DKW

deutsche Automobil- und Motorradmarke, Werke in Chemnitz und Zschopau From Wikipedia, the free encyclopedia

DKW (anfangs D.K.W.; ursprünglich die Abkürzung von „Dampfkraftwagen“) ist eine ehemalige deutsche Automobil-, Motorrad- und Kühlmaschinenmarke.

Erstes Markenlogo der Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen von 1920 – nur im Schriftverkehr verwendet. Der Entwurf soll von Rasmussens Tochter Ilse stammen.[1.1]

Die Geschichte der Marke ist eng mit der Unternehmensgeschichte der Zschopauer Maschinenfabrik J. S. Rasmussen (ab 1923: Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen) verknüpft, die sich das Warenzeichen zuerst schützen ließ. Ab 1932 lagen die Rechte bei der durch Fusion entstandenen Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz. Nach Löschung der Auto Union AG aus dem Handelsregister 1948 beanspruchte die 1949 in Ingolstadt gegründete Auto Union GmbH die Markenrechte.

Geschichte

Unternehmensgründung und erste Erzeugnisse

Im Jahr 1902 ließ der Däne Jørgen Skafte Rasmussen zusammen mit seinem Kompagnon Carl Ernst die Firma Rasmussen & Ernst ins Handelsregister der Stadt Chemnitz eintragen, zuständig für den Vertrieb von Maschinen und Apparaten aller Art. 1906 kaufte Rasmussen in Zschopau eine ehemalige Tuchfabrik im Tal des Bachs Tischau und verlegte sein Unternehmen dorthin. In der Zschopauer Handelsregistereintragung vom 13. April 1907 war nur er als Inhaber eingetragen, obwohl auch Ernst noch bis 1912 im Unternehmensnamen (Firma) genannt war. Das Verkaufsbüro blieb in Chemnitz. Das Unternehmen wurde auf eine breite Produktpalette von Zubehör für Dampfmaschinen über Haushaltsgeräte bis zu Geräten für Elektrotherapie gestellt und hieß ab 1909 Rasmussen & Ernst, Zschopau-Chemnitz, Maschinen- und Armaturenfabrik, Apparatebau Anstalt. 1913 wurde eine juristische Trennung zwischen der Rasmussen und Ernst und dem mittlerweile (seit 1912) Zschopauer Maschinenfabrik J. S. Rasmussen genannten Fabrikationsbetrieb bewirkt.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs kam der Betrieb fast völlig zum Erliegen, und Rasmussen bemühte sich um Militäraufträge. Mit der Fabrikation von Zündern konnte sich das Unternehmen dann sogar während dieser Zeit erweitern, sodass Rasmussen Ende 1915 rund 480 Arbeitskräfte beschäftigte.

In den Jahren 1916/17 begann Rasmussen zusammen mit seinem ehemaligen Studienkollegen Mathiesen die Entwicklung eines Dampfkraftwagens, finanziert durch die deutschen Militärbehörden. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ das Interesse an dieser Technik jedoch stark nach, und so wurde das Projekt im Jahr 1921 eingestellt. Insgesamt entstanden zehn bis zwölf Dampfwagen als Personen- und Lastwagen.[2] Das Einzige, was davon übrig blieb, waren die drei Buchstaben DKW für Dampfkraftwagen, die Rasmussen als Warenzeichen hatte schützen lassen.

Die im Jahr 1923 gegründete Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG setzte mit dem Werksbetrieb auch die Nutzung der Marke DKW fort.

Beginn der Motoren- und Motorradfertigung

Spielzeugmotor „Des Knaben Wunsch!“, Baujahr 1919
Das Reichsfahrtmodell war ab 1922 das erste Serienmotorrad von DKW.
DKW NZ 250, Baujahr 1939. Letztes Modell dieser Hubraumklasse von DKW aus Zschopau.

Ungefähr gleichzeitig mit Beginn der Dampfwagenentwicklung erwarb das Unternehmen die Rechte an einem Zweitakt-Spielzeugmotor von Hugo Ruppe aus Apolda, der als moderne Alternative zur Spielzeugdampfmaschine angeboten wurde.

