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Ernst Schwarz (Sinologe)

österreichischer Sinologe und Übersetzer From Wikipedia, the free encyclopedia

Ernst Schwarz (chinesisch (恩斯特) 施華滋 / 施华滋, (Ēnsītè) Shī Huázī, * 6. August 1916 in Wien, Österreich-Ungarn; † 6. September 2003 in Münichreith, Bezirk Melk) war ein österreichischer Sinologe, Übersetzer und Schriftsteller.

Leben

In Wien

Ernst Josef Schwarz entstammte einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aus Wien-Hietzing. Seine Eltern, Desiderius und Bertha Schwarz,[1] besaßen zusammen mit der Familie Fischl ein Geschäft in der Mariahilfer Straße.[2] Er hatte einen Bruder (Egon, 1904–1976)[3] und zwei Schwestern (Lilli, 1907–1970[4], und Francisca, 1909–2000)[5]. Nach der Matura (Reifeprüfung) am Gymnasium Fichtnergasse (Bundesgymnasium Wien XIII) begann er 1935 ein Medizin-Studium an der Universität Wien und wechselte 1938 zur Philosophischen Fakultät (Ägyptologie und Alte Geschichte).[6] Nach dem Anschluss des „Ständestaates“ Österreich an das Deutsche Reich 1938 musste er als sogenannter „Volljude“ lt. Reichsbürgergesetz und aufgrund seines sozialdemokratischen Engagements[7], erst die Universität[8] und wenig später – förmlich über Nacht – aus dem Land fliehen. Über den Hafen von Neapel verließ er Europa.

In Shanghai

Er gelangte, wie einige Monate später sein (inzwischen in Wien enteigneter) Bruder Egon, auf dem Seeweg nach Shanghai, einer der damals weltweit wenigen Stätten, die Juden und andere Flüchtlinge ohne Visum und mittellos aufnahmen.[9] Er erlebte das durch Fremdmächte beherrschte, international geprägte Shanghai anfangs noch als faszinierendes Abenteuer, mit allerdings erheblichen sozialen Differenzen, bei denen statt der Juden die Chinesen stark diskriminiert wurden. Schwarz lernte im Selbststudium Chinesisch, während er gleichzeitig als Gymnastiklehrer und Boxtrainer tätig war. Von Juni bis Dezember 1938 war seiner Verlobten Annemarie Hecht (1917–2002)[10] per Arbeitsvertrag in London und New York, dann über Vancouver die Weiterreise nach Shanghai geglückt, im Januar 1939 heirateten sie dort. In einem Teil des Wohnhauses in der French Concession gründete Annemarie einen kleinen internationalen Montessori-Kindergarten, während er neben seiner Arbeit erste Kontakte zu buddhistischen Klöstern pflegte, was ihn prägen sollte und ihm u. a. die Interpretation altchinesischer Originaltexte nahebrachte. Während der japanischen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg änderten sich ab 1941 (Pazifikkrieg) die Lebensbedingungen für jüdische Emigranten und Exilanten gravierend,[11] insbesondere durch das Shanghaier Ghetto in Hongkou.[12][13][14] Für die nach 1937 aus Mitteleuropa Eingereisten ohne (oder mit abgelaufenem) Pass[15] drohten abermals politische Verfolgungen, die per „Proclamation concerning Restrictions of Residence and Business of Stateless Refugees“[16] verstärkt durchgesetzt wurde. Rettung bot ihm für zwei Jahre das von Fan Cheng (范诚) geführte buddhistische Kloster „Tempel des Guan Di“ (關帝廟, Guāndì Miào) im Süden Shanghais.[17] Seine ebenfalls jüdische Frau hatte einen gewissen formalen Schutz durch ihre Einreise aus Amerika, für ihn galt dies nicht. Das Ehepaar trennte sich, 1944 heiratete sie Friedrich Pordes und blieb noch bis 1949 in Shanghai.

