Eichelbach (Nidda)

Nebenfluss der Nidda From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Eichelbach ist ein gut 18 km langer Bach aus dem Vogelsberg, der in Eichelsdorf (Nidda) von links und Osten in die Nidda mündet.

Schnelle Fakten
Eichelbach
Der Eichelbach in Eichelsdorf

Der Eichelbach in Eichelsdorf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 24812
Lage Osthessisches Bergland

Deutschland

Flusssystem Rhein
Abfluss über Nidda Main Rhein Nordsee
Quelle im Vogelsberg nördlich des Hoherodskopfes und östlich von Schotten-Breungeshain
Quellhöhe ca. 700 m ü. NHN
Mündung bei Nidda-Eichelsdorf in die Nidda
50° 27′ 18″ N,  3′ 18″ O
Mündungshöhe 165 m ü. NHN
Höhenunterschied ca. 535 m
Sohlgefälle ca. 29 
Länge 18,2 km[1]
Einzugsgebiet 37,619 km²[1]
Abfluss am Pegel Eichelsachsen[2]
(62,7 % des Einzugsgebiets)
AEo: 23,6 km²
MQ
Mq
363 l/s
15,4 l/(s km²)
Abfluss[3]
AEo: 37,619 km²
an der Mündung
MQ
Mq
395,5 l/s
10,5 l/(s km²)
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Name

Der Fluss wurde 1016 als „Nitigis“ erstmals schriftlich erwähnt. Dieser Name setzte sich zusammen aus dem Flussnamen Nidda (782 Nitta) und dem Suffix *-gis-, das sich vom germanischen Verb *gais- für „antreiben, lebhaft bewegen, bewegt sein“ ableitet.[4]

Geographie

Verlauf

Der Eichelbach entspringt an der Westseite des zentralen Vogelsbergs, etwa 600 Meter nördlich des Hoherodskopfes und etwa 800 Meter westlich von dessen höchster Erhebung Taufstein (773 m). Die Quelle liegt nahe der unteren Waldkante in einer gebüschbestandenen Wiese zwischen der Jugendherberge und einer Landesstraßengabel etwa 1,8 km nordöstlich von Schotten-Breungeshain. Von hier fließt der Bach bald gehölzbegleitet nach Südwesten, durchzieht Breungeshain und passiert danach Busenborn am rechten Hang. Die danach folgenden Talorte Eschenrod, Wingershausen – oberhalb Wingershausen durchfließt er das Naturschutzgebiet "Wingershäuser Schweiz" mit seinen steilen Uferrandlagen – und Eichelsachsen durchquert er wieder. Danach fließt er westlicher, mäandrierend, durch einen Wiesengrund in Richtung Nidda-Eichelsdorf, in welchem er dann von links und Osten in die Nidda mündet, deren Quelle weniger als zwei Kilometer nordnordöstlich der seinen liegt.

Einzugsgebiet

Der Eichelbach fließt in einem bis zu 3,5 km breiten offenen Tal, das von zahlreichen Hecken durchzogen wird und dessen Höhenrücken links immer, rechts meist bewaldet ist. Sein Einzugsgebiet grenzt von der Mündung ganz im Westen längs der nordwestlichen Wasserscheide bis in den Norden an das der Nidda. Östlich der Vogelsberggipfel nahe bei der Eichelbachquelle läuft die Altfell über Schlitz und Fulda zur Weser, hier ist die Eichelbach-Wasserscheide also zugleich die Hauptwasserscheide des Rheins zur Weser. An der Südostseite konkurriert die weit unterhalb zur Nidda laufende Nidder, meist über ihren rechten Zufluss Hillersbach. Am westlich ziehenden Unterlauf laufen jenseits der linken Wasserscheide kleinere Zuflüsse zur abwärtigen Nidda.

Zuflüsse

  • Eckardsbach (Waidbach) (links), 6,5 km
  • Schandwiesenbach (links), 3,5 km

Flusssystem Nidda

Orte im Tal

mit ihren Gebietszugehörigkeiten. Nur die Ortschaften jeweils tiefster Schachtelungsebene liegen am Lauf.

Charakter

Hochwasser 1826

Am 3. Juni 1826 – Pfingstsamstag – nachmittags gegen 5 Uhr fiel im oberen Eicheltal ein Wolkenbruch, der die an dem sonst so kleinen Bach liegenden Ortschaften Eschenrod, Wingershausen und Eichelsachsen mit einer Flutwelle überschwemmte. Die hereinstürzenden Wassermassen vernichteten in Eschenrod 26 Gebäude und mehrere Brücken. 21 Menschen fanden in Eschenrod den Tod in den Fluten, die sich hier bis auf circa 30 Fuß = circa 9 Meter aufstauten. In Wingershausen verlor eine Frau ihr Leben. In Eichelsachsen wurde eine Witwe mit 4 ihrer Kinder in den Tod gerissen.

Quelle: Chronik von Wingershausen 2016, Herausgeber: Stadt Schotten in Verbindung mit dem Arbeitskreis Historie Wingershausen

Gewässergüte

Die Gewässergüte des Eichelbaches wird als gut eingestuft.[5] Im Sommer 2015 wurde das Bachbett in Eichelsdorf von Indischem Springkraut befreit.[6] Oberhalb Wingershausen speist sein Wasser die 7 Fischteiche, die sich linksseitig des Baches anreihen.

Hochwasserrückhaltebecken

In den Jahren 2009 bis 2011 wurde am Eichelbach weniger als einen halben Kilometer bachaufwärts vom Ortsrand Eichelsdorfs (50° 27′ 3″ N,  3′ 54″ O) vom Wasserverband Nidda ein Hochwasserrückhaltebecken errichtet. Es hat ein maximales Speichervolumen von 390.000 m³ und eine max. Staufläche von 11,6 ha[7] und dient dem Hochwasserschutz für Eichelsdorf und die unterhalb an der Nidda liegenden Ortschaften. Statistisch gesehen hundertjährliche Hochwässer sollen damit auf die Wasserführung unter zehnjährlicher reduziert werden, fünfjährliche und geringere werden ganz durchgelassen.[8]

Dürre 2022

Im Sommer 2022 fiel der Bach während der langen Dürreperiode dieses Jahres trocken, nachdem die Hangquellen infolge des Absinkens des Grundwasserspiegels kein Wasser mehr abgaben.[9]

Fauna

Im Eichelbach kommen Bachforellen, Mühlkoppen, Bachschmerlen und Bachneunaugen vor[10].

Einzelnachweise

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