Dietmar Wurzer
österreichischer Skilanglauftrainer
From Wikipedia, the free encyclopedia
Dietmar Wurzer (* 29. März 1972 in Gschnitz, Österreich) ist ein österreichischer Logistikexperte und ehemaliger Flugzeugmechaniker, der in verschiedenen technischen und führungsverantwortlichen Positionen in der Luftfahrt-, Industrie- und Schifffahrtsbranche sowie zuletzt als Mitglied der Geschäftsleitung eines Maschinenbauunternehmens tätig ist. Von 2005 bis 2009 fungierte er als Rennsportleiter des Austria Ski Teams im Bereich Behindertensport Alpin und führte die Mannschaft in dieser Funktion zu zwei Nationenweltcup- und Nationeneuropacup-Siegen im alpinen Skisport.
Berufliche Laufbahn
Dietmar Wurzer wurde 1972 in Gschnitz geboren. Er diente von Januar 1990 bis Dezember 1999 als Berufssoldat beim Österreichischen Bundesheer. Im Jahr 2000 war Wurzer als Produktmanager bei der Haberkorn GmbH in Rum tätig und betreute Kunden aus Industrie und Bau in Tirol.[1]
Von Januar 2001 bis Juli 2010 arbeitete Wurzer als Licensed Aircraft Engineer (lizenzierter Flugzeugmechaniker) bei Austrian Airlines am Standort Innsbruck. In dieser Funktion war er mit der Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen befasst. Seine Kompetenzen in diesem Bereich umfassten Luftfahrttechnik und Hydraulik. Die Tätigkeit bei Austrian Airlines überschnitt sich zeitlich mit seiner nebenberuflichen Funktion als Rennsportleiter im Behindertenskilauf beim Österreichischen Skiverband (ÖSV) (2005–2009), die er in Teilzeit ausübte.[1]
Nach seinem Ausscheiden bei Austrian Airlines wechselte Wurzer im Juli 2010 zur AAL AG (ehemals Altenrhein Aviation) in Altenrhein im Kanton St. Gallen (Schweiz), wo er ebenfalls als Licensed Aircraft Engineer tätig war. Er war dort bis Februar 2011 beschäftigt. Von Januar 2011 bis Februar 2015 war Wurzer bei der Flumroc AG in Flums im Kanton St. Gallen als Berufsausbilder für Polymechaniker mit Schwerpunkten auf Mechanik, Metallproduktion, Gebäudetechnik und technischem Training angestellt. Parallel zu seiner Tätigkeit bei der Flumroc AG war Wurzer von Februar 2012 bis August 2015 freiberuflich als kantonaler Prüfungsexperte für Polymechaniker im Kanton St. Gallen tätig. In dieser Funktion fungierte er als Experte für praktische Berufsausbildungsabschlussprüfungen.[1]
Von März 2015 bis Januar 2020 war Wurzer beim Schiffsbetrieb Walensee AG in Unterterzen im Kanton St. Gallen als stellvertretender technischer Leiter und Schiffsführer (Deputy Technical Manager and Ship Captain) beschäftigt. Wurzers Kompetenzen in dieser Position umfassten Mechanik, Gebäudetechnik, Schiffbau und Hydraulik. Von Februar 2020 bis Oktober 2022 arbeitete Wurzer als Operations Mechanic bei der Hilcona AG in Schaan, Liechtenstein.[1]
Nach einer kurzen Beschäftigung als Teamleiter Montage/Unterhalt bei der Firma WILPAG (Oktober bis November 2022), die im November 2022 Konkurs anmeldete, wechselte Wurzer im Dezember 2022 zur HEPAG AG in Mels im Kanton St. Gallen und bekleidet dort die Position des Chefs Logistik und ist Mitglied der Geschäftsleitung sowie Berufsausbilder, Sicherheitsbeauftragter und Verantwortlicher für Qualitätssicherung.[1]
Funktionen im Behindertenskilauf
Tätigkeit als österreichischer Rennsportleiter und Bundestrainer
Funktion und Zeitraum
Von September 2005 bis April 2009 war Dietmar Wurzer in Teilzeit als Rennsportleiter des Austria Ski Teams im Bereich Behindertensport Alpin beim Österreichischen Skiverband (ÖSV) mit Dienstsitz Innsbruck tätig. Sein Aufgabenbereich umfasste Teamführung, Organisation, Administration sowie Trainings- und Rennorganisation.[1]
Nationenweltcup und Nationeneuropacup 2007
In der Saison 2006/07 des IPC Alpine Skiing World Cup gewann die von Wurzer betreute österreichische Mannschaft den Nationenweltcup (Nations Cup). Österreich belegte mit 4.370 Punkten den ersten Platz in der Nationenwertung, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit 2.335 Punkten und Deutschland mit 2.330 Punkten.