In Nanjing

Im Herbst 1945 zog er für zwei Jahre erneut in ein buddhistisches Kloster, den „Tempel des Alten Waldes“ (古林思, Gǔlín Sī)[18] in Nanjing, und arbeitete freiberuflich als Übersetzer. Während seiner Tätigkeit in der Nationalen Zentralbibliothek in Nanjing[19] wirkte er zusammen mit der Dichterin Mao Yumei (茅于美, 1920–1998)[20] an dem Prestigeobjekt, die umfangreiche Sammlung „Quellen der Gedichte im Alten Stil“ (古詩源, Gǔshīyuán)[21] von Shen Deqian (沈德潜, 1673–1769) ins Englische zu übersetzen; nach einem Viertel des Werkes scheiterte dies zwar an einer beiläufigen Intervention des Gelehrten Hu Shi, doch das Interesse an chinesischer Lyrik war durch diese Zusammenarbeit entscheidend vertieft.[22] 1946/1947 unterrichtete Schwarz englische Literatur an der Private University of Nanking.

1947 wurde er Sekretär an der Österreichischen Gesandtschaft in China (Austrian Legation in China – 奧地利駐華全使館) in Nanking (Nanjing), damals Hauptstadt der Republik China. Hier war er beteiligt, als 1949 mit Hilfe des US-amerikanischen Botschafters John Leighton Stuart (1876–1962) gute Beziehungen zwischen der neu gegründeten Volksrepublik China und den USA aufgebaut werden sollten;[23] diese Bemühungen wurden 1950 durch die Regierung Truman im Zuge des Koreakrieges gestoppt (US-Embargo gegenüber der VR China). Neben seiner offiziellen Tätigkeit initiierte Ernst Schwarz mit dem Gesandten Felix Stumvoll (1883–1951) die Begründung der Sino-Austrian Cultural Association (SACA).[24] Zhu Jiahua (朱家驊, 1893–1963), Bildungsminister in der Kuomintang-Regierung, spielte hierbei eine einflussreiche Rolle, indem er wichtige Kontakte zu diesem Zweck aufbaute. Unter den renommierten SACA-Unterstützern befand sich Zong Baihua (宗白華 / 宗白华, 1897–1986)[25], mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte;[26] ihr gemeinsamer Aufsatz von 1949, der im halbmonatlichen „Neuen China-Magazin“ (新中華雜誌, Hsin Chung-Hua Tsa Chih) veröffentlicht wurde, gilt als Vorstufe zu einem Hauptwerk Zongs, dem „Ästhetischen Spaziergang“ (美学散步[27]).[28]

In der Volksrepublik China

Nachdem Österreich 1950 die Gesandtschaft aus politischen Gründen geschlossen und zudem die meisten Ausländer China verlassen hatten,[29] blieb Schwarz aus tiefem Interesse an der alten Kultur und der Aufbruchsstimmung der neuen Volksrepublik. Er wurde wieder Übersetzer, diesmal für den Verlag für fremdsprachige Literatur in Peking. Von 1958 bis 1960 unterrichtete er Englisch an der Universität[30] von Hangzhou. Hier begegnete er 1958 Xia Chengtao (夏承焘, 1910–1986), der als Pionier der chinesischen Philologie gilt; als Professor und Akademiemitglied forschte er zur Poesie der Tang- und Song-Dynastie und wurde für Ernst Schwarz zu einem wichtigen Diskussionspartner und Freund.[31]

Das Ziel einer klassenlosen Gesellschaft versuchten die Maoisten durch wechselnde, häufig radikale Kampagnen zu beschleunigen, in denen u. a. pauschal nach „Abweichlern“, „Konterrevolutionären“, „bourgeoisen“ Personen usw. gesucht wurde, zwecks öffentlicher Degradierung oder praktischer „Umerziehung“, was tödlich enden konnte. Während der Zeit des „Großen Sprungs nach vorn“ wurden auch an den Universitäten regelmäßige Land- und Industriearbeiten bei Hungerrationen gefordert. 1959 blieb seine Hepatitis ohne medizinische Hilfe; hinzu kamen Kontaktverbote für die Universitätsangehörigen ihm gegenüber, selbst die Tätigkeit als freier Übersetzer wurde ihm verboten. Aufgrund der zunehmend lebensbedrohlichen Repressalien sah er sich gezwungen, mittels eines Schreibens an Mao Zedong eine Ausreise aus der Volksrepublik zu erwirken. Strenge Vorschriften verhinderten eine direkte Rückkehr in ein kapitalistisches Land wie Österreich (zumal keine offiziellen diplomatischen Beziehungen mehr existierten), so dass er sich an das Konsulat der DDR wandte.

