Ferroglobus
Gattung der Familie Archaeoglobaceae
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Ferroglobus ist eine Gattung von Archaeen in der Familie Archaeoglobaceae. Typusart ist F. placidus. Sie ist die einzige bisher veröffentlichte Art der Gattung, aus der Metagenomik gibt es jedoch Gensequenzen (MAGs), die mindestens einer anderen Art der Gattung zugeordnet werden (Stand Anfang Oktober 2025).[1][2][3]
| Ferroglobus | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Ferroglobus | ||||||||||||
| Hafenbradl et al. 1997 |
Beschreibung
Ferroglobus ist eine hyperthermophile Gattung, die phylogenetisch dem Phylum Methanobacteriota (früher „Euryarchaeota“ genannt) zugehört. Sie besteht aus einer einzigen gültig veröffentlichten Art, F. placidus, die aus Sedimenten hydrothermaler Quellen vor der Küste der italienischen Insel Vulcano isoliert wurde. F. placidus wächst am besten bei 85 °C und einem neutralen pH-Wert. Bei Temperaturen unter 65 °C oder über 95 °C kann die Art nicht mehr wachsen. Die Zellen besitzen einen S-Layer und Archaellen (Archaeen-Geißeln). Per Metagenomik wurden Gensequenzen aus Proben vom Brothers Volcano (Brothers Seamount, nordöstlich der neuseeländischen Nordinsel) einer weiteren Art der Gattung zugeordnet.[3][2][4]
Vom Stoffwechsel her gesehen unterscheidet sich Ferroglobus sehr stark von seinen Verwandten der Gattung Archaeoglobus- F. placidus war das erste hyperthermophile Archaeon, bei dem entdeckt wurde, dass es anaerob wächst. Dies geschieht, indem der Organismus aromatische Verbindungen wie Benzoat oxidiert, gekoppelt mit der Reduktion von Eisen(III) (Fe3+) zu Eisen(II) (Fe2+). Wasserstoffgas (H2) und Sulfid (H2S) können ebenfalls als Energiequellen genutzt werden. Aufgrund seiner anaeroben Lebensweise wird Nitrat (NO3−) als terminaler Elektronenakzeptor verwendet, wodurch es in Nitrit (NO2−) umgewandelt (reduziert) wird. Thiosulfat (S2O32−) kann ebenfalls als terminaler Elektronenakzeptor verwendet werden. F. placidus war auch das erste entdeckte Archaeon, das Eisen anaerob oxidieren kann (gekoppelt an die Reduktion von Nitrat).
Es wird vermutet, dass Organismen ähnlich F. placidus auf der frühen, sauerstofffreien Erde zur Bildung von gebänderten Eisenformationen (Bändereisenerz) geführt haben könnten, wie sie häufig in alten Gesteinen zu finden sind.
Systematik
Die hier wiedergegebene Systematik (Artenliste) der Gattung basiert auf folgenden Quellen (Stand 7. Oktober 2025):
- L – List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN)[1]
- N – National Center for Biotechnology Information (NCBI)[2]
- W – World Register of Marine Species (WoRMS)[5]
- G – Genome Taxonomy Database (GTDB)[3]
Gattung Ferroglobus Hafenbradl et al. 1997(L,N,G) oder Hafenbradl, Keller, Dirmeier, Rachel, Rossnagel, Burggraf, Huber & Stetter, 1996(W)
- Spezies Ferroglobus placidus Hafenbradl et al. 1997(L,N,G) oder Hafenbradl, Keller, Dirmeier, Rachel, Rossnagel, Burggraf, Huber & Stetter, 1996(W) (Typusart(L,G))
- Spezies Ferroglobus sp015520115(G) [Ferroglobus sp. isolate S146_96(N), Ferroglobus sp. isolate S141_76_esom(N), Ferroglobus sp. isolate S139_98(N)]
- Stamm S146_96(N,G)
– Fundort: Tiefsee-Hydrothermalsediment am Brothers Volcano nordöstlich von Neuseeland (Nordinsel)(N) - Stamm S141_76_esom(N,G)
– Fundort: Tiefsee-Hydrothermalsediment am Brothers Volcano nordöstlich von Neuseeland (Nordinsel)(N) - Stamm S139_98(N,G)
– Fundort: Tiefsee-Hydrothermalsediment am Brothers Volcano nordöstlich von Neuseeland (Nordinsel)(N)
- Stamm S146_96(N,G)
Etymologie
Der Gattungsname Ferroglobus setzt sich zusammen aus dem Präfix ‚Ferro-‘ von lateinisch ferrum ‚Eisen‘ und dem Suffix ‚-globus‘ vom lat. Wort für ‚Kugel‘. Der Name Ferroglobus verweist somit auf (kleine) eisenhaltige Kügelchen.[1]
Das Art-Epitheton der Typusart F. placidus kommt von lateinisch placidus ‚friedlich‘, ‚friedliebend‘ und verweist auf die Reduktion von Nitrat, einem Bestandteil von Schießpulver.[1]