Der Spielzeugmotor wurde im Jahr 1919 zum DKW-Fahrradhilfsmotor weiterentwickelt und als Verkaufsschlager bis 1923 über 30.000-mal hergestellt. Auf der Basis dieses Motors und unter Verwendung eines Slaby-Beringer-Elektrowagens baute Rasmussen 1920 das erste DKW-Automobil, das jedoch nicht über den Prototypenstatus hinauskam. Es gab allerdings Inserate, in denen das Wägelchen, das 250 kg wiegen, 60 km/h schnell und kurzfristig lieferbar sein sollte, als Der kleine Bergsteiger angekündigt wurde. Der Motor dieses ersten D.K.W. (in dem Inserat mit Punkten geschrieben) war auf dem Trittbrett montiert; Fahrer und Mitfahrer saßen hintereinander. Dieser Motor wurde auch als erster Stationärmotor von DKW angeboten.[3]

Im Jahr 1921 nahm die Zschopauer Maschinenfabrik den Golem des Berliner Motorradherstellers Ernst Eichler in ihr Produktions- und Verkaufsprogramm auf, ein Zweirad mit kleinen Rädern und dem 1-PS-DKW-Motor, der liegend im Rahmen eingebaut war. Die Fahreigenschaften waren jedoch unbefriedigend, sodass Eichler schon ein Jahr später das sogenannte Sesselmotorrad Lomos, einen Vorläufer des Motorrollers, herausbrachte. Dieses Zweirad hatte im Gegensatz zu den meisten Motorrädern seiner Zeit eine Hinterradfederung (Schwinge mit Federbein).

Ab 1922 wurden in Zschopau Motorräder hergestellt, und als engster Mitarbeiter des Unternehmensgründers übernahm Carl Hahn die Verkaufsleitung. Am Anfang der Entwicklung unter dem Chefkonstrukteur Hermann Weber stand das DKW Reichsfahrtmodell mit gebläsegekühltem 142-cm³-Motor und einer Leistung von 1,5 PS. Das erfolgreichste Modell der ersten Jahre war die DKW E 206 mit 206-cm³-Einzylindermotor, die für 750 Reichsmark angeboten wurde und damit preiswerter als vergleichbare Typen war. Da ab 1928 alle Motorräder bis 200 cm³ steuerfrei und ohne Führerschein gefahren werden durften, entstand aus der E 206 die E 200. In jenem Jahr war die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG mit 65.000 Motorrädern der Marke DKW der größte Motorradhersteller der Welt.

Die Modellpalette von DKW war vielfältig und reichte Ende der 1920er-Jahre bis zu einer wassergekühlten 600-cm³-Zweizylinder-Maschine (DKW Supersport 600). Meistverkauftes Vorkriegsmodell war die RT 100 von 1934, die bis 1940 rund 72.000-mal gebaut wurde.

Ab 1932 führte DKW die neuartige Schnürle-Umkehrspülung ein, eine Technik zur Verringerung des hohen Kraftstoffverbrauchs von Zweitaktmotoren. Der Verbrauch sank um etwa 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Konstruktionen und rückte in den Bereich der damaligen Viertaktmotoren.[4.1] Bei DKW hatte man frühzeitig die Vorzüge und die Bedeutung dieser Technik erkannt und die alleinigen Rechte für die Nutzung bei Ottomotoren erworben. So konnte DKW mit üppigem Gewinn Lizenzen an andere Hersteller vergeben.

Das bekannteste DKW-Motorrad ist die DKW RT 125, die im Jahr 1939 in Serie ging und wegen ihrer Wendigkeit bald schon bei der Wehrmacht zum Einsatz kam. Nach dem Krieg wurde sie sowohl vom Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) in Ostdeutschland als auch von der neu gegründeten Auto Union GmbH in Westdeutschland mit jeweils geringfügigen Verbesserungen weitergebaut. Vor allem aber ist die RT 125 das wahrscheinlich meistkopierte Motorrad der Welt.

Neuartige Werbemethoden, Einführung der Ratenzahlung

DKW Werbemobil (1926)

Unter dem Chefkonstrukteur Hermann Weber leisteten Zschopauer Techniker umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um den einfach und kostengünstig herzustellenden Zweitaktmotor stetig zu verbessern. Verkaufsleiter Carl Hahn stellte die Einfachheit des Zweitaktmotors als Produktphilosophie in den Vordergrund und warb entsprechend dafür. Er ließ ein starkes Händlernetz ausbauen, initiierte Händlerrundschreiben mit Empfehlungen zur Förderung des Verkaufs, ließ Händlerkongresse organisieren und sorgte für eine systematische Weiterbildung der Werkstättenbetreiber. Die erfolgreichste Maßnahme zur Absatzförderung war ab 1924 das Angebot, ein neu erworbenes Motorrad auf Raten zu bezahlen. Diese Form der Bezahlung spielte bis dahin bei deutschen Herstellern keine Rolle.[5.1] Hahn selbst sagte dazu:

