Dolgesheim

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Dolgesheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Selz an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Oppenheim hat.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Dolgesheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dolgesheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 48′ N,  15′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Selz
Höhe: 199 m ü. NHN
Fläche: 6,55 km²
Einwohner: 917 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55278
Vorwahl: 06733
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 013
Adresse der Verbandsverwaltung: Sant’ Ambrogio-Ring 33
55276 Oppenheim
Website: www.vg-rhein-selz.de
Ortsbürgermeister: Thomas Held
Lage der Ortsgemeinde Dolgesheim im Landkreis Mainz-Bingen
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Evangelische Pfarrkirche
Rathaus

Geographie

Die Gemeinde Dolgesheim liegt an der Gaustraße (Landesstraße 425) mittig zwischen Mainz und Worms. Nächstgelegene größere Stadt ist ca. 10 Kilometer südwestlich Alzey.

Geographisch höchste Erhebung ist der Kreuzberg mit 211 m ü. NHN.

Geschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung, als „Dulgisheim“, stammt vom 5. November 769, und wurde in einer Beurkundung festgehalten, als ein Theo und seine Gattin Unsetz dem Kloster Lorsch zwei Morgen Ackerland „in pago Wormat in Dulgisheimer Mark“ schenkten.[2] Im Kopialbuch des Klosters sind insgesamt 7 Urkunden von Dolgesheim enthalten. Auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert.[3]

Der Vater des Minnesängers Friedrich von Hausen Walther hatte Eigenbesitz in Dolgesheim, Dienheim und Gensingen. In Worms-Ibersheim und Groß-Rohrheim war er Vogt gewesen.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war Dolgesheim reichsritterschaftlicher Besitz der Grafen von Leiningen. Während der sogenannten Franzosenzeit war der Ort Sitz einer Mairie im Kanton Oppenheim, der Teil des Departements Donnersberg war. Zur Mairie Dolgesheim gehörten auch Eimsheim und Wintersheim. Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen[4] und einem 1816 zwischen Hessen-Darmstadt, Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrag kam die Region und damit auch die Gemeinde Dolgesheim zum Großherzogtum Hessen(-Darmstadt) und wurde von diesem der Provinz Rheinhessen zugeordnet. Nach der Auflösung der rheinhessischen Kantone kam der Ort 1835 zum neu errichteten Kreis Mainz, 1852 zum Kreis Oppenheim.

Zwischen 1825 und 1931 brachte der Bau der Gaustraße zwischen Mainz und Worms gute Verbindungen zu den Städten Rheinhessens. Dolgesheim wurde daher auch früh an das Wasser- (1907) und Stromnetz (1913) angeschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde zur französischen Besatzungszone und kam 1946 zu dem neugebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Von 1972 bis 2014 gehörte Dolgesheim der Verbandsgemeinde Guntersblum und seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Rhein-Selz an.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Dolgesheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815417
1835761
1871724
1905726
1939643
1950766
1961679
JahrEinwohner
1970754
1987854
2005954
2011905
20171.023
2022977
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Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Dolgesheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. In der Wahlperiode 2019–2024 bestand der Gemeinderat aus 16 Mitgliedern, die Erhöhung der Sitze war nach rheinland-pfälzischem Wahlrecht durch die vorübergehend über den festgelegten Grenzwert gestiegene Einwohnerzahl Dolgesheims nötig geworden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDBLGesamt
2024per Mehrheitswahl12 Sitze[6]
2019per Mehrheitswahl16 Sitze[7]
20147512 Sitze
20097512 Sitze
20047512 Sitze
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  • BL = Bürgerliste Dolgesheim e. V.

Bürgermeister

Thomas Held wurde am 1. September 2025 Ortsbürgermeister von Dolgesheim,[8] nachdem er als bisheriger Erster Beigeordneter die Amtsgeschäfte bereits seit Februar geführt hatte.[9] Da für eine am 25. Mai 2025 angesetzte Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat,[10] der sich einstimmig für Thomas Held aussprach.[8]

Helds Vorgängerin Sandra Betz hatte das Amt am 26. August 2024 angetreten.[11] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 76,1 % für fünf Jahre gewählt worden.[12] Am 27. Februar 2025 legte sie ihr Amt jedoch mit sofortiger Wirkung nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde.[13] Der Vorgänger von Sandra Betz, Klaus Backhaus (Zukunft Dolgesheim e. V.), hatte das Amt am 12. August 2019 übernommen und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut.[14] Der zuvor seit 2004 amtierende Michael Schreiber (SPD) war 2019 nicht mehr zur Wahl angetreten.[15]

Wappen

Wappen von Dolgesheim
Wappen von Dolgesheim
Blasonierung: „Im geteilten Schild, oben in Blau einen silbernen Adler mit Lilienzepter und Schwurstab, unten in Gold ein blauer Pflug.“
Wappenbegründung: Der Adler stellt die ehemalige Zugehörigkeit von Dolgesheim zur Grafschaft Leiningen dar. Das Lilienzepter symbolisiert die Reinheit, die Kirche. Der Schwurstab versinnbildlicht die Gemeinde zur Pflicht und Treue. Der Pflug zeigt die uralte Bodenbearbeitung, die Verbundenheit zur Landwirtschaft.

Das Gemeindewappen wurde 1967 vom Ministerium des Innern von Rheinland-Pfalz genehmigt.

Verkehrsanbindung

Der »Gaustein« bei Dolgesheim wurde um 1831 zur Erinnerung an den Bau der Gaustraße errichtet.

Durch den Ort führte die zwischen 1820 und 1830 angelegte Gaustraße von Mainz nach Worms, welche heute als Ortsumgehung ausgeführt ist. Zwischen Dolgesheim und Hillesheim liegt der Streckenmittelpunkt zwischen den Städten Mainz und Worms an deren Stelle der »Gaustein« errichtet wurde.

Mit den ORN-Buslinien 663 und 668 ist Dolgesheim an die Gemeinden Oppenheim, Guntersblum und Wörrstadt angebunden.[16]

Eine Anbindung mit dem Auto besteht über die Bundesstraße 9 von Oppenheim über Dienheim, Uelversheim und Weinolsheim oder von Guntersblum über Eimsheim. Von der A 61 ist die Gemeinde von der Abfahrt Alzey über Gau-Odernheim und Hillesheim zu erreichen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Dolgesheim

Literatur

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart, Gießen 1905, S. 107–108.
  • Literatur über Dolgesheim in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Siehe auch

Einzelnachweise

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