Die Weltcupsaison 2006/07 umfasste Veranstaltungen in Aspen (Colorado) vom 17. bis 21. Januar, in Kimberley (British Columbia) vom 24. bis 27. Januar sowie in Arta Terme (Italien) vom 12. bis 14. März. Ein in Abtenau (Tennengau, Österreich) vom 3. bis 10. März angesetzter Wettbewerb musste aufgrund schlechter Wetterbedingungen abgesagt werden. Insgesamt nahmen rund 122 Athleten aus 18 Ländern an der letzten Station teil. Zu den erfolgreichen österreichischen Athleten der Saison zählte unter anderem die sehbehinderte Skirennläuferin Sabine Gasteiger, die den Gesamtweltcup in der Kategorie „Sehbehindert“ der Frauen mit 800 Punkten gewann.[2]
Parallel dazu sicherte sich Österreich in derselben Saison auch den Sieg im Nationeneuropacup (Europa Cup der Nationen) im IPC-Behindertenskilauf.
Nationenweltcup und Nationeneuropacup 2008
Auch in der Saison 2007/08 des IPC Alpine Skiing World Cup errang die österreichische Mannschaft unter Wurzers Leitung erneut den Nationenweltcup. Österreich beendete die Saison mit 9.444 Punkten auf dem ersten Platz, Kanada folgte mit 6.914 Punkten auf Rang zwei, und Deutschland belegte den dritten Platz mit 4.135 Punkten. Beim ersten Saisonereignis in Abtenau dominierte das österreichische Team mit 4.905 Punkten. Diese Reihenfolge – Österreich, Kanada, Deutschland – blieb nach den folgenden Wettbewerben in Queyras (Frankreich) bestehen und festigte sich nach den Rennen in Jeongseon (Korea). Die Saison endete mit den Finals in Hakuba (Japan), an denen Athleten aus 18 verschiedenen Ländern teilnahmen. Erstmals in der Geschichte des IPC-Weltcups wurde in dieser Saison mit der Super-Kombination eine neue Disziplin eingeführt.[3][4]
Das österreichische Team umfasste in dieser Saison 21 Skirennläufer und war damit eines der größten Teams im Wettbewerb. Zu den erfolgreichsten österreichischen Athletinnen zählten erneut Sabine Gasteiger in der Kategorie „Sehbehindert“ und Claudia Lösch in der Kategorie „Sitzend“.[3]
Damit errang die österreichische Behindertenskilauf-Mannschaft unter Wurzers Führung in der Saison 2008 erneut sowohl den Nationenweltcup als auch den Nationeneuropacup.
Österreichische Athleten im Kader
Das österreichische Team im Behindertenskilauf alpin umfasste in der Ära, in der Wurzer als Rennsportleiter tätig war, eine Reihe von Athleten, die bei Paralympischen Spielen und Weltmeisterschaften antraten. Zu den Mitgliedern des Nationalteams gehörte unter anderem die Monoskifahrerin Claudia Lösch, die bei den Paralympischen Winterspielen 2006 in Turin und 2010 in Vancouver insgesamt fünf Medaillen (darunter zwei Goldmedaillen) im alpinen Skisport gewann.[5] Ebenfalls Teil des österreichischen Kaders waren Sabine Gasteiger in der Kategorie „Sehbehindert“[6] sowie Athleten wie Jürgen Egle[7] und Hubert Mandl[8] in der Kategorie „Sitzend“.[3]
Beratertätigkeit ab 2009
Ab dem Jahr 2009, nach dem Ende seiner Tätigkeit beim Austria Ski Team im April desselben Jahres, wechselte Dietmar Wurzer in eine beratende Funktion im Bereich des Behindertenskilaufs und stellte seine Expertise verschiedenen Nationen zur Verfügung. Details über die konkret beratenen Nationalteams und den genauen Umfang dieser Tätigkeit sind öffentlich nicht umfassend dokumentiert.
Erfolge
Die österreichische Mannschaft zählte in den 2000er-Jahren unter Wurzers Rennsportleitung zu den erfolgreichsten Nationen im IPC Alpine Skiing World Cup und sicherte sich in den Saisons 2007 und 2008 jeweils den Nationenweltcup und Nationeneuropacup.[3]