Eagle-1 (europäischer Satellit)
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Eagle-1 ist ein geplanter europäischer Satellit zur Erprobung von satellitengestützter Quantenschlüsselverteilung (Quantum Key Distribution, kurz QKD).[1] Der Satellit wird von einem Industriekonsortium unter der Leitung von SES Techcom mit Unterstützung durch die Europäische Weltraumorganisation (ESA) entwickelt. Betreiber der Mission wird SES Techcom sein; finanziert wird sie von der Europäischen Kommission und der ESA.[1][2] Der Satellit soll Ende 2026 oder Anfang 2027 auf einer Vega-C vom Weltraumbahnhof Guayana in eine niedrige Erdumlaufbahn gestartet werden.[1]
| Eagle-1 | |
|---|---|
| Phase: D / Status: im Bau | |
| Typ | Technologieerprobungssatellit |
| Organisation | SES Techcom, ESA |
| Missionsdaten | |
| Startdatum | 2026/2027 (geplant) |
| Startplatz | Weltraumzentrum Guayana |
| Trägerrakete | Vega-C |
| Missionsdauer | mindestens 3 Jahre (geplant) |
| Bahndaten | |
| Bahnhöhe | niedrige Erdumlaufbahn |
| Allgemeine Raumfahrzeugdaten | |
| Hersteller | Sitael (Satellitenbus) Tesat-Spacecom (Nutzlast) |
| Nutzlastdaten | |
| Instrumente |
QKD-Nutzlast mit optischem Laserterminal SCOT80 |
Hintergrund
Die Vereinbarung zur Realisierung der Mission wurde im September 2022 auf dem International Astronautical Congress in Paris unterzeichnet.[2] EAGLE-1 soll die Machbarkeit satellitengestützter QKD-Verbindungen zwischen dem Weltraum und optischen Bodenstationen demonstrieren und Missionsdaten für die geplante europäische Quantenkommunikationsinfrastruktur EuroQCI liefern.[1] Das Projekt wird im Rahmen des ESA-Programm ARTES unterstützt und aus Beiträgen Deutschlands, Luxemburgs, Österreichs, Italiens, der Niederlande, der Schweiz, Belgiens und Tschechiens sowie durch die Europäische Kommission im Rahmen von Horizont Europa mitfinanziert.[3][4]
Technik und beteiligte Organisationen
Raumsegment
Die Satellitenplattform wird vom italienischen Raumfahrtunternehmen Sitael geliefert.[1] Die QKD-Nutzlast entwickelt und integriert Tesat-Spacecom. Sie umfasst nach Angaben von Tesat ein optisches Terminal des Typs SCOT80 sowie das QKD-Modul des Satelliten.[4] Fachveröffentlichungen aus dem Projekt beschreiben die Nutzlast als System mit Quantenzufallsgenerator, QKD-Prozessor, QKD-Sender und klassischem optischen Kommunikationsmodem.[5]
Am QKD-Sender arbeitet unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Nach Angaben des DLR ist das Institut für Kommunikation und Navigation für Entwicklung, Software und Firmware dieses Senders zuständig.[6]
Bodensegment
In der Anfangsphase soll EAGLE-1 als Bodenstation die „Optical Ground Station Oberpfaffenhofen“ des DLR nutzen. Diese dient der Erprobung des optischen Links und der Nutzlast im Orbit.[1][6]
Daneben entsteht in den Niederlanden eine weitere optische Bodenstation für die Mission. Deren Entwicklung wird von TNO und Airbus Netherlands geleitet; TNO ist für Systementwurf, adaptive Optik und Systemengineering zuständig, Airbus Netherlands für Steuerungsplattform und Implementierung.[7] Weitere Beiträge leisten Officina Stellare (Teleskop und Kuppel), Celestia-STS (optisches Digitalmodem) und Demcon (Wellenfrontsensor).[7]
Start
SES beauftragte Arianespace mit dem Start von EAGLE-1 auf einer Vega-C.[3] Mit Stand Juni 2026 ist der Start für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen.[1]