„Das beste Motorrad, das der Markt zu bieten vermag, dient aber noch lange nicht der breiten Masse […]. Notwendig ist hierzu als Voraussetzung einerseits ein möglichst unter 1.000,00 M liegender Preis und sodann Zahlungskonditionen, die nicht nur auf die derzeitige wirtschaftliche Lage Rücksicht nehmen, sondern zugleich von dem Grundsatz ausgehen, der dem amerikanischen Markt zugrunde liegt, dass der Kraftfahrzeuginteressent nicht in Folge seines Vermögens, sondern aus seinem Einkommen ein Kraftfahrzeug anschaffen kann […]. Das Abzahlungssystem der Motorenwerke […] stellt dem Motorradinteressenten, sofern er gut beleumdet ist, ein Motorrad schon für 350,00 M Anzahlung zur Verfügung. Die Restsumme wird auf 12 Monate gestundet. Die Anzahlung von 350,00 M kann sogar in Wochenraten zu 12,50 M oder mehr erfolgen. Ist die Summe von 350,00 M erreicht, so erhält der Käufer das Motorrad […].“[5.1]

Ein Hauptaugenmerk Hahns lag auf der Werbung in ländlichen Gebieten. Er zielte als Erster in eine Marktlücke dieser Zeit: Je länger die zu bewältigenden Wege waren, das heißt, je dünner besiedelt und je ärmer ein Gebiet an anderen Verkehrsmitteln war, desto größer war der Bedarf an erschwinglichen Krafträdern, um mobil zu sein. Dafür ließ er sogenannte Werbemobile bauen. Das waren Lastwagen mit einem Aufbau als Verkaufspavillon. Der hintere Teil des Aufbaus war als Ausstellungsraum mit großen Schaufenstern ausgebildet, im vorderen Teil war ein kleines Büro untergebracht, in dem Kaufverträge geschlossen werden konnten.[5.1]

Markenrechtsstreit mit der Deutschen Kabelwerke AG

Die im Jahr 1896 in Berlin gegründete Deutsche Kabelwerke AG nutzte für ihre Produkte bereits vor dem Ersten Weltkrieg das Kürzel DeKaWe. Aufgrund der Ähnlichkeit zu DKW erwirkten die Berliner eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung gegen die Zschopauer Motorenwerke AG. Nachdem sie vor Gericht in erster Instanz unterlegen waren, erhielten sie im Jahr 1923 im Berufungsverfahren Recht. In Zschopau änderte man kurzerhand das Kürzel in DGW, mit der Interpretation „Das große Wunder“. Die Verhandlungen über die weitere Nutzung von DKW zogen sich bis 1927 hin. Letztlich einigte man sich darauf, dass in Zschopau wieder das Kürzel DKW verwendet werden durfte. Im Gegenzug kauften die Zschopauer Motorenwerke die von den Kabelwerken produzierten Motorradreifen, die unter der Marke Deka vertrieben wurden.[1.2]

DKW Kühlung

Rasmussen trieb Mitte der 1920er-Jahre die Expansion seines Unternehmens voran und ließ ab 1927/28 im nahe Zschopau gelegenen Scharfenstein – wo er Produktionshallen der insolventen Chemnitzer Moll-Werke AG übernommen hatte – Kühlgeräte (Das Kühl Wunder) herstellen. Die Marke und der eingeführte Begriff der DKW Kühlung wurden dafür weiter genutzt, nachdem für diese Sparte 1931 das von der Auto Union AG unabhängige Unternehmen Deutsche Kühl- und Kraftmaschinen GmbH (DKK) gegründet wurde.[6]

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde am Standort der Kühlschrankhersteller VEB dkk Scharfenstein mit der Marke Foron aufgebaut.

Automobilbau bei DKW vor dem Zweiten Weltkrieg

DKW F 1 im museum mobile in Ingolstadt

Im Jahr 1925 übernahm Rasmussen Reste aus dem Konkurs der Slaby-Beringer-Automobilgesellschaft m.b.H. und die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG begann mit der Entwicklung und Produktion einer Droschke und eines Lieferwagens mit Elektroantrieb, die unter der Marke D.E.W. (Der elektrische Wagen) vermarktet wurden. Im Jahr 1927 begann dann die Entwicklung des DKW Typ P, eines Automobils, das von einem aus dem Motorradbau stammenden Zweizylindermotor angetrieben werden sollte. DKW baute zunächst Wagen mit Hinterradantrieb, unter anderem mit Vierzylindermotoren, die über zwei zusätzliche Zylinder als Ladepumpen verfügten, angefangen vom Modell 4=8 (1929). Die Vierzylindermodelle entpuppten sich jedoch als störanfällig und führten zu hohen Gewährleistungskosten.

1928 kaufte Rasmussen die Audiwerke AG Zwickau. Wichtigster Finanzier war die Sächsische Staatsbank; 1929 hielt sie 25 % der Aktien an Rasmussens Konzern.

Zu Beginn der 1930er Jahre wurde mit dem Kleinwagen DKW F 1 und allen weiteren „Frontwagen“ (geschützter Begriff) in der Geschichte des Automobils eine neue Technik im Serienfahrzeugbau eingeführt, denn der Frontantrieb verbesserte nicht bloß das Fahrverhalten im Vergleich zu den Wagen mit Standardantrieb (Motor vorn, Antrieb hinten), sondern verringerte auch das Gewicht. Im Jahr 1931 kostete der erste DKW Front (F 1) 1685 Reichsmark.

Die bis 1940 gebauten DKW-Wagen mit Hinterradantrieb kamen aus dem DKW-Werk Berlin-Spandau, die Fronttriebler wurden in Zwickau in dem zum Auto-Union-Konzern gehörenden Werk Audi hergestellt.

In den 1930er Jahren wurden in Deutschland häufig DKW-Motoren in Tragkraftspritzen der Feuerwehren eingebaut.[7]

1932 – Fusion zur Auto Union AG

Weitere Informationen Vier Marken und vier ineinander verschlungene Ringe Die Marken der Auto Union AG ...
Vier Marken und vier ineinander verschlungene Ringe

Die Marken der Auto Union AG

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die zum DKW-Konzern gehörenden Werke gerieten mit der Tochtergesellschaft Audiwerke im Zuge der Weltwirtschaftskrise in eine angespannte Finanzlage, sodass Richard Bruhn, Vertrauensmann der Staatsbank, und Rasmussen den Plan entwickelten, die beiden von Insolvenz bedrohten Unternehmen mit der Horchwerke AG zu vereinigen.

Daraufhin wurde im Juni 1932 rückwirkend zum 1. November 1931 die Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz gegründet. Die Konzernverwaltung war in Zschopau im Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen untergebracht und wurde erst 1936 nach Chemnitz in die aufwendig umgebauten Presto-Werke verlegt. Der Konzern entstand aus der Fusion des Kleinwagen- und Motorradproduzenten Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen mit seiner Marke DKW und den Hauptwerken in Zschopau und Berlin-Spandau, der Audiwerke AG Zwickau und der Horchwerke AG (ebenfalls Zwickau). Die zuvor sanierten und umstrukturierten Zschopauer Motorenwerke waren als nunmehrige Auto Union AG aufnehmende Firma, für die beiden zuvor entschuldeten Kapitalgesellschaften Audiwerke und Horchwerke,[8] die mit der Konzerngründung im Zuge eines Aktientausches als Unternehmen de facto aufgelöst und zu Teilen des neuen Konzerns wurden.[9][10] Beide Fahrzeughersteller wurden als Auto Union AG, Werk Audi bzw. Auto Union AG, Werk Horch weitergeführt. Die Marken Audi bzw. Horch wurden beibehalten.

Zur vierten Konzernmarke wurden die Automobile der Wanderer-Werke aus Schönau bei Chemnitz, dessen 1927 in Betrieb genommenes modernes Werk Siegmar auf zunächst zehn Jahre gepachtet wurde.

DKW F 8-700

Die Auto Union AG mit Audi, DKW, Horch und Wanderer war vor dem Zweiten Weltkrieg hinter Opel zweitgrößter deutscher Automobilproduzent, woran die im Audiwerk Zwickau gebauten kleinen DKW „Frontwagen“ der Typen F 1 bis F 8 mit Zweitaktmotoren stückzahlmäßig den größten Anteil hatten.

Unter dem Dach des Konzerns wurden Kleinwagen nach wie vor als DKW-Fahrzeuge verkauft und auch die drei anderen Werke fertigten weiter Fahrzeuge unter ihrer bisherigen Marke, ergänzt durch die vier Ringe der Auto Union. Allein die im Zwickauer Horch-Werk zwischen 1934 und 1939 entwickelten Auto-Union-Rennwagen traten bei den Grand-Prix-Rennen unter dem Konzernnamen auf.

