Niederheimbach

Gemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Niederheimbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Bingen am Rhein hat. Seit 2002 ist Niederheimbach Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Niederheimbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Niederheimbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 2′ N,  48′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Nahe
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 7,55 km²
Einwohner: 810 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55413
Vorwahl: 06743
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 040
Adresse der Verbandsverwaltung: Koblenzer Straße 18
55411 Bingen am Rhein
Website: www.niederheimbach.de
Ortsbürgermeister: geschäftsführend: Rüdiger Schreiner, 1. Beigeordneter; designiert: Marion Pohl
Lage der Ortsgemeinde Niederheimbach im Landkreis Mainz-Bingen
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Niederheimbach mit Heimburg

Geographie

Niederheimbach liegt zwischen Koblenz und Bingen direkt am Mittelrhein, nur etwas nordwestlich des Rheinknies. Der Ort, der sich unterhalb bzw. östlich des Binger Walds befindet, erstreckt sich mit seinem bebauten Gebiet auf 80 bis 140 m ü. NHN; der höchste Berg im Gemeindegebiet ist der Franzosenkopf (617,1 m ü. NHN[2]), der sich südlich des Orts im Niederheimbacher Wald befindet.

Zu Niederheimbach gehören auch die Wohnplätze Burg Hohneck (Heimburg), Burg Sooneck, Landgut Farm sowie Finkenhof. [3]

Mittelrheintal bei Niederheimbach, aufgenommen vom Aussichtsturm Siebenburgenblick

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung von Heimbach findet sich in einer Urkunde vom 14. Juni 983, in der Kaiser Otto II. dem Mainzer Erzbischof Willigis seine Rechte im Bann Bingen bestätigte.[4]

Nieder-Heimbach gehörte dem Mainzer Domkapitel. Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.[5] Oberhalb des Dorfes liegt auf einem Berg die Ruine des Schlosses Heimburg, das 1353 dem Kurverwalter Kuno II. von Falkenstein pfandweise eingeräumt, 1362 dem Erzstift Mainz zurückgegeben wurde. Die Zeit seines Verfalls ist unbekannt. Unweit des Dorfes liegen auch die Burg Sooneck oder Saneck, die an der äußersten Spitze des Soon- oder Sanwald erbaut war.[6] 1282 als ein Raubnest auf Befehl des Kaisers Rudolf zerstört, späterhin wieder aufgebaut und dem Rheinischen Rittergeschlecht von Waldeck übergeben wurde. Dies ward 1346 vom Erzbischof Heinrich III. von Virneburg damit belehnt und starb ums Jahr 1450 aus.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Niederheimbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[8][1]

JahrEinwohner
1815550
1835710
1871794
1905965
19391.085
19501.229
JahrEinwohner
19611.131
19701.081
1987827
1997825
2005809
2024810

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Niederheimbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUFWGWNFGesamt
20245712 Sitze[9]
2019235212 Sitze[10]
2014235212 Sitze
2009145212 Sitze
2004235212 Sitze
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  • FWG = Freie Wählergruppe Niederheimbach e. V.
  • WNF = Wählergemeinschaft Niederheimbacher Frauen e. V.

Bürgermeister

Das Amt ist derzeit noch vakant. Richard Paul Mézes wurde am 18. Oktober 2021 Ortsbürgermeister von Niederheimbach.[11] Bei der Direktwahl am 26. September 2021 war er mit einem Stimmenanteil von 65,7 % gewählt worden.[12] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit einem Stimmenanteil von 50,3 % gegen einen weiteren Bewerber durch und wurde damit für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.[13] Am 1. September 2025 legte er jedoch sein Amt mit sofortiger Wirkung vorzeitig nieder, womit eine Neuwahl erforderlich wurde.[14] Bei der Direktwahl am 25. Januar 2026 wurde Marion Pohl (SPD) als einzige Bewerberin mit 90,48 % der abgegebenen Stimmen zur künftigen Ortsbürgermeisterin gewählt. Ihr Amtsantritt ist für den 2. März 2026 vorgesehen.[15][16]

Der Vorgänger von Mézes, Ole Wysotzki (FWG) hatte sein Amt Ende Mai 2021 niedergelegt.[17] Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 61,79 % gewählt worden und damit Nachfolger von Heinz Wagner, der nach 15 Jahren im Amt nicht erneut angetreten war.[18]