In der DDR und Österreich

Per Frachtschiff, über die Route Nordkorea, Burma, Großbritannien und Belgien, gelangte Schwarz mit seiner Frau Amina Agischewa (1922–?)[32], einer aus Harbin stammenden Tatarin, die er 1953 geheiratet hatte, und der zweijährigen Tochter im Dezember 1960 in die DDR.[33] Weiterhin österreichischer Staatsbürger[34], unterrichtete er von 1961 bis 1970 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Lektor am Ostasiatischen Institut der Humboldt-Universität in Berlin (Ost) chinesische Sprache und Literatur. 1965 wurde er ebenda über die Forschung zum altchinesischen Dichter Qu Yuan[35] aus der Zeit der Streitenden Reiche zum Doktor der Philosophie promoviert. Nachdem er aus dem Dienst der Universität ausgeschieden war, lebte er als freier Übersetzer und hielt gelegentlich Vorträge; Bundeskanzler Bruno Kreisky vermittelte ihm einen Lehrauftrag an der Diplomatischen Akademie Wien. Schwarz pflegte u. a. persönliche Bekanntschaft zum Handelsminister Fritz Bock, einem Jugendfreund, zum damaligen Außenminister Rudolf Kirchschläger, zur Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg, zur Gesundheitsministerin Ingrid Leodolter, zum Diplomaten Friedrich Hoess und zum Magistratsdirektor Josef Bandion. Viele seiner Aktivitäten sollten einer Förderung des kulturellen und wirtschaftlichen Austausches zwischen der DDR, Österreich und China dienen. Hierbei waren seine zahlreichen Kontakte in Verbindung mit seiner österreichischen Staatsbürgerschaft, aber z. T. auch seine Mitgliedschaften in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), im Schriftstellerverband der DDR und im PEN International (PEN-Zentrum der DDR bzw. Deutsches PEN Zentrum Ost)[36][37] hilfreich. Per Umgang zu Josef Bandion und dem damaligen stellvertretenden DDR-Kulturminister Klaus Höpcke wurden so beispielsweise DDR-Schriftsteller in die Lage versetzt, in Wien (vergütete) Buchlesungen und Vorträge zu halten.

In den 1980er Jahren besuchte er erstmals wieder China, u. a. zu Vorträgen an der Zhejiang-Universität Hangzhou. 1984 kam es zur erneuten Begegnung mit seinem Jugendfreund Wang Zhimin (王志民, 1926–?), den er 1946 in Nanjing als Journalisten kennengelernt hatte.[38] Dieser war seit der Hundert-Blumen-Bewegung als „Rechtsabweichler“ in China wiederholt verbannt worden, nach seiner Rehabilitierung wurde er 1980 wieder im chinesischen Volksverlag (人民出版社, Rénmín Chūbǎnshè, Beijing)[39] tätig; Ende der 1980er Jahre war Wang Leitungsmitglied ebenda. Hieraus entstanden im Klima der zunehmenden Reform- und Öffnungspolitik Deng Xiaopings weitere Initiativen zum Austausch mit China. Neben seinen eigenen Reisen war es Ernst Schwarz ein Bedürfnis, u. a. die nun möglichen Delegationen chinesischer Schriftsteller in der DDR oder in Österreich fördernd zu begleiten.[40]

Zusammen mit seiner letzten Lebensgefährtin, der Ärztin Doris Töpelmann (1936–1997), kehrte er 1993 von Berlin nach Österreich zurück, in den Ort Münichreith am Ostrong im Waldviertel, wo er seine letzten Lebensjahre weiterhin schöpferisch verbrachte. 1994 wurde in Wien seine ehemalige informelle Tätigkeit für das Ministerium der Staatssicherheit der DDR (MfS) aufgedeckt;[41] Schwarz bekannte sich zwar dazu, Berichte über den Charakter bzw. die „Verlässlichkeit“ seiner Kontaktpersonen geliefert zu haben, ohne dies jedoch öffentlich zu bereuen.

Eigene Schilderungen seiner Erlebnisse in Wien (bis 1938) und China fanden sich im Begleittext von Stein des Anstoßes und in mehreren Radio-Essays, u. a. Beschmutzt und schlammig ist die Welt... Eine Lange Nacht über Dichtung und Exil (Deutschlandfunk 11. September 2004)[42]. Die bereits für 2001 vom Verlag Das Neue Berlin angekündigte Autobiografie Tausend Tore hat die Wahrheit ist nicht mehr erschienen.

Ernst Schwarz erhielt 1981 den F.-C.-Weiskopf-Preis sowie 1992 die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.

Seine 1958 in Hangzhou geborene Tochter Melan (梅澜, Méilán – „Woge von Pflaumenblüten“), im Zuge der Übersiedlung in die DDR 1960 behördlich in Marijam Agischewa umbenannt, wurde zu einer bekannten Film- und Fernsehschauspielerin.[43]

Werk

Besonders von der halblegendären Gestalt Bodhidharmas und seiner Lehre fasziniert, beteiligte sich Ernst Schwarz 1943 bis 1944 in Shanghai als ein Mitarbeiter an der zweisprachig erscheinenden Zeitschrift „中國佛教季刊 – Buddhist China Quarterly“ (Zhōngguó Fójiào jìkān)[44], die jedoch nach drei Ausgaben ihr Erscheinen einstellen musste.[45] Im letzten Heft erschien – unter falschem Autorennamen – noch der Artikel Bodhidharma von ihm.[46] 1947 folgte eine englische Ausgabe der „Buddhistischen Essenz“ (佛法省要, Fófǎ shěng yào) von Wang Jitong (王季同, 1875–1948), einem Mathematiker und Elektroingenieur, der für seine Verbindungen von wissenschaftlichen Aspekten mit zen-buddhistischen Auffassungen bekannt wurde. Verschiedene weitere Artikel befassten sich mit der chinesischen Literatur, zumal er in Nanjing die landesweit bedeutendste Bibliothek und klassisch gebildete Experten vorfand.

Die Auftragsarbeiten, die er dann als Übersetzer ab 1950 erhielt, hauptsächlich für den Verlag für fremdsprachige Literatur in Peking, bestanden i. d. R. aus zeitgenössischen Texten. Das schloss einerseits die damals übliche sowjetische Literatur ein, von der Lyrik bis hin zu Kriegsschilderungen[47], welche er aus dem Russischen ins Chinesische übersetzte. Andererseits waren es oft chinesische sozialistische Gegenwartserzählungen, was ihn ob der wiederholt vorgelegten propagandistischen Inhalte frustrierte.[48] Nicht immer wurde er dabei als Übersetzer namentlich genannt.

Ernst Schwarz wurde vor allem bekannt durch seine Übertragungen klassischer Gedichte und philosophischer Texte aus dem Chinesischen, die beim Lesepublikum allgemein großen Anklang fanden; bezüglich Konfuzius (Lunyu), Lao-tse[49] und Tao Yüan-ming setzten sie im deutschsprachigen Raum Maßstäbe.[50][51] Hinzu kam die neue zeitgenössische chinesische Literatur, wie etwa die Anthologie Das gesprengte Grab, deren Autoren sich kritisch mit der Mao-Zedong-Ära der Kulturrevolution befassten, oder die Gedichte von Schu Ting, die durch die inoffizielle Zeitschrift „Jīntīan“ (今天 – „Heute“)[52] namhaft geworden war. Vielen Lesern erschloss er mit diesem breiten Spektrum und seinen Erläuterungen einen bis dahin kaum oder nicht auf Deutsch zugänglichen Teil der Weltliteratur. Neben eigener Lyrik verfasste er eine Reihe von Essays (hauptsächlich in der Weltbühne; im Rundfunk z. B. über chinesische „Literaturgeschichte als Geistesgeschichte“[53] sowie über die Exilanten Qu Yuan und Theodor Kramer[54].) Seine späten Veröffentlichungen griffen verstärkt buddhistische Themen auf. 1999 legte er die erste vollständige deutsche Übersetzung des Bi-Yän-Lu[55] vor, welches als subtile, inhaltlich anspruchsvolle Standardsammlung des Chan- bzw. Zen-Buddhismus gilt.

Viele der von Schwarz herausgegebenen Werke zeichneten sich durch historisch, literarisch und philosophisch kenntnisreiche Kommentare aus. Der Erfolg seiner Schriften beruhte auf der bewusst klaren, allgemeinverständlichen Wortwahl auch bei komplexen Inhalten sowie seinem eindeutigen Bekenntnis zu humanistischen Zielen. Nach Richard Wilhelm war er der zweite Sinologe im deutschsprachigen Raum, der durch eine Vielzahl von Übersetzungen mit hohen Auflagen maßgeblich zur Popularisierung des chinesischen Denkens beitrug.

Der Politikwissenschaftler, Soziologe und Schriftsteller Yu Ligong (俞力工)[56] urteilte über das vielfältige Wirken von Ernst Schwarz: „Unvoreingenommen läßt sich behaupten, dass man die zeitgenössischen Sinologen im Westen, die solch bedeutende Beiträge auf dem Feld des Kulturaustausches zwischen China und dem Westen geleistet haben, an den Fingern einer Hand abzählen kann.“[57]

Schriften (Auswahl)

  • Bodhidharma. – In: Buddhist China Quarterly Vol. II 1944 No. 1–4, S. 16–18.[58]
  • Hsiao-Shih Hu (= 胡小石, Hú Xiǎoshí) & Ernst J. Schwarz: The position of Nanking in Chinese literature (lecture delivered on November 25th, 1949). Sino-Austrian Cultural Association, Nanking, 1949. (Chinesisch/Englisch)
  • Wang Chi Min (= Wang Zhimin) & Ernst J. Schwarz: Post-War Austria, with an Introduction by Dr. F. Stumvoll, Austrian Minister to China. Austrian Information Service, Nanking [1949]. (Chinesisch)
  • Zong Baihua & Ernst J. Schwarz: Space-consciousness in chinese poetry and painting (lecture delivered on March 11th, 1949). – In: 新中華雜誌, (Xīn Zhōnghuá zá zhì, Hsin Chung-Hua Tsa Chih) Bd. 12, 1949, Nr. 10, S. 25–53. (Nachdruck des chinesischen Originals 中国诗画中所表现的空间意识 in der Sammlung von Zong Baihuas akademischen Kulturessays: 二十世纪中国学术文化随笔大系 宗白烨学术文化随笔, Chinesischer Jugendverlag, Beijing 1996, S. 223–247.)
  • Die klassische chinesische Literatur und das Weltbild Chinas im Feudalzeitalter – In: Mitteilungen des Instituts für Orientforschung Bd. X (1964) 2/3, S. 398–417.
  • Zur Problematik der Qu Yuan-Forschung. Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin, 1965.[59]
  • Das Drachenbootfest und die „Neun Lieder“[60]. – In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität (Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe) 16.3 (1967), S. 443–452.
  • Über Spätformen der Militärischen Demokratie und gentilgesellschaftlicher Verhältnisse im Chu-Staat. (Beitrag zur Diskussion „Die Ur- und Frühgeschichte und das Problem der historischen Periodisierung“) – In: Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift 10 (1969) 4, S. 479–485.
  • Norm und „Gesetz“ im Weltbild des alten China. – In: Ethnographisch-Ärchäologische Zeitschrift 16 (1975) 4, S. 637–654.
  • Zum Feudalismus in China. (Beitrag zur Diskussion „Die Ur- und Frühgeschichte und das Problem der historischen Periodisierung“) – In: Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift 16 (1975) 4, S. 655–657.
  • Der Glücksbegriff in China. (Manuskript eines Gastvortrages.) – In: Schriftenreihe des Instituts für Sozio-ökonomische Entwicklungsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien, Nr. 1/1976.[61]
  • Stein des Anstoßes. Gedichte. Rütten & Loening, Berlin 1978.
  • Damit verdien ich mir mein Paradies. Unbekannte Bildwerke in den Domen zu Magdeburg und Stendal (Gedichte); mit 75 Fotos von Ute Mahler. Verlag der Nation, Berlin 1986.
  • Der ungewöhnliche Weg der chinesischen Literatur in unserem Jahrhundert. – In: Sinn und Form 6/1989, S. 1272–1286.
  • Der alte Mönch. Gedichte zu chinesischen Tuschezeichnungen. Verlag Neues Leben, Berlin 1990.
  • Die Weisheit des alten China. Mythos – Religion – Philosophie – Politik. Kösel, München 1994.
  • Das Leben des Bodhidharma, Der Stifter des Zen. Benziger, Zürich – Düsseldorf 2000. (Roman)

Anthologien (Übersetzungen und Herausgeberschaft)