Rasmussen, auf dessen Initiative der Zusammenschluss der vier Marken weitestgehend zurückging, gehörte zunächst dem Vorstand der Auto Union AG an. Meinungsverschiedenheiten insbesondere über Rasmussens Plan einer späteren Reprivatisierung der einzelnen Werke, sobald dies die wirtschaftliche Lage erlaube, führten jedoch dazu, dass er sich 1934 vom Aufsichtsrat beurlauben ließ, woraufhin sein Dienstvertrag zum 31. Dezember 1934 gekündigt wurde. Nach Rasmussens Ausscheiden wurde William Werner Technischer Direktor der Auto Union AG.

Weitere Informationen Jahr, Zulassungszahlen ...
Neuzulassungen von DKW-Pkw im Deutschen Reich von 1933 bis 1938
JahrZulassungszahlenProduktionszahlen
193310.3009.534[11]
193420.779
193528.240
193640.018
193742.143
193839.839
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Quelle:[12]

Ende in Mitteldeutschland

IFA-DKW-Logo an Krafträdern bis 1951
IFA-DKW-Logo an Krafträdern bis 1951

Das DKW-Stammwerk in Zschopau blieb im Jahr 1945 von einer Bombardierung verschont. Zschopau und auch Chemnitz – wo die Konzernzentrale der Auto Union angesiedelt war – wurden bei Kriegsende von Einheiten der Roten Armee besetzt. Am 17. April 1945 besetzte die 3. US-Armee Zwickau mit den dortigen Auto-Union-Werken. Als die Amerikaner Ende Juni 1945 aus Thüringen und Südwestsachsen nach Bayern abgezogen waren, lagen auch diese Unternehmensteile in der sowjetischen Besatzungszone. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) ordnete bereits im August die Demontage von Produktionsanlagen an, und der Abtransport von Maschinen in die Sowjetunion als Teil der Reparationsleistungen begann.

Für die 1950 als Teil des DDR-Industrieverbandes Fahrzeugbau (IFA) in Zschopau wieder aufgenommene Motorradproduktion – es wurde die überwiegend auf Vorkriegsplänen basierende RT 125 hergestellt – wurde zuerst noch das Markenzeichen IFA-DKW verwendet. Ab 1. Oktober 1951 durfte aufgrund staatlicher Weisung DKW nicht mehr in der Bezeichnung erscheinen. Der Zusatz wurde aus den Modellbezeichnungen gestrichen, die fortan kurz IFA und ab 1956 MZ hießen.[13]

Die Fahrzeugwerke in Zwickau wurden ebenfalls Teil des Industrieverbandes Fahrzeugbau. Als Weiterentwicklung des zuletzt vor dem Krieg produzierten DKW F 8 wurde ab 1949 der fast baugleiche IFA F 8 produziert. Historische Bilder zeigen die Verwendung des DKW-Emblems am Kühlergrill bis mindestens 1951.[14] Später wurde die Verwendung offenbar aufgegeben.[15]

Neubeginn in Bayern und im Rheinland

Die ehemaligen Vorstände des Konzerns Richard Bruhn und Carl Hahn flohen kurz nach Eintreffen der Sowjetarmee in Chemnitz unabhängig voneinander nach Bayern. In den westlichen Besatzungszonen gab es nach wie vor ein Filialnetz, was jedoch nur für Verkauf und Kundendienst bestimmt und geeignet war. Geschätzt waren in diesem Teil Deutschlands nach Kriegsende noch mehr als 65.000 DKW-Automobile fahrbereit. Bereits im Juli 1945 trafen sich in der Münchener Auto-Union-Filiale Hahn und Bruhn mit weiterem ehemaligen Auto-Union-Führungspersonal. Durch gute Kontakte zur Bayerischen Staatsbank konnte von dort ein Kredit zum Aufbau eines Unternehmens für Auto-Union- und im speziellen DKW-Ersatzteile erreicht werden. So wurde am 19. Dezember 1945 die Zentraldepot für Auto Union-Ersatzteile, Ingolstadt GmbH, gegründet.[5.2]

Der Aufbau der Ersatzteilproduktion wurde nur als Zwischenschritt zur Herstellung kompletter Fahrzeuge in Anlehnung an die Auto Union AG gesehen. Zunächst wurde 1948 neben der Zentraldepot GmbH von Bruhn, Hahn und dem Bankier Friedrich Carl von Oppenheim eine Arbeitsgemeinschaft Auto Union gegründet. Entscheidend dafür war, dass der Vorstand Hanns Schüler der in Chemnitz noch bestehenden Auto Union AG i. L. die juristischen Voraussetzungen schaffen ließ, um in Ingolstadt eine Tochtergesellschaft der Auto Union AG zu gründen. Die westdeutsche Auto Union AG übernahm den in den westlichen Besatzungszonen befindlichen Immobilienbesitz sowie Patente und Namensrechte des alten Unternehmens.[5.3][4.2]

