Harmony (Satelliten)
Erdbeobachtungsmission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA)
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Harmony (während der Konzeptphase auch als Stereoid bezeichnet) ist eine geplante Erdbeobachtungsmission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), deren Start für den Zeitraum von 2029 bis 2030 vorgesehen ist.[1][2] Das Missionskonzept ist Teil des „FutureEO“-Programms der ESA und stellt die zehnte Mission innerhalb der Earth-Explorer-Reihe dar. Es umfasst zwei identische Satelliten, die in einer engen Formation mit einem Copernicus-Sentinel-1-Satelliten fliegen sollen.[3] Wissenschaftlicher Leiter (Lead Investigator) ist Paco López-Dekker von der Technischen Universität Delft, das Projektmanagement bei der ESA liegt bei Florence Hélière.[1][4]
| Harmony | |
|---|---|
| Phase: C / Status: in Vorbereitung | |
| Typ | Erdbeobachtungssatelliten (zwei Kleinsatelliten) |
| Organisation | ESA |
| Missionsdaten | |
| Startdatum | 2029 oder 2030 (geplant) |
| Trägerrakete | Ariane 6 oder Vega C (in Prüfung) |
| Bahndaten | |
| Bahnhöhe | niedrige Erdumlaufbahn |
| Allgemeine Raumfahrzeugdaten | |
| Hersteller | OHB |
| Nutzlastdaten | |
| Instrumente |
|
| Sonstiges | |
| Vorherige Mission | FORUM |
| Nachfolgende Mission | Wivern |
Missionsziele
Über Landflächen soll Harmony millimetergenau Verschiebungen der Erdoberfläche erfassen, die im Zusammenhang mit Vulkanismus und Erdbeben stehen. Zudem ist die Untersuchung der Dynamik von Gletschern und Eisschilden vorgesehen. Über den Ozeanen liegt der Schwerpunkt auf der Messung von Oberflächenwinden, Wellen, Meeresströmungen sowie der Erfassung von Wolkenbewegungen und Temperaturgradienten der Meeresoberfläche.[5]
Wissenschaftliche Nutzlast
Beide Satelliten werden mit einem rein passiven Synthetic Aperture Radar (SAR) ausgestattet. Dieses Radarsystem sendet keine eigenen Signale aus, sondern empfängt die vom primären Sentinel-1-Satelliten reflektierten Radarwellen, um bistatische Radarmessungen zu ermöglichen.[3][6]
Als zweites Hauptinstrument führt jeder Satellit ein mehrstrahliges thermisches Infrarotinstrument mit sich. Während des Missionsverlaufs sollen die Satelliten flexibel zwischen interferometrischen und stereoskopischen Formationskonfigurationen wechseln, um dreidimensionale Datenstrukturen der Erdoberfläche und der Atmosphäre zu generieren.[3]
Projektgeschichte
Im September 2018 wählte die ESA das Konzept unter dem damaligen Namen „Stereoid“ als einen von drei Kandidaten für die zehnte Earth-Explorer-Mission aus.[7] Zur praktischen Erprobung des Messprinzips wurde im März 2022 eine Testkampagne mit zwei in Formation fliegenden Flugzeugen über den niederländischen Watteninseln durchgeführt.[8]
Die formelle Zusage zur Implementierung und Budgetierung durch die ESA-Mitgliedstaaten erfolgte im September 2022.[1] Im Oktober 2024 vergab die ESA den Hauptauftrag für den Bau der Satelliten mit einem Vertragsvolumen von rund 280 Millionen Euro an das deutsche Raumfahrtunternehmen OHB.[4] OHB beauftragte daraufhin im November 2024 den Technologiekonzern ABB mit der Entwicklung und Fertigung der thermischen Infrarotsensoren.[9]
Hinsichtlich des Transports in den Weltraum sah der ESA-Plan bis Juni 2025 den Einsatz einer Vega C (Block 2) vor.[2] Im Mai 2026 gab die ESA jedoch bekannt, dass aufgrund veränderter Missionsparameter ein Wechsel des Trägersystems auf eine Ariane 6 (in der Konfiguration Ariane 62) sowie eine Verschiebung des Startfensters auf Anfang 2030 geprüft wird.[2]
Weblinks
- Informationsbroschüre: Bringing Harmony to a dynamic world (PDF, englisch)
- Earth Explorer 10 Candidate Mission Harmony: Report for Mission Selection (PDF, englisch)