  • Erzählungen aus dem neuen China. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1955. (ohne Angabe des Übersetzers)
  • Der Reiter im grünen Gewand (Chinas Völker erzählen; Erste Folge). Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1958; Neuauflage in drei Bänden: Die schönsten Volkssagen aus China (中国最美的传说) – I. Der Reiter im grünen Gewand (青蛙骑手) ISBN 7-119-03828-1, II. Die Legende vom Reis (米的传说) ISBN 7-119-03829-X, III. Das langhaarige Mädchen (长发妹) ISBN 7-119-03830-3, Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 2005.
  • Chrysanthemen im Spiegel. Klassische chinesische Dichtungen. Rütten & Loening, Berlin 11969, 21988[62]. (ohne originale Abbildungen als bb-Taschenbuch 349, Aufbau-Verlag, Berlin – Weimar 1976)[63]
  • Lob des Steinquells. Koreanische Lyrik. Kiepenheuer, Weimar 1973. (spätere Aufl. ohne Abb. als Insel-Bücherei Nr. 1084, Insel-Verlag, Leipzig 1988)
  • Der Ruf der Phönixflöte. Klassische chinesische Prosa, Texte aus drei Jahrtausenden (2 Bde.). Rütten & Loening, Berlin 1973.
  • Von den müßigen Gefühlen. Chinesische Liebesgedichte aus drei Jahrtausenden. Kiepenheuer, Leipzig – Weimar 1978. (Lizenzausgabe als Insel-Taschenbuch Chinesische Liebesgedichte aus drei Jahrtausenden. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1980.)
  • Wang Sche-Fu (= 王實甫 / 王实甫, Wáng Shífǔ): Das Westzimmer. Ein chinesisches Singspiel aus dem dreizehnten Jahrhundert. In deutscher Nachdichtung nach den chinesischen Urtexten des Wang Sche-Fu und des Guan Han-Tsching von Vincenz Hundhausen. Insel-Verlag, Leipzig 1978. (Hrsg.[64]).
  • So sprach der Weise. Chinesisches Gedankengut aus drei Jahrtausenden. Rütten & Loening, Berlin 1981.
  • Li Tsching-dschau (Li Qingzhao), Dschu Schu-dschen (= 朱淑真, Zhū Shūzhēn): Chinesische Frauenlyrik. Tzi-Lyrik der Sung-Zeit. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1985 (dtv klassik 2151).
  • Vom Weg allen Geistes. Sentenzen aus dem alten China. Rütten & Loening, Berlin 1985.
  • Das gesprengte Grab. Erzählungen aus China. Verlag Neues Leben, Berlin 1989.
  • So sprach der Meister. Altchinesische Lebensweisheiten. Kösel, München 1994.
  • Amina Agischewa und Ernst Schwarz[65]: Die heilige Büffelfrau. Indianische Schöpfungsmythen. Kösel, München 1995. (Lizenzausgabe als Goldmann TB 13258, München 1998)
  • Ein Spiegel ist des Weisen Herz. Sinnsprüche aus dem alten China. Kösel, München 1996.
  • Ernst Schwarz und Amina Agischewa: Der Trank der Unsterblichkeit. Chinesische Schöpfungsmythen und Volksmärchen. Kösel, München 1997.
  • Die Glocke schallt, die Glocke schweigt. Zen-Buddhistische Weisheit. Benziger, Zürich – Düsseldorf 1999.
  • Der rechte Weg. Chinesische Weisheiten. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2000.