Die entscheidenden Impulse für den Start einer kompletten Fahrzeugproduktion lieferten die im Juni 1948 durchgeführte Währungsreform und die im August 1948 erfolgte Löschung der Auto Union AG i. L. aus dem Chemnitzer Handelsregister. Am 3. September 1949 wurde in Ingolstadt die Auto Union GmbH ins Handelsregister eingetragen.[5.4] Erste Fahrzeuge für den damaligen Bedarf waren ein Nachbau des Motorrads DKW RT 125 und ein Kleinlieferwagen: Die DKW RT 125 W (W stand für West) und der DKW-Schnellaster. Die Prototypen wurden noch 1948 fertiggestellt und im Mai 1949 auf der Exportmesse in Hannover erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Stolz wurde mit dem Spruch „DKW ist wieder da!“ dafür geworben.[16] Die Auto Union GmbH nutzte den Markennamen in Lizenz von der westdeutschen Auto Union AG (1979 in Autania Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft AG umbenannt).

Die Motorradfertigung wurde 1958 an die in Nürnberg unter Beteiligung von Victoria und den Express Werken neu gegründete Zweirad Union abgegeben, die den Markennamen DKW bis 1977 für Krafträder nutzte. Nach Übernahme der Auto Union GmbH durch den Volkswagen-Konzern wurde die Produktion von Zweitakt-Fahrzeugen eingestellt und die Marke DKW fallengelassen. Das letzte Pkw-Modell war der F 102, dessen Produktion im Jahr 1966 eingestellt wurde. Der aus ihm weiterentwickelte F 103 wurde als erster unter dem Namen „Audi“ vermarktet. Der Geländewagen DKW Munga wurde noch bis 1968 für die Bundeswehr gebaut.

Als Lizenzbau wurden DKW-Fahrzeuge auch von anderen Unternehmen hergestellt, so in Vitoria (Baskenland, Spanien) von IMOSA (Industrias del Motor S.A., heute Mercedes-Benz España, S.A.) oder in São Paulo, Brasilien, von VEMAG (Veículos e Máquinas Agrícolas S.A.), die 1967 von Volkswagen do Brasil übernommen wurde.

DKW-Automobile

Zeitleisten

Weitere Informationen Zeitleiste der -Automobile von 1928 bis 1942, Klasse ...
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Weitere Informationen Zeitleiste der - und Auto-Union-Modelle von 1949 bis 1968, Typ ...
Zeitleiste der DKW- und Auto-Union-Modelle von 1949 bis 1968
Typ Karosserie-versionen Auto Union GmbH
1940er 1950er 1960er
9 0123456789 012345678
Kleinwagen / Untere Mittelklasse Stufenheck DKW Junior DKW F 11/F 12
Cabriolet DKW F 12 Roadster
Mittelklasse Cabriolet DKW F 89 F DKW F 91 DKW 3=6
(F 93)
Limousine / Stufenheck DKW F 89 P DKW F 91 DKW 3=6
(F 93/F 94)
Auto Union 1000 / 1000 S DKW F 102
Kombi DKW F 89 U DKW F 91 U DKW 3=6
(F 94 U)
Auto Union 1000 U
Schrägheck / Coupé DKW F 91 DKW 3=6
(F 93)
Auto Union 1000 / 1000 S
Sportwagen Coupé DKW 3=6 Monza Auto Union 1000 SP
Cabrio Auto Union 1000 SP
Geländewagen
DKW Munga
Kleintransporter Kastenwagen, Pritsche, Bus DKW-Schnellaster (F 89 L / Typ 30 / Typ 3 ) DKW-IMOSA F 1000 L (a)
  • Unter dem Markennamen DKW angeboten.
  • Unter dem Markennamen Auto Union angeboten.
  • (a) 
    Die spanische Auto-Union-Tochergesellschaft IMOSA blieb im Zuge der Fusion der Auto Union GmbH mit der NSU Motorenwerke AG 1969 bei der Daimler-Benz AG und der DKW-IMOSA F 1000 L wurde in Spanien weitergebaut.
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    Modelle mit Hinterradantrieb aus Berlin-Spandau (1928–1940)

