David Wold
US-amerikanischer lutherischer Geistlicher
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David Clifford Wold (* 5. Februar 1935 in Everett, Washington) ist ein US-amerikanischer lutherischer Geistlicher. Er war von 1987 bis 2001 erster Bischof der Südwest-Washington-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA).
Leben
Wold studierte an der Pacific Lutheran University, wo er 1956 einen Bachelor of Arts erwarb, und nahm anschließend ein Theologiestudium am Luther Seminary in Saint Paul auf und schloss dieses 1960 als Bachelor of Divinity ab. Im selben Jahr wurde er noch in der Evangelical Lutheran Church ordiniert, die kurz darauf in der Amerikanischen Lutherischen Kirche aufging. Seine erste Pfarrstelle trat Wold an der St. Timothy Lutheran Church in Seattle an und wechselte 1969 als Direktor der Jugendarbeit nach Chicago. 1972 ging er zurück nach Washington und übernahm die Mountain View Lutheran Church in Edgewood, wo er regelmäßig auch geistliche Sendungen im regionalen Rundfunk moderierte.[1] Nach 1984 wechselte er an die Trinity Lutheran Church in Port Angeles. Spätestens 1982 war er Vorsitzender des Kuratoriums (chairman of the board of regents) seiner Alma Mater, der Pacific Lutheran University.[2]
Mit dem Zusammenschluss zur ELCA wurden auch die kirchlichen Gebietskörperschaften im Pazifischen Nordwesten neu gegliedert. In der Gegend zwischen Tacoma und der Pazifikküste wurde die Südwest-Washington-Synode gegründet, die 1987 Wold zu ihrem ersten Bischof wählte. Als Bischof engagierte Wold sich im ökumenischen Dialog, besonders mit der katholischen Kirche. Anlässlich der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre feierte Maier gemeinsam mit dem katholischen Erzbischof von Seattle, Alexander Joseph Brunett, und seinem lutherischen Amtskollegen Donald Maier einen Festgottesdienst.[3] Er war Mitunterzeichner einer ökumenischen Erklärung, die die Schuld der Kirchen bei der Kolonisierung der amerikanischen Ureinwohner in Washington anerkannte.[4] Weiter setzte sich Wold für den Jesuitenpater Bill Bichsel ein, der gegen die Ausbildung von Offizieren aus lateinamerikanischen Diktaturen in amerikanischen Militärschulen protestiert hatte, und dafür inhaftiert wurde.[5] Wold nahm in zahlreichen, oft ökumenischen Initiativen Einfluss auf die Politik im Bundesstaat Washington. So trat er etwa für stärkere Sozialprogramme, bessere gesundheitliche Versorgung und arbeitnehmerfreundliche Arbeitsbedingungen ein.[6][7] Er unterstützte ebenfalls Rufe nach der Zulassung Homosexueller zur Ordination in der lutherischen Kirche, die damals noch verboten war.[8] 1989 wurde er von der PLU mit dem Ehrengrad eines Doctor of Divinity ausgezeichnet.[9] Nach 14 Jahren im Amt stellte sich Wold 2001 nicht mehr der Wiederwahl und trat in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde Robert Hofstad gewählt. Wold blieb weiterhin Vorsitzender der Stiftung des Good Samaritan Hospital in Puyallup.[10] Die Synode verlieh ihm 2022 den Ehrentitel eines emeritierten Bischofs (Bishop Emeritus).[11]
Wold heiratete 1956 Elisabeth Omli. Das Paar hat vier Töchter.[1]