude - Die Hard in the Sky
- 2015: Riot (Caged to Kill)
- 2015: War Pigs
- 2013: Kick-Ass 2
- 2010: Passion Play
- 2009: The Ballad of G.I. Joe
- 2008: Drillbit Taylor – Ein Mann für alle Unfälle
- 2007: The Death and Life of Bobby Z
- 2006: Bachelor Party Vegas
- 2003: Born 2 Die
- 2001: So High
- 1981: Wenn der Postmann zweimal klingelt
- Serien
- 2017: Imaginary Mary (Staffel 1, Episode 1)
- 2017: Workaholics (Staffel 7, Episode 5)
- 2013: Bones – Die Knochenjägerin (Staffel 9, Episode 5)
- 2011: Hawaii Five-0 (Staffel 2, Episode 6)
- 2011: Criminal Minds: Team Red (Staffel 1, Episode 13)
- 2007: Entourage (Staffel 3, Episode 16)
- 2007: Blade – Die Jagd geht weiter (Staffel 1, Episode 1)
Sonstiges
Liddell war neben Randy Couture einer der Team-Coaches der ersten Staffel von The Ultimate Fighter (TUF), einer von der UFC 2004/05 veranstalteten Reality-TV-Serie, in der aufstrebende MMA-Kämpfer zusammen in einem Haus leben und im Turniermodus gegeneinander antreten. Der von Liddell ins Team gewählte Forrest Griffin konnte die Staffel gewinnen, war später UFC-Champion im Halbschwergewicht und fand Aufnahme in die UFC Hall of Fame.[44] Die beiden Coaches trafen später bei UFC 52 aufeinander, diesmal im Kampf um den Titel im Halbschwergewicht, den Liddell für sich entschied.[45]
Er war unter anderem Werbeträger für Miller Bier sowie Duralast Brakes und zierte 2007 als erster UFC-Athlet das Cover des ESPN-Magazins, eines der größten und meistgelesenen Sportpublikationen des USA.[46] Im selben Jahr wurde er bei den Guys Choice Awards in der Kategorie „Most Dangerous Man“ ausgezeichnet.[47] Nach seiner Wettkampfkarriere verblieb er in der UFC als Vizepräsident der Geschäftsentwicklung.[48]
2009 war er Teilnehmer der 9. Staffel von Dancing with the Stars und schied mit seiner Tanzpartnerin Anna Trebunskaja auf dem 11. Platz aus.[49][50] Im selben Jahr erschien sein Buch „Iceman: My Fighting Life“, das mehrere Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times stand.[51]