    Weitere Informationen Typ, Bauzeitraum ...
    TypBauzeitraumMotorbauartHubraumLeistungHöchstgeschwindigkeit
    Typ P (15 PS)1928/1929R2584 cm³15 PS (11 kW)80 km/h
    Typ P 4=8 (25 PS)1929V4980 cm³25 PS (18,4 kW)90 km/h
    Typ PS 600 Sport1930/1931R2584 cm³18 PS (13,2 kW)100 km/h
    Typ V 800 4=8V4782 cm³20 PS (14,7 kW)85 km/h
    Typ V 1000 4=81931/1932990 cm³25 PS (18,4 kW)90 km/h
    Typ 432 Sonderklasse193295 km/h
    Typ 1001 Sonderklasse1932–193426 PS (19,1 kW)90 km/h
    Schwebeklasse1934/193526–30 PS (19,1–22,1 kW)
    Schwebeklasse1935–19371054 cm³32 PS (23,5 kW)95 km/h
    Sonderklasse1937–194032 PS (23,5 kW)
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    Frontantriebsmodelle aus Zwickau (1931–1942)

    DKW F 7
    Weitere Informationen Typ, Bauzeitraum ...
    TypBauzeitraumMotorbauartHubraumLeistungHöchstgeschwindigkeit
    F 1 FA 6001931/1932R2584 cm³15 PS (11 kW)75 km/h
    F 2 Meisterklasse 6011932/1933
    F 2 Reichsklasse1933–193518 PS (13,2 kW)80 km/h
    F 2 Meisterklasse 701692 cm³20 PS (14,7 kW)85–90 km/h
    F 4 Meisterklasse1934/193585 km/h
    F 5 Reichsklasse 6001935/1936584 cm³18 PS (13,2 kW)80 km/h
    F 5 Meisterklasse 700692 cm³20 PS (14,7 kW)85 km/h
    F 5 K Zweisitzer 6001936584 cm³18 PS (13,2 kW)80 km/h
    F 5 Front Luxus Cabriolet 7001936/1937692 cm³20 PS (14,7 kW)85 km/h
    F 5 K Front Luxus Sport 70090 km/h
    F 7 Reichsklasse 6001937/1938584 cm³18 PS (13,2 kW)80 km/h
    F 7 Meisterklasse 700692 cm³20 PS (14,7 kW)85 km/h
    F 7 Front Luxus Cabriolet1938
    F 8 Reichsklasse 6001939/1940589 cm³18 PS (13,2 kW)80 km/h
    F 8 Front Luxus Cabriolet 700692 cm³20 PS (14,7 kW)85 km/h
    F 8 Meisterklasse 7001939–1942
    F 9 (Prototyp)geplant ab 1940R3896 cm³28 PS (20,6 kW)110 km/h
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    Frontantriebsmodelle aus Ingolstadt und Düsseldorf (1950–1968)

    Die Auto Union GmbH fertigte bis 1968 Automobile unter dem Namen DKW.

    Weitere Informationen Typ, Bauzeitraum ...
    TypBauzeitraumMotorbauartHubraumLeistungHöchstgeschwindigkeit
    DKW-Schnellaster1949–1962R2 bzw. R3688–896 cm³20–32 PS (14,7–23,5 kW)70–90 km/h
    F 89 Meisterklasse1950–1954R2684 cm³23 PS (16,9 kW)95–100 km/h
    F 91 Sonderklasse1953–1957R2896 cm³34 PS (25 kW)110–120 km/h
    F 91/4 Munga1954–1956 –
    nur Vorserie – Versuchsträger
    38 PS (27,9 kW)98 km/h
    F 93/94 Großer DKW 3=61955–1957906 cm³123 km/h
    Monza1956896 cm³40 PS (29,4 kW)130 km/h
    F 91/4 Munga1956–195998 km/h
    Monza1957/1958980 cm³44–50 PS (32,4–36,8 kW)135 km/h
    F 93/94 Großer DKW 3=61957–1959906 cm³40 PS (29,4 kW)115 km/h
    Auto Union 10001957–1960980 cm³44 PS (32,4 kW)120–130 km/h
    Auto Union 1000 Sp1958–196555 PS (40,5 kW)140 km/h
    F 91 Typ 4 + 6 Munga1958–196844 PS (32,4 kW)98 km/h
    F 91 Typ 8 verlängerte Pritsche1962–196895 km/h
    Auto Union 1000 S1959–196350 PS (36,8 kW)125–135 km/h
    Junior1959–1962741 cm³34 PS (25 kW)114 km/h
    Junior de Luxe1961–1963796 cm³116 km/h
    F 111963–1965116 km/h
    F 12889 cm³40 PS (29,4 kW)124 km/h
    F 12 (45 PS)1964/196545 PS (33,1 kW)127–128 km/h
    F 1021964–1966117560 PS (44,1 kW)135 km/h
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    DKW-Motorräder und -Motorroller