Gemeindepartnerschaften

Eine Partnerschaft besteht seit 1981 mit der ehemaligen Gemeinde Champtoceaux aus Frankreich, heute Orée d’Anjou.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Burg Sooneck
Aussichtsturm Siebenburgenblick
  • Burg Sooneck, (auch Saneck oder Sonneck genannt) steht auf einem Steilhang des Soonwaldes oberhalb der Gemeinde. Sie kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
  • Heimburg, (auch Burg Hoheneck genannt) liegt über der Gemeinde. Die Burg ist heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
  • Aussichtsturm Siebenburgenblick, ein 9,6 m[19] hoher Holzturm, der oberhalb der Burg Sooneck unmittelbar am Prädikats-Fernwanderweg Rheinburgenweg errichtet wurde. Von der 8,5 m[19] hoch liegenden Aussichtsplattform hat man Aussicht ins Rheintal und zu sieben Burgen in der Umgebung[20]

Märchenhain

Märchenhain-Figur Der Froschkönig

Bis zu seiner Schließung in den 1980er Jahren war der Märchenhain ein touristischer Anziehungspunkt. Ein Großteil der Märchenfiguren wurde restauriert und haben an einem idyllisch gelegenen Weg nahe der Ortschaft ihren neuen Platz gefunden. Dort sind nun Märchenfiguren wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel und viele weitere in neuem Glanz auf dem „Kuhweg“ und in der Burggärtnerei zu betrachten.

Regelmäßige Veranstaltungen

Vereine

  • Bereits 1924 wurde der „Verkehrsverein Niederheimbach e. V.“ (VVN) gegründet. Seine Mitglieder arbeiten Ehrenamtlich zur Verschönerung des Ortsbildes und sind für Touristen der Ansprechpartner vor Ort. Der VVN betreut auch die Wanderwege rund um Niederheimbach.[21]
  • Am 6. September 2015 eröffnete der 2011 gegründete Verein „Dorfmuseum Heimbachtal e. V“ in der Wohnung im ersten Stock des Bahnhofs Niederheimbach ein kleines Museum zur Geschichte des Ortes.[22]

Wirtschaft und Infrastruktur

Energie

Die Stadtwerke Mainz AG plant auf dem Franzosenkopf oberhalb von Niederheimbach den Bau des Pumpspeicherwerks „Heimbach-Speicher“ mit einer Leistung zwischen 400 und 600 MW.[23]

Verkehr

Direkt durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 9, die Niederheimbach u. a. mit Mainz und Koblenz verbindet. Die Bundesautobahn 61 wird nach etwa 13 km an der Anschlussstelle Rheinböllen erreicht.

Der Bahnhof Niederheimbach liegt an der linken Rheinstrecke und wird stündlich von den Zügen der MittelrheinBahn (RB 26) Köln – Mainz bedient.

Weitere Informationen Linie, Verlauf ...
Linie Verlauf Takt
RB 26 MittelrheinBahn:
(Köln/Bonn Flughafen –) (nur im Nachtverkehr) Köln Messe/Deutz Köln Hbf Köln West Köln Süd Hürth-Kalscheuren Brühl Sechtem Roisdorf Bonn Hbf Bonn UN Campus Bonn-Bad Godesberg Bonn-Mehlem Rolandseck Oberwinter Remagen Sinzig (Rhein) Bad Breisig Brohl Namedy Andernach Weißenthurm Mülheim-Kärlich Koblenz-Lützel Koblenz Stadtmitte Koblenz Hbf Rhens Spay Boppard Hbf Boppard-Bad Salzig Boppard-Hirzenach Sankt Goar Oberwesel Bacharach Niederheimbach Trechtingshausen Bingen (Rhein) Hbf Bingen (Rhein) Stadt – Bingen-Gaulsheim Gau Algesheim Ingelheim Heidesheim (Rheinhessen) Uhlerborn Budenheim Mainz-Mombach Mainz Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021
60 min
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Eine Autofähre[24] verbindet die Gemeinde mit Lorch auf der anderen Rheinseite. Außerdem liegt Niederheimbach am Fernwanderweg Rheinburgenweg und am Rundweg Schellengang.

Söhne und Töchter

  • Joseph Fink (* 1868; † nach 1933), Politiker (Zentrum)

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

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