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Dambach (Schwarzbach)

Bach in Wiesbaden From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dambach ist ein kleiner, fast zwei Kilometer langer Mittelgebirgsbach im Stadtgebiet der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden, der dem Dambachtal seinen Namen gibt. Er entwässert über den Schwarzbach und den Salzbach in den Rhein.

Schnelle Fakten
Dambach
Dambach am Spielplatz/Tränkweg

Dambach am Spielplatz/Tränkweg

Daten
Gewässerkennzahl DE: 251244
Lage Taunus

Deutschland

Flusssystem Rhein
Abfluss über Schwarzbach → Salzbach → Rhein → Nordsee
Quelle im Wiesbadener Stadtwald nordöstlich des Nerobergs
50° 6′ 12″ N, 8° 14′ 12″ O
Quellhöhe 225 m ü. NN [1]
Mündung in Wiesbaden in den Schwarzbach
50° 5′ 23″ N, 8° 14′ 19″ O
Mündungshöhe 116 m ü. NN [1]
Höhenunterschied 109 m
Sohlgefälle 61 ‰
Länge 1,8 km[2]
Großstädte Wiesbaden
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Verlauf

Verlauf des Dambachs
Dambachweiher nördlich des Spielplatzes/Tränkweg

Der Dambach entspringt im Stadtbezirk Wiesbaden-Nordost im Wiesbadener Stadtwald an der Ostflanke des Nerobergs, der letzten bewaldeten Taunushöhe, 700 Meter vor dem Stadtrand, in der Nähe der um 2011 etwa 250-jährig umgestürzten Melibokus-Eiche. Der Bach fließt nach Süden durch das Dambachtal, ein Wiesental und Naherholungsgebiet nördlich der Innenstadt. Nach rund 200 Metern durchquert der Bach den Dambachweiher, in dem Rotwangen-Schmuckschildkröten leben. Neben dem Weiher steht eine markante Trauerweide.[3] Westlich davon befand sich das römische Gehöft „Neresberg“. Anschließend durchquert der Bach einen Spielplatz mit der Alfred-Schulte-Hütte und erreicht nach der Brücke des Tränkwegs das Siedlungsgebiet Wiesbadens zwischen Kapellenstraße im Westen und Freseniusstraße im Osten und fließt durch die Dambachtal-Anlage.[4]

Der weitere Verlauf des Dambachs war früher dort, wo jetzt die Straße Dambachtal liegt, und er floss an der Stelle des heutigen Kochbrunnenplatzes mit dem Schwarzbach zusammen.[5] Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Dambach an die Mischwasserkanalisation angeschlossen, während Schwarzbach, Rambach, Kesselbach und Wellritzbach eigene Bachkanäle erhielten.[6][7] Der zunächst tiefer gelegene Beginn der Verdolung wurde um 1900[8] an das südliche Ende der Dambachtal-Anlage verlegt. Im Jahr 2002 wurde der Dambach wieder vom Schmutzwasser abgetrennt und unterirdisch dem Bachkanal des Schwarzbachs zugeführt.[9] Letzterer bildet mit den drei anderen Bächen den unterirdischen Salzbachkanal. Der Salzbach entwässert die Innenstadt Wiesbadens Richtung Rhein.

Bauwerke

Schutzhütte am Dambachtal

Die Schutzhütte am Dambachtal im Jahr 2015 (damals noch „Alfred-Schulte-Hütte“)

Am Waldrand steht eine in der Liste der Kulturdenkmäler in Wiesbaden verzeichnete Schutzhütte, die am 6. Juni 1937 vom Wiesbadener Verschönerungsverein eingeweiht und nach dem NSDAP-Oberbürgermeister Alfred Schulte benannt wurde.[10][11] Im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde sie 1951 neu eingeweiht. Die 6,2 m × 4,70 m große, oberhalb des Wiesenwegs gelegene Hütte wird über eine kleine Terrasse betreten. Deren Boden ist wie die große Vorhalle mit Steinplatten belegt. Die Vorderseite und die Vorhalle werden durch insgesamt fünf Arkadenbögen gebildet.[10] Der Ortsbeirat des Stadtbezirks Wiesbaden-Nordost beschloss im September 2024, den Magistrat der Stadt zu bitten, die Alfred-Schulte-Hütte umzubenennen.[12] Im Mai 2026 wurde sie in Schutzhütte am Dambachtal umbenannt.[13]

Forsthaus Dambachtal

Forsthaus Dambachtal

Am Rand des Dambachtals steht das denkmalgeschützte Forsthaus Dambachtal. Das repräsentative Gebäude wurde 1895/96 nach Plänen von Felix Genzmer errichtet. Es wurde aufwendiger gestaltet, weil es unweit einer in Bau befindlichen Villenkolonie stand. Es kombiniert Massiv- und Fachwerkbauweise und das Gelände war früher mit einem rustikalem, dekorativen Zaun eingefriedet.[14]

Landschaftspark

Das Dambachtal ist durch den gleichnamigen Landschaftspark geprägt, der 1898 nach Plänen des Stadtbaumeisters Felix Genzmer angelegt wurde. Der Park zeichnet sich durch seinen naturnahen Charakter aus: Die Grenzen zwischen öffentlichem Park, Gartenflächen und angrenzendem Wald verlaufen fließend. Die geschwungenen Wege und das Gelände sind der natürlichen Topografie angepasst. Im unteren Bereich des Tals bilden die als Teil der Parkanlage denkmalgeschützten Grundstücksumfriedungen entlang der Kapellenstraße die Kulisse des Parks. Innerhalb des Parks finden sich zeittypische Staffagebauten, etwa eine Carl Remigius Fresenius gewidmete, als Kulturdenkmal geschützte Büste am südlichen Eingang oder eine Steinsitzbank von 1909 zu Ehren von Franz Kupferberg am Ende des Tals.[4][15]

Bildergalerie

Literatur

  • Sigrid Russ: Kulturdenkmäler in Hessen Wiesbaden II – Die Villengebiete. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. 2. Auflage. Band 2. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1996, ISBN 3-528-16236-8.
  • Peter Schabe: Felix Genzmer: Architekt des Späthistorismus in Wiesbaden (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau. Band 62). Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1997, ISBN 3-930221-02-0.

Einzelnachweise

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