    Weitere Informationen Zeitleiste der -Motorräder von 1922 bis 1945 ...
    Zeitleiste der DKW-Motorräder von 1922 bis 1945
    Modell bzw. Baureihe 1932: Gründung der Auto Union AG
    1920er 1930er 1940er
    23456789 0123456789 012345
    Reichsfahrtmodell Reichsfahrtmodell
    ZL ZL
    ZM ZM
    SM SM
    E E 206/200
    E 250/300
    Z Z 500 ZSW 500
    Spezial Spezial 200
    Supersport Supersport 500/600
    Luxus Luxus 200
    Luxus Spezial 200
    Luxus 300
    Luxus Sport 300
    Luxus 500
    Volksrad ES Volksrad ES 200
    ZiS bzw. Z Zis/Z 200
    Schüttoff JS Schüttoff JS 500
    KM KM 175 KM 200
    Sport Sport 500
    Sport 350
    Block Block 200/300/350
    Block 175
    Block 500
    TM TM 200
    BM BM 200
    SB SB 200/250/300/350
    SB 500
    RT RT 100
    RT 125
    KS KS 200
    NZ NZ 250/350
    NZ 500
  • luftgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor
  • luftgekühlter Zweizylinder-Zweitaktmotor
  • wassergekühlter Zweizylinder-Zweitaktmotor
  • luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor
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    Weitere Informationen Zeitleiste der -Motorräder von 1949 bis 1958 ...
    Zeitleiste der DKW-Motorräder von 1949 bis 1958
    Modell bzw. Baureihe 1940er 1950er
    9 012345678
    RT 125 RT 125 W
    RT 125/2
    RT 125/H
    RT 175 RT 175
    RT 175 S
    RT 175 VS
    RT 200 RT 200
    RT 200 H
    RT 200/2
    RT 200 S
    RT 200 VS
    RT 250 RT 250 H
    RT 250/1
    RT 250/2
    RT 250 S
    RT 250 VS
    RT 350 RT 350
    Hobby Hobby
    Hummel Hummel
    Hummel Super Hummel Super
  • luftgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor
  • luftgekühlter Zweizylinder-Zweitaktmotor
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    Trivia

    Zum 1. Januar 2025 waren in Deutschland insgesamt noch 2.427 Motorräder der Marke DKW zugelassen – was einem Anteil von 0,048 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Motorräder entspricht.[17]

    Siehe auch

    Literatur

    • Frieder Bach, Woldemar Lange, Siegfried Rauch: DKW MZ: Motorräder aus Zschopau und Ingolstadt. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-613-01395-9.
    • Thomas Erdmann: Vom Dampfkraftwagen zur Meisterklasse – Die Geschichte der DKW Automobile 1907–1945. Autovision, Hamburg 2003, ISBN 3-9805832-7-9.
    • Peter Kurze: DKW Meisterklasse – Ein Wagen für die ganze Welt. (Ein Bildband.) Delius Klasing, Bielefeld 2005, ISBN 3-7688-1646-X. DNB 973344504
    • Woldemar Lange, Jörg Buschmann: Die große Zeit des DKW-Motorradrennsports: 1920–1941. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2009, ISBN 978-3-937496-29-0.
    • Woldemar Lange, Jörg Buschmann: DKW Zschopau und der Motorradgeländesport: 1920–1941. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2012, ISBN 978-3-937496-50-4.
    • Steffen Ottinger: DKW Motorradsport 1920–1939. Von den ersten Siegen des Zschopauer Zweitakters bei Bahnrennen bis zu den Europameisterschafts-Erfolgen. 1. Auflage. HB-Werbung und Verlag, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-00-028611-7.
    • Siegfried Rauch, Frank Rönicke (Hrsg.): DKW – Geschichte einer Weltmarke. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02815-9. DNB 984140786
    Commons: DKW – Sammlung von Bildern
    • DKW-Motorrad-Club
    • DKW-Motorräder von 1949 bis 1957
    • DKW-Autos. In: www.dkw-autos.de. Marius Walter, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2023;.

    Einzelnachweise

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