Diabolo Kleinauto
ehemaliger Automobilhersteller
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Die Diabolo Kleinauto AG war ein deutsches Unternehmen aus Baden-Württemberg, welches von 1921 bis 1929 dreirädrige Kleinwagen herstellte.
| Diabolo Kleinauto AG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH, ab 1922 AG |
| Gründung | 1921 |
| Auflösung | 1930 |
| Sitz | Stuttgart und Bruchsal, Deutschland |
| Leitung | Hugo Storr, ab 1927 Julius Engelmann |
| Branche | Automobilhersteller |

Unternehmen
Als Diabolo Kleinauto GmbH am 1. Oktober 1921 in Stuttgart, Adlerstraße 40, gegründet, wurde die Gesellschaft bereits nach sechs Monaten, am 1. April 1922, in eine neue Aktiengesellschaft gleichen Namens eingebracht. Der ursprüngliche Gründer Karl Schwarz aus Stuttgart und die beiden Geldgeber und Brauereidirektoren Wilhelm Reinauer und Paul Wenzler aus Oberndorf a.N., hatten damit auch gleichzeitig ihre Sitze im Aufsichtsrat. Hugo Storr übernahm die Direktion, Albert Schwarz die Betriebsleitung.
Als Zweck der Aktiengesellschaft wurde der Erwerb und die Fortführung der ursprünglichen GmbH angegeben. Darüber hinaus sollte die Herstellung und Vertrieb von Fahrzeugen im Allgemeinen und allen damit zusammenhängenden Geschäften die Betriebsgrundlage bilden.
An Grundkapital standen der AG im Jahre 1922 2.500.000 Mark zur Verfügung, die sich auf 2500 Aktien zu je 1000 Mark aufteilten. Nachdem das erste Geschäftsjahr bereits mit 30 % Dividende abgeschlossen werden konnte, beschloss die Gesellschafterversammlung am 4. Januar 1923 und 15. Mai 1923, die Erhöhung auf insgesamt 20 Millionen Mark. Das zusätzliche Kapital wurde durch ein Bankenkonsortium unter der Führung Richard Eberspächer aus Stuttgart aufgebracht, der damit ebenfalls einen Sitz im Aufsichtsrat wahrnahm.[1]
Nach der Währungsstabilisierung im November 1923, wurde per Gesellschafterbeschluss vom 28. Mai 1924 das Gesamtkapital auf 40.000 Goldmark umgestellt (2000 Aktien zu 20 Goldmark). Gleichzeitig zeichneten sich bereits die ersten Probleme ab, da für das Geschäftsjahr 1923 keine Dividende ausgeschüttet werden konnte.[2] Eine weitere Erhöhung des Aktienkapitals auf 85.000 Reichsmark brachte jedoch keine Besserung, da auch die Geschäftsjahre 1924 und 1925 mit Verlusten abschlossen. Als Reaktion gaben die Gesellschafter am 5. August 1925 bekannt, dass die Hälfte des Aktienkapitals bereits verloren sei, und die bereits vollzogene Veräußerungen des Unternehmensvermögens in Form von Maschinen und Zeichnungen fortgesetzt werden. Mit Datum zum 17. November 1926 war die Stuttgarter Fabrik geräumt und das Stammkapital auf 8500 Reichsmark herabgesetzt.
Nachdem sich sämtliche ursprünglichen Gründer und Finanziers zurückgezogen hatten, versuchte die Diabolo-Kleinauto AG unter dem Direktor Julius Engelmann einen Neuanfang in Bruchsal. Als Geldgeber im Aufsichtsrat fungieren nun Kommerzienrat Dr. Ernst Stahmer (Inhaber der Vereinigte Eisenbahn-Signal-Werke) und Fabrikdirektor Hans Brand aus Georgsmarienhütte, sowie Fabrikdirektor Hans Berblinger aus Karlsruhe.[3]
Das weiterhin bestehende Verlust-Konto von 85.000 Reichsmark führte in der Gesellschafterversammlung vom 18. April 1929 zur endgültigen Auflösung und Liquidation der Firma durch Direktor Engelmann. Im November 1930 wurde die Diabolo-Kleinauto AG aus dem Bruchsaler Handelsregister gelöscht.[4]
Wettbewerbe
Am 1. August 1926 traten beim ADAC-Bergrekord in Freiburg, vier Diabolo in der Gruppe Cyclecars gegeneinander an. Mit 40,15 Sekunden und einer Stundengeschwindigkeit von 89,651 km, gewann der Fahrer Feuchter aus Bruchsal.[5]
Am 3. Oktober 1926 sind in der Gruppe Cyclecars, drei Diabolo zum Feldbergrennen gemeldet, in dem der Fahrer Feuchter nur zweiter wurde.[6]
Trivia
Als Kleinwagen konnte der Diabolo mit einem Motorradführerschein gefahren werden.[7]
Auf der Internationalen Motorrad- und Sport-Ausstellung in Stuttgart, wurde vom 16. bis zum 22. Mai 1924 der Diabolo als Kleinwagen präsentiert.[8]
In der Sonderbeilage der Westfälischen Neuesten Nachrichten vom 24. Mai 1930, führte der Redakteur H. Dienstbach aus, das der inzwischen „von der Bildfläche verschwundene Diabolo“, bereits mit der Währungsstabilisierung in Schwierigkeiten geriet. Zudem hätte der Markt das Dreirad nicht angenommen. Neue, branchenfremde Inhaber und fehlendes Marketing sorgten für das Produktionsende in Bruchsal.[9]
Fahrzeuge
Im Angebot standen zwei ähnliche Dreiradfahrzeuge nach britischem Vorbild (z. B. dem des Morgan) mit einer schmalen Vorderachse und einem einzelnen, angetriebenen Hinterrad. Als Antrieb diente ein vorne eingebauter, wassergekühlter V2-Motor von Motosacoche mit 1093 cm³ Hubraum und 16 PS Leistung. In der Sportausführung leistete der Motor 26 PS.
Der Radstand betrug 220 cm. Die Fahrzeuge waren 330 cm lang, 135 cm breit und 115 cm hoch. Das Grundmodell hatte 106 cm Spurweite, die Sportausführung dagegen 115 cm. Das Leergewicht war mit 350 kg bzw. 320 kg für die Sportausführung angegeben. In beiden Fällen bot die offene Karosserie Platz für zwei Personen.[10]
Ein erhalten gebliebener Kühlergrill mitsamt Emblem befindet sich im Fahrzeugmuseum Marxzell.
Literatur
- Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. 10. Auflage, Motorbuch Verlag. Stuttgart 1996, ISBN 3-87943-519-7, S. 439.
- Michael Wolff Metternich: 100 Jahre auf 3 Rädern. Deutsche Dreispur-Fahrzeuge im Wandel der Zeiten. Neue Kunst Verlag, München, ISBN 3-929956-00-4, S. 88–89.
- Hans Christoph von Seherr-Thoss: Die deutsche Automobilindustrie. Eine Dokumentation von 1886 bis heute. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1974, ISBN 3-421-02284-4, S. 147–148
Weblinks
- Endlich geklärt: Diabolo und Zaschka - Deutschen Dreirad-Fahrzeugen auf der Spur, GTÜ - Oldtimerservice
- Der Diabolo und Bruchsal, die Automobilstadt, bruchsal.org
- Anzeige des Generalvertreters aus München für das Fahrzeug
- GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung ( vom 3. November 2019 im Internet Archive)