Kevin Randleman

US-amerikanischer Kampfsportler From Wikipedia, the free encyclopedia

Kevin Christopher Randleman (* 10. August 1971 in Sandusky, Ohio; † 11. Februar 2016 in San Diego, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Ringer und MMA-Athlet, der als einer der Pioniere und bekanntesten Kämpfer des MMA-Sports gilt. Er war von 19. November 1999 bis 17. November 2000 UFC-Weltmeister im Schwergewicht und avancierte später zu einem der Stars in der japanischen Organisation PRIDE, wo er seine bedeutendsten Kämpfe beim Schwergewichts-Grand Prix 2004 gegen Mirko „Cro Cop“ Filipović und Fjodor Jemeljanenko bestritt. Als seine Markenzeichen galten, neben seinem muskulösen Körperbau und den blond gefärbten Haaren, seine herausragenden Ringerfähigkeiten, mit denen er zahlreiche seiner Gegner zu Boden brachte.[1][2]

KampfnameThe Monster
Größe1,78 m
NationalitätVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schnelle Fakten Daten, Kampfname ...
Kevin Randleman
Kevin Randleman, 2006
Kevin Randleman, 2006
Daten
Kampfname The Monster
Größe 1,78 m
Gewicht Halbschwergewicht
Nationalität Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtsdatum 10. August 1971
Todestag 11. Februar 2016
Geburtsort Sandusky (Ohio)
Team Tapout Training Center in Las Vegas
Kampfstil Ringen
Website kevinrandleman.com
MMA-Statistik
Siege 17
K. o. 9
Punkte 8
Niederlagen 16
K. o. 4
Aufgabe 8
Punkte 4
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2021 fand er posthum Aufnahme in den Pionierflügel der UFC Hall of Fame.[3]

Ringen

Randleman war Ringer an der Sandusky High School, erreichte für die Sandusky Blue Streaks eine Bilanz von 122 Siegen sowie 11 Niederlagen und gewann 1989 die Ohio State High School Championship.[4] Das Ringen setzte er von 1991 bis 1993 an der Ohio State University fort, wo er für das Team der Ohio State Buckeyes antrat und in allen drei Jahren den Status eines All-American erlangte. Er konnte als bis dahin erster Ringer der Universität dreimal das Finale in der nationalen NCAA Division I erreichen und war auch der erste Ringer der Ohio State, der den Titel zweimal (1992 und 1993 in der Klasse bis 80 kg) gewinnen konnte. Darüber hinaus gewann er 1991, 1992 und 1993 jeweils die Meisterschaft der Big Ten Conference. Er erzielte mit acht Sekunden den schnellsten Schultersieg (Pin) in der Geschichte der Buckeyes und belegt mit einer Siegquote von 92,8 % bzw. einer Karrierebilanz von 108 Siegen, sieben Niederlagen und drei Unentschieden (108-7-3) eine Top-5-Platzierung in der ewigen Bestenliste der Universität. Diese Erfolge sicherten ihm 2004 die Aufnahme in die Ohio State Athletics Hall of Fame.[5][6][7]

Mixed Martial Arts

Über seinen ehemaligen Mentor, den Ringer und MMA-Kämpfer Mark Coleman, kam er selbst zum MMA und nahm auf dessen Vorschlag hin am 22. Oktober 1996 an einem Turnier der brasilianischen Promotion Universal Vale Tudo Fighting teil,[8] wo er in Rio de Janeiro drei Kämpfe an einem Abend durch TKO in der ersten Runde gewann und sich damit den Turniersieg sicherte.[9] Nach fünf weiteren Kämpfen in Brasilien, wobei er eine Bilanz von 3-2 erzielte, gab er am 5. März 1999 bei UFC 19 in Bay St. Louis sein Debüt in der nordamerikanischen Organisation, das er einstimmig nach Punkten gegen den ehemaligen UFC-Schwergewichtschampion Maurice Smith gewann.[10] Er konnte daraufhin in seinem erst zweiten Kampf, am 7. Mai 1999 bei UFC 20 in Birmingham (Alabama), zum Kampf um den UFC-Titel im Schwergewicht antreten, verlor jedoch durch umstritten durch Mehrheitsentscheidung nach Punkten gegen Bas Rutten.[11][12] Selbst von der UFC wurde der Kampfausgang als „umstritten“ und „kontrovers“ bezeichnet.[13] Das US-Sportmagazin Bleacher Report wählte das Duell 2012 zur umstrittensten Entscheidung in einem UFC-Titelkampf.[14]

Bas Rutten trat nach dem Kampf zurück, weshalb der UFC-Schergewichtstitel vakant wurde. Daraufhin wurden Randleman und Pete Williams nominiert, um den Titel zu kämpfen. Williams war 1997 Gewinner des SuperBrawl-Turniers von Icon Sport und hatte im Mai 1998 auch Randleman’s Mentor Mark Coleman durch K.o. in der ersten Runde besiegt. In dem Titelkampf am 19. November 1999 bei UFC 23 in Urayasu setzte sich Randleman einstimmig nach Punkten durch[15][16] und gewann auch seine erste Titelverteidigung am 9. Juni 2000 in Cedar Rapids (Iowa) einstimmig nach Punkten gegen den bis dahin ungeschlagenen Brasilianer Pedro Rizzo, der im November 1996 das Turnier der World Vale Tudo Championship gewonnen hatte.[17][18] Den Titel verlor er dann in der zweiten Verteidigung am 17. November 2000 bei UFC 28 durch TKO in Runde 3 an an den von der japanischen Bühne zurückgekehrten Randy Couture, der 1997 das Turnier UFC 13 und im selben Jahr auch den UFC-Schwergewichtstitel gewonnen hatte. Nachdem Randleman die ersten beiden Runden dominiert hatte, war er in der dritten von Couture in die Rückenlage gebracht worden, wo er sich weder befreien, noch dessen Schlägen ausweichen konnte, weshalb der Referee den Kampf beendete.[19] Eine weitere schwere Niederlage erlitt er in seinem nächsten Kampf am 4. Mai 2001 bei UFC 31, als er im Halbschwergewicht startend nach nur 78 Sekunden durch K.o. in der ersten Runde gegen den späteren UFC-Halbschwergewichtschampion Chuck Liddell unterlag.[20]

Nach einem folgenden Punktesieg bei UFC 35 am 11. Januar 2002 gegen den späteren Strikeforce-Champion Renato Sobral[21], nahm er am 13. Juli 2002 in Las Vegas an der ersten Veranstaltung von Revolution Fighting Championship (RFC) teil und erzielte gegen Brian Foster per K.o. nach 20 Sekunden der ersten Runde den schnellsten Sieg seiner Karriere.[22][23]

Ab September 2002 kämpfte er in der japanischen Organisation PRIDE und gewann drei Kämpfe in Folge, im letzten davon am 23. Dezember 2002 durch TKO gegen den späteren EliteXC-Champion Murilo Rua[24], ehe er am 16. März 2003 durch K.o. in der ersten Runde gegen Rampage Jackson verlor, ein späterer UFC- und Bellator-Titelträger.[25] Am 9. November 2003 verlor er zudem durch Submission aufgrund eines Hebelgriffs gegen den japanischen PRIDE-Veteranen Kazushi Sakuraba.[26] Einen seiner bedeutendsten Siege erzielte er dann am 25. April 2004 im Rahmen des PRIDE-Schwergewichts-Grand Prix in der Saitama Super Arena, als er Mirko „Cro Cop“ Filipović, ein erfahrener Kickboxer und PRIDE-Grand Prix-Gewinner 2006, in weniger als zwei Minuten durch K.o. in der ersten Runde stoppen konnte.[27] Im Viertelfinale des Grand Prix traf er dann am 20. Juni 2004 auf den zuvor in 14 Kämpfen ungeschlagenen PRIDE-Titelträger Fjodor Jemeljanenko; Randleman erzielte nach weniger als einer Minute einen Takedown und schleuderte Jemeljanenko, als dieser sich aufzurichten versuchte, mit einem Suplex bzw. Body Slam mit dem Kopf voraus auf den Ringboden, wobei dieser Move als einer der spektakulärsten in die MMA-Geschichte einging. Trotzdem schaffte es Jemeljanenko anschließend in die Oberlage und konnte einen Kimura-Armhebel ansetzen, der Randleman nach 1:33 Minuten zur Aufgabe zwang.[28][29] Bis Ende des Jahres folgten Submission-Niederlagen gegen den späteren WEC-Champion Ron Waterman[30] und im Rückkampf gegen Mirko Filipović[31], sowie eine Punktniederlage am 23. April 2005 gegen den späteren japanischen DEEP-Champion Kazuhiro Nakamura.[32] Seinen letzten Kampf bei PRIDE verlor er am 21. Oktober 2006 durch Submission in der ersten Runde gegen Mauricio Rua, den PRIDE-Grand Prix Champion von 2005 und späteren UFC-Titelträger.[33]

Nach dem Kampf gegen Rua fiel Randleman durch den Dopingtest, was er mit der Einnahme von Schmerzmitteln und Antibiotika aufgrund einer Lungenentzündung erklärte. Er wurde daraufhin von der Sportkommission des Staates Nevada (NSAC) suspendiert, darüber hinaus im Januar 2007 wegen schwerer Nierenprobleme ins Krankenhaus eingeliefert. Sieben Monate später wurde er in Goodsprings (Nevada) wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet.[34][35] Seinen nächsten Kampf bestritt er daher erst rund 17 Monate später am 18. Mai 2008 bei Sengoku der japanischen Promotion World Victory Road, wobei er mit einem einstimmigen Punkturteil gegen den zweifachen Pancrase-Titelträger Ryo Kawamura seinen letzten Sieg erzielen konnte.[36] Im Kampfverlauf erlitt Randleman eine Schulterverletzung, welche eine Operation erforderte.[37] Er konnte erst über ein Jahr später in den Ring zurückkehren, wobei er am 6. Juni 2009 bei Strikeforce nach Punkten gegen Mike Whitehead unterlag.[38] Im November 2009 verlor er bei Sengoku knapp durch Mehrheitsentscheidung gegen Stanislaw Nedkow[39] und im Mai 2010 in einem weiteren Strikeforce-Kampf durch Submission gegen Roger Gracie.[40] Seinen letzten MMA-Kampf bestritt er am 7. Mai 2011 bei Modern Fighting Pankration im russischen Chabarowsk, wobei er per Submission gegen Magomedbag Agajew verlor.[41]

Tod

Randleman, verheiratet und Vater von vier Kindern, verstarb am 11. Februar 2016 in einem Krankenhaus in San Diego an Herzversagen infolge von Komplikationen einer Lungenentzündung.[42][43]

Einzelnachweise

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