Don Beck (Unternehmensberater)

US-amerikanischer Management-Berater und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Donald Edward „Don“ Beck (* 31. Januar 1937 in Purcell[1], Oklahoma; † 24. Mai 2022 in Denton, Texas)[2] war ein US-amerikanischer Management-Berater und Koautor, zusammen mit Chris Cowan, des Buches Spiral Dynamics. Beck hat aus dem Werk seines Mentors Clare Graves ein Modell vom Wertewandel und dem Wandel der Kulturen entwickelt (die „Spiral Dynamics“). Beck war Mitbegründer des National Values Center in Denton (Texas) und CEO der Spiral Dynamics Group, Inc, die dieses Modell international vermarkten. In diesen Funktionen wendete Beck das System der „Spiral Dynamics“ selbst an.[3][4]

Don Beck

Leben und Wirken

Beck ist der Sohn von Louie W. (1912–1984) und Bertha Mae Beck (1913–1997). Er hatte eine Schwester Beverly Beck Elder.[5][6] Beck schloss 1954 die Purcell High School ab und setzte seine Ausbildung 1958 mit einem Bachelor-Abschluss am Abilene Christian College fort. Im Jahre 1959 folgte ein Master-Abschluss in Theologie und Kommunikationswissenschaft an derselben Hochschule, Abilene Christian University, Abilene (Texas).

1959 heiratete er seine große Liebe Patricia Jane Watson († 2028[7]), die Becks hatten drei Kinder.

1966 promovierte er an der University of Oklahoma in Kommunikations- und Sozialpsychologie mit einem Schwerpunkt auf Systemdynamik und gesellschaftlichem Wandel. Seine Dissertation untersuchte die psychologischen Faktoren, die zum Amerikanischen Bürgerkrieg beitrugen.[8]

Von 1961 bis 1981 lehrte Beck an der University of North Texas (damals North Texas State University), wo er verschiedene Positionen im Fachbereich Rhetorik und Theater innehatte. Während dieser Zeit entwickelte er ein besonderes Interesse an kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Neben seiner Beratungs- und Autorentätigkeit blieb er auch später in der Hochschullehre aktiv. So war er von 1998 bis 1999 als Lehrbeauftragter an der Conoco Corporate University tätig und lehrte von 2000 bis zu seinem Tod an der Adizes Graduate School.[9]

1974 wurde Beck durch einen Artikel des Psychologen Clare W. Graves in der Zeitschrift The Futurist auf dessen Theorie der „Emergent Cyclical Levels of Existence“ aufmerksam. Nach einer ersten persönlichen Begegnung im Jahr 1975 begann eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden. Aufgrund von Graves angeschlagenem Gesundheitszustand widmete sich Beck zunächst der Dokumentation und Sicherung von dessen Forschungsergebnissen. Später schloss sich Christopher C. Cowan dem Projekt an, der Doktorand bei Beck war. Beck und Cowan verließen 1981 die Universität, um sich ganz der Weiterentwicklung und Anwendung von Graves Arbeiten zu widmen. Gemeinsam bereiteten sie dessen Forschung für ein breiteres Publikum auf und entwickelten daraus das Modell Spiral Dynamics, das sie 1996 in ihrem gleichnamigen Buch veröffentlichten.

Ab den 1980er Jahren war Beck international als Berater, Autor und Vortragender tätig. Im Rahmen seiner Beratungstätigkeit in Südafrika arbeitete er mit politischen und gesellschaftlichen Akteuren während des Übergangs von der Apartheid zur Demokratie zusammen. Gemeinsam mit Graham Linscott, einem südafrikanischen Journalisten, veröffentlichte er 1991 das Buch The Crucible: Forging South Africa's Future, in dem er seine Erfahrungen und Analysen dieses Transformationsprozesses darlegte.

Beck wandte die Konzepte von „Spiral Dynamics“ auf Organisationsentwicklung, gesellschaftlichen Wandel und Konfliktmanagement an. Er war „Fellow“ bei Gallup. Er diente den South African Springboks (Gewinner der Rugby-Weltmeisterschaft 1995) als Teampsychologe[10] und beriet die Dallas Cowboys,[11] New Orleans Saints, die Texas Rangers (Baseball) und das Olympische Komitee der USA für Leichtathletik. Er schrieb darüber hinaus auch eine Sportkolumne für die Dallas Morning News. Beck lebte in Denton, Texas und wurde in Purcell bestattet.

Konzeptualisierung der „Spiral dynamics“

Die von Beck und Cowan entwickelte Theorie „Spiral Dynamics“ geht auf die Arbeiten des Psychologen Clare W. Graves zurück. Graves entwickelte mit seiner Theorie der „Emerent Cyclical Levels of Existence“ (deutsch: „Theorie der auftauchenden zyklischen Existenzebenen“) ein Modell menschlicher Entwicklung, das davon ausgeht, dass Individuen und Gesellschaften als Reaktion auf sich verändernde Lebensbedingungen unterschiedliche Wert- und Bewusstseinssysteme ausbilden. Diese Systeme entstehen nach Graves nicht zufällig, sondern folgen einer wiederkehrenden Abfolge von Anpassungsprozessen an die jeweiligen existenziellen Herausforderungen. Zur Beschreibung dieser Entwicklungsstufen verwendete Graves ein System aus Buchstaben- und Zahlenbezeichnungen.

Auf Grundlage dieser Forschung entwickelten Don Beck und Christopher C. Cowan das Modell „Spiral Dynamics“, das sie 1996 in ihrem gleichnamigen Buch veröffentlichten. Sie überführten die von Graves beschriebenen Wertesysteme in ein farbcodiertes Modell und führten die Metapher einer Spirale ein, um die fortlaufende Entwicklung und das Nebeneinander verschiedener Wertemuster zu veranschaulichen. Darüber hinaus prägten sie den Begriff der „vMemes“ (englisch Value Memes) zur Bezeichnung der jeweiligen Wertesysteme.

Während Graves seine Theorie vor allem als psychologisches Modell zur Beschreibung menschlicher Entwicklung verstand, erweiterten Beck und Cowan deren Anwendungsbereich auf Organisationen, Unternehmen, politische Systeme und gesellschaftliche Veränderungsprozesse. Insbesondere Beck nutzte Spiral Dynamics in der Organisations- und Unternehmensberatung sowie bei der Analyse kultureller und gesellschaftlicher Transformationsprozesse.

Beratertätigkeit

Becks langjährige Beratertätigkeit führte ihn in so unterschiedliche Bereiche wie die Downing Street Nr. 10 wo er Tony Blairs politische Abteilung beriet. Er diente Bill Clinton als strategischer Berater und wurde während dessen Präsidentschaft hinzugezogen, um bei innenpolitischen, gesellschaftlichen und rassischen Konflikten zu beratend aktiv zu werden. Im Süden Chicagos, beriet er administrative Einrichtungen, um die Probleme von Schulen in sozial benachteiligten Vierteln anzugehen, die Weltbank, um die Zukunft Afghanistans zu erörtern; und die Vorstände großer Banken, Energiekonzerne, Fluggesellschaften und Regierungsbehörden.[12][13][14][15]

Bibliografie

Hörbuch

  • Spiral Dynamics Integral. Sounds True, Boulder, 2006

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI