Elsendorf (Schlüsselfeld)

Gemeindeteil der Stadt Schlüsselfeld, Oberfranken From Wikipedia, the free encyclopedia

Elsendorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Elsendorf hat eine Fläche von 15,264 km². Sie ist in 1586 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9624,42 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Güntersdorf, Lach und Possenfelden.[4]

Schnelle Fakten Stadt Schlüsselfeld ...
Elsendorf
Koordinaten: 49° 45′ N, 10° 40′ O
Höhe: 289 m ü. NHN
Einwohner: 687 (31. Dez. 2022)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96132
Vorwahl: 09552
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Katholische Kuratiekirche St. Laurentius

Geografie

Durch das Pfarrdorf fließt die Reiche Ebrach. Der Ort ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. 1,5 km südwestlich erhebt sich der Gleißenberg (342 m ü. NHN). Die Staatsstraße 2260 verläuft über Attelsdorf nach Schlüsselfeld (3,5 km nordwestlich) bzw. an Güntersdorf und Volkersdorf vorbei nach Wachenroth (3,7 km östlich). Die Kreisstraße BA 50/ERH 22 verläuft nach Possenfelden (0,7 km nördlich) bzw. nach Buchfeld (3 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Gleißenberg zur Kreisstraße NEA 2 (2,6 km südwestlich), nach Frickenhöchstadt (2,8 km südlich) und nach Lach (1,6 km östlich).[5]

Geschichte

Der Ort dürfte noch während der Würzburger Kolonisation entstanden sein. Hierauf verweisen die lehnsherrlichen Ansprüche (z. B. Altzehntrechte) des Hochstifts Würzburg, die es bis 1688 behaupten konnte. Im Wesentlichen gingen die lehnsherrlichen Ansprüche an das Hochstift Bamberg über. 1217 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt.[6] Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname des Gründers, Eliso. In dieser Urkunde wurde bestätigt, dass der Bamberger Bischof Ekbert von Andechs-Meranien dem Kloster Michelsberg die Vogteirechte über den Ort schenkte. 1293 wurden vom Bamberger Bischof den Herren von Thünfeld die Vogtei über Lehen überschrieben, 1341 schließlich noch das Lehen über eine Hufe. Das Lehen wurde zu einem Burghutlehen umgewandelt. Ein weiterer Lehensträger waren die Grafen von Castell, wie aus einer Urkunde von 1442 hervorgeht. Mitte des 15. Jahrhunderts waren auch die Nürnberger Patrizier Rieter im Ort begütert. 1553 wurde der Ort im Zweiten Markgrafenkrieg geplündert. 1690 wurde erstmals ein Schulmeister im Ort bezeugt.[7] 1688 gab es im Ort 16 Anwesen, die dem würzburgischen Amt Schlüsselfeld unterstanden. Diese gelangten im selben Jahr durch Tausch an das Hochstift Bamberg.[8]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Elsendorf aus 41 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Wachenroth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bambergische Kastenamt Wachenroth. Grundherren waren das Hochstift Bamberg (Kastenamt Höchstadt: 3 Güter, 1 Häuslein und Kastenamt Wachenroth: 6 Höfe, 3 Höflein, 2 Wirtshäuser, 1 Schenkstatt, 1 Mühle, 1 Ziegelei, 19 Sölden, 2 Hirtenhäuslein), das Kloster Michelsberg (Kastenamt Gremsdorf: 1 Hof) und das Rittergut Weingartsgreuth (1 Gut).[9] 1800 gab es im Ort 34 bambergische Untertansfamilien.[8]

1802 kam Elsendorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Elsendorf gebildet, zu dem bzw. zu der Güntersdorf, Lach, Possenfelden und Reumannswind gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand ein Anwesen dem Patrimonialgericht Weingartsgreuth (bis 1848).[10] Ab 1862 gehörte Elsendorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Bamberg). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Bamberg. Die Gemeinde hatte 1952 eine Gebietsfläche von 17,619 km².[11] Nach 1950, jedoch vor 1961 wurde ein Gebiet abgetreten, wodurch sich die Gebietsfläche auf 15,052 km² verringerte.[12]

Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Elsendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Schlüsselfeld eingegliedert.[13] Der ehemalige Gemeindeteil Reumannswind wurde schließlich am 1. Januar 1982 an den Markt Wachenroth abgetreten.[14][15]

Baudenkmäler

In Elsendorf gibt es elf Baudenkmäler:[16]

  • Angerweg 3, 5: Stadel
  • Braugasse 2: Brauerei Gasthaus Stern
  • Dorfstr. 10: Gasthaus Fritz Windfelder
  • Dorfstr. 19: Katholische Kuratiekirche St. Laurentius
  • Dorfstr. 23: Ehemaliges Schloss
  • Gleißenberger Straße 2: Türrahmen
  • Gleißenberger Str. 3: Wohnstallhaus
  • Heiligenhäuschen
  • Bildstock
  • Statue des heiligen Nepomuk

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Elsendorf gibt es drei Bodendenkmäler.[16]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Elsendorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181918401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 469547510506520554571566597597555567568582600586575579588817785757659674
Häuser[17] 1009998103102116126
Quelle [18][19][19][19][20][21][22][23][24][25][26][19][27][19][28][19][29][19][19][19][11][19][12][30]
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Ort Elsendorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001819001861001871001885001900001925001950001961001970001987002019002022
Einwohner 223246277292278270420368377410627687
Häuser[17] 485052627096
Quelle [18][20][22][25][27][29][11][12][30][31][1]
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Religion

Elsendorf ist römisch-katholisch geprägt und gehört bis heute zur Kirchengemeinde St. Laurentius (Elsendorf).[9] Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Schlosskirche (Weingartsgreuth) gepfarrt.[12]

Literatur

Commons: Elsendorf (Schlüsselfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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