Übersetzungen

  • Djiän Be-dsan (= 翦伯赞, Jiǎn Bózàn), Schao Hsün-dscheng (= 邵循正, Shào Xúnzhèng), Hu Hua (= 胡华, Hú Huá): Kurzer Abriß der chinesischen Geschichte. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1958. (Neuausgaben ohne Nennung des Übersetzers 11964, 21982.)
  • Gao Yü-bao (= 高玉宝, Gāo Yùbǎo): Meine Kindheit. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1962.
  • Konfuzius:
    • Konfuzius: Gespräche des Meisters Kung (Lun Yü). Mit der Biographie des Meisters Kung aus den ›Historischen Aufzeichnungen‹. Vollständige Ausgabe. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1985 (dtv klassik 1080).
    • Meister Kung sprach. Aus den „Gesprächen“ des Konfuzius. Herder, Wien 1985.[66]
  • Laozi:
  • Li Nan-li (= 李南力) u. a.: Lo Tsai, der Tigerjäger und andere Geschichten. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1958.
  • Li Tai Bo: Li Tai-bo. Verlag Neues Leben, Berlin 1979 (Poesiealbum 138).
  • Liu E (= 劉鶚 / 刘鹗): Die Käfige des Herrn Präfekten. – In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 6 (1987), S. 9–16. (aus Kap. 4 und 5 des Romans Die Reisen des Lao Can (= 老殘遊記 / 老残游记, Lǎo Cán Yóujì))
  • Shu Ting: Schu Ting (Gedichte). Verlag Neues Leben, Berlin 1988 (Poesiealbum 247).[71]
  • Tao Yüan-Ming (Tao Yuanming): Pfirsichblütenquell. Gedichte. Mit zehn chinesischen Holzschnitten. Insel-Verlag Anton Kippenberg, Leipzig 1967. (Spätere Aufl. als Insel-Bücherei Nr. 1091, Insel Verlag, Frankfurt am Main – Leipzig 1992.)
  • Tao Yuanming: Prosa und Gedichte (Teil 1); Gedichte (Teil 2); Gedichte (Teil 3). – In: Hefte für Ostasiatische Literatur. Nr. 5 (1986), S. 9–23; Nr. 7 (1988), S. 41–51; Nr. 8 (1989/1), S. 63–76.
  • Tschin Dschao-jang (= 秦兆陽, Qín Zhàoyáng): Dorfskizzen. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1956.
  • Wang Chi-tung (= 王季同, Wáng Jìtóng): Buddhism in nuce. Dafalun Press (大法輪書局), Shanghai 1947.
  • 凡森金 (Konstantin Wanschenkin): 抒 情诗集. 文艺联合出版社, 上海 1955. („Sammlung lyrischer Gedichte“, Kunst- und Literaturverlag, Shanghai 1955; übersetzt aus dem Russischen ins Chinesische, Original Константин Ваншенкин: Лирические стихи, Moskau 1953)
  • Yuanwu (= 圜悟克勤 / 圆悟克勤, Yuánwù Kèqín): Bi-Yän-Lu. Aufzeichnungen des Meisters vom Blauen Fels. Koan-Sammlung. Kösel, München 1999.
  • Zong Baihua (= 宗白華 / 宗白华): Little poems of floating clouds; Poetry and I. – In: Chinese Literature 1 (1987), S. 160–167; 168–175. (Übersetzung vom Chinesischen ins Englische)

Literatur

  • Günther Albrecht, Kurt Böttcher, Herbert Greiner-Mai und Paul-Günter Krohn: Schriftsteller der DDR. 2., unveränderte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1975.
  • Carl Ludwig Lang (Hrsg.) und Ingrid Bigler (Mitarb.): Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch, Vol. 17 Schwalb – Siewert. 3., völlig neu bearb. Auf., K.G. Saur, Bern – München 1997, Spalten 31–32.
  • Martin Kern: The emigration of German sinologists 1933–1945. Notes on the history and historiographys of Chinese studies. – In: Journal of the American Oriental Society, vol. 118, no 4 (1998).
  • Bernhard Führer und Knut Walf: Ernst Schwarz (6.8.1916–6.9.2003). – In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 35 (2003/2).
  • Lutz Bieg: Schriftenverzeichnis Ernst Schwarz – unter besonderer Berücksichtigung seiner Übersetzungen aus dem Chinesischen. – In: Hefte für Ostasiatische Literatur Nr. 36 (2004/1).
  • Knut Walf: »...daß man alle Willkür, alles Machen meidet«. Zur Lektüre und Wirkung daoistischer Texte während der Nazizeit (1933–1945). – In: Orientierung 73 (2009), S. 267–272.
  • Konrad Herrmann: Über den Einfluss des Exils auf das wissenschaftlich-literarische Schaffen des österreichischen Sinologen Ernst Schwarz. – In: Mechthild Leutner & Klaus Mühlhahn (Hrsg.): Reisen in chinesischer Geschichte und Gegenwart. Erfahrungen, Berichte, Zeugnisse. Harrassowitz, Wiesbaden 2008 (Jahrbuch der Deutschen Vereinigung für Chinastudien, Bd. 4), S. 203–214.
  • Wang Zhimin: In den Strudeln. Vier Aufzeichnungen. Hrsg. u. übers. v. Konrad Herrmann. Books on Demand, Norderstedt 2011. (Original: 旋我四季, Xuánwǒ sìjì. Eigenverlag, Beijing 2009)
  • Konrad Herrmann: Begegnungen mit Ernst Schwarz. Books on Demand, Norderstedt 2012.
  • Eva Jancak: Dreizehn Kapitel. Selbstverlag, Wien 2014. (enthält eine Biografie von Ernst Schwarz)

Belege

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