Der eiserne Gustav (Film)

Film von George Hurdalek (1958) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der eiserne Gustav ist eine Filmkomödie bzw. ein Filmdrama des Regisseurs und Drehbuchautors George Hurdalek aus dem Jahr 1958. In der Hauptrolle verkörpert Heinz Rühmann den alternden Droschkenkutscher Gustav Hartmann. Lucie Mannheim, Ernst Schröder, Ruth Nimbach, Ingrid van Bergen, Karin Baal, Lutz Moik, Ludwig Linkmann, Manfred Grote, Willi Rose und Hilde Sessak sind in tragenden Rollen besetzt.

TitelDer eiserne Gustav
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1958
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Der eiserne Gustav
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1958
Länge 102 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen
  • Berolina-Filmproduktion
  • Kurt Ulrich Filmproduktion
Stab
Regie George Hurdalek
Drehbuch George Hurdalek
Produktion Kurt Ulrich
Musik Bernhard Eichhorn
Kamera Georg Bruckbauer
Schnitt Ingrid Wacker
Besetzung
Schließen

Die literarische Vorlage des Films ist der 1938 erschienene Roman Der eiserne Gustav von Hans Fallada, in dem die Hauptfigur den Namen „Gustav Hackendahl“ trägt. Der Roman wiederum beruht auf einer wahren Begebenheit. Im Jahr 1928 hatte Gustav Hartmann tatsächlich eine Droschkenfahrt von Berlin nach Paris und zurück unternommen.

Handlung

Berlin kurz vor Beginn der Weltwirtschaftskrise 1928: Gustav Hartmann, einst Fuhrunternehmer, kann als Droschkenkutscher seine Familie nicht mehr ernähren. Inzwischen werden auch von früheren Kunden Automobile Taxen bevorzugt. Hartmann verheimlicht diese Situation vor seiner Frau Marie. Er leiht sich Geld von dem Gastwirt Vietzke und verpfändet als Sicherheit sein Wohnhaus und das dazugehörige Grundstück. Seine Familie erfährt durch Zufall davon und will ihn für unzurechnungsfähig erklären lassen, um die gemeinsame Existenz nicht zu gefährden.

Hartmann ist entrüstet, dass man ihn vor Gericht zitiert aber auch zunehmend ratlos. Und so fährt er mit seiner Droschke und seinem Pferd Lotte ziellos aus der Stadt hinaus. Der Zeitungsreporter Mahrenholz spürt ihn auf, verspricht ihm 500 Mark für eine Fahrt nach Paris und begleitet ihn dorthin. Durch ihn erfährt die breite Öffentlichkeit von Gustavs Vorhaben. Die Information darüber dringt bis in kleine Gemeinden vor; überall bereitet man dem Durchreisenden einen begeisterten Empfang.

Als Gustav Hartmann in Paris ankommt, interessiert sich die Öffentlichkeit zunächst nicht für ihn, weil Charles Lindbergh gerade seinen ersten Flug über den Atlantik beendet hat und somit die Droschkenfahrt in den Schatten des öffentlichen Interesses stellt. Also fährt Hartmann allein durch Paris und verstreut überall die von ihm für den eigentlich geplanten Empfang in Auftrag gegebenen Postkarten mit seinem Bild. Als sich einige Tage später der Trubel um Lindbergh gelegt hat, suchen Journalisten und Mitarbeiter der deutschen Botschaft nach ihm.

Nachdem der feierliche Empfang schließlich nachgeholt worden ist und sogar in der Wochenschau gezeigt wird, tritt Hartmann die Heimreise von Paris nach Berlin an. Als er dort ankommt, wird er auch in seiner Heimatstadt vom wartenden Publikum begeistert empfangen. Er versöhnt sich mit seiner Familie und beschließt, das auf der Reise erworbene Geld in eine Automobilwerkstatt mit Tankstelle zu investieren, die er gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Otto Kroppke eröffnen will.

Produktion

Drehorte, Veröffentlichung

Die Dreharbeiten fanden im Atelier Berlin-Tempelhof sowie in Westberlin, Köln und Paris sowie in der Umgebung statt.[1]

Der Film kam am 5. Dezember 1958 in die deutschen Kinos.[2] Im deutschen Fernsehen wurde er erstmals am 15. November 1969 im Programm des ZDF ausgestrahlt. In den Vereinigten Staaten wurde er 1960 in einer limitierten Anzahl veröffentlicht.

Alive gab den Film am 13. Juli 2018 im Rahmen der Reihe „Juwelen der Filmgeschichte“ auf DVD heraus.[3]

Musik im Film

Kritiken

Zu einer zwiespältigen, insgesamt aber positiven Einschätzung gelangt der Evangelische Film-Beobachter: „Eine rührende und heitere Geschichte von der triumphalen Verzweiflungsfahrt eines unzeitgemäß gewordenen Droschkenkutschers von Berlin nach Paris. Ein bunter Bilderbogen, der vor den thematischen Möglichkeiten seines Stoffes versagt, als harmlose und nette Unterhaltung jedoch ab 14 brauchbar ist.“[4] Das Lexikon des internationalen Films zieht folgendes Fazit: „Volksstück über ein populäres Berliner Original mit Schmunzel- und Rührungseffekten.“[5]

Der Kritiker Falk Schwarz beschäftigte sich für die Seite filmportal mit dem Werk und meinte, es sei eher die Ausnahme, dass ein Drehbuchautor sich entscheide, „seine eigenen Texte zu inszenieren“. Georg Hurdalek, der „ein Schwergewicht unter den Autoren der fünfziger Jahre“ gewesen sei, habe sich „schon zweimal als Regisseur erprobt“. Dies sei „der dritte (und letzte Versuch)“. Bereits „den ersten Sequenzen des Films“ sei „sehr genau anzumerken, wie meisterhaft Hurdalek Szenen und Dialoge zu schreiben“ wisse – „wenn seine Regie auch etwas hölzern“ wirke. Ernst Schröder spiele den Schwiegersohn des Droschkenkutschers „fies unsympathisch, doch brillant“, Lucie Mannheim als Gustavs Frau sei „grau und sprachlos.“ Hurdalek nutze das „besondere Talent von Heinz Rühmann, der eben nie nur äußerlich komisch“ sei, „sondern immer den tragisch-menschlichen Untergrund“ mitspiele. In den ersten Szenen gebe Rühmann „einem Mann das Gesicht, der nicht mithalten“ könne „und zum alten Eisen gehören soll, was eine Welle der Empathie bei dem Zuschauer“ auslöse. Wer das Wort „sentimental“ mit „Empfindsamkeit“ übersetze und damit „die innerseelischen Regungen und Stimmungen“ meine, der werde „Rühmanns Leistung in diesem ersten Drittel des Films mehr als gerecht“.[6]

Weitere Verfilmungen

1979 strahlte die ARD eine siebenteilige Fernsehserie gleichen Titels aus. Die Titelrolle spielte Gustav Knuth.[7]

Trivia

Entgegen der Legende, die auf der Darstellung Hans Falladas beruht, lehnte Gustav Hartmann Kraftfahrzeuge im Droschkenwesen keineswegs kategorisch ab. Tatsächlich besaß er zur Zeit seiner Reise selbst ein Taxi.[8]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI