Feuerstätterkopf-Piesenkopf-Gruppe
Untergruppe der Allgäuer Alpen in Österreich und Deutschland
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Die Feuerstätterkopf-Piesenkopf-Gruppe ist eine Berggruppe und Untergruppe der Allgäuer Voralpen westlich der Iller nach der Alpen-Gliederung der SOIUSA. Das Gebiet wird regional und touristisch auch als Balderschwanger Flyschberge bezeichnet, wobei diese Bezeichnung nicht klar eingegrenzt ist.[1]
| Feuerstätterkopf-Piesenkopf-Gruppe
Balderschwanger Flyschberge
| ||
|---|---|---|
| Piesenkopf, Hörnle, Hochschelpen davor, Feuerstätterkopf | ||
| Höchster Gipfel | Feuerstätterkopf (1645 m ü. A.) | |
| Lage | zwischen Balderschwanger Tal und Rubachtal; - | |
| gebirgsmäßige Einordnung | Besler-Hittisberg-Gruppe, Allgäuer Voralpen westlich der Iller, Allgäuer Alpen | |
| Einteilung nach | SOIUSA 22.II-B.3.b | |
| Koordinaten | 47° 26′ N, 10° 5′ O | |
| Gestein | Flyschzone | |
| Fläche | 58 km² | |







Beschreibung

Die Feuerstätterkopf-Piesenkopf-Gruppe ist eine Berggruppe mit eher sanften und rundlichen Bergen, sie ist kaum besiedelt, es gibt aber zahlreiche Almen, die im Sommer bewirtschaftet werden. Zudem sind große Flächen bewaldet. Es gibt auch felsige Zonen, allerdings deutlich weniger als in den südlich und östlich angrenzenden Kalkgebirgen, auch weniger als in den nördlich angrenzenden Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämmen.
Auch ausgedehnte Moorbereiche sind vorhanden. Die Berg-Mähwiesen und die Weideflächen auf den Almen werden extensiv bewirtschaftet. Dadurch konnte der Reichtum an Lebensraumtypen und Arten erhalten werden.[2]
Das Gebiet ist zwischen Sausteigpass und Rohrmoos rund 12 km lang und zwischen Balderschwang und Hirschgund rund 7 km breit.[3]
Einordnung
Nach der SOIUSA wird die Berggruppe eingeordnet in ein hierarchisches System:
| Einordnung nach SOIUSA | ||
|---|---|---|
| Teil | II | Ostalpen |
| Sektor | II/B | Nördliche Ostalpen |
| Abschnitt | 22 | Bayerische Alpen |
| Unterabschnitt | 22.II | Allgäuer Alpen |
| Obergruppe | 22.II-B | Westliche Allgäuer Voralpen |
| Gruppe | 22.II-B.3 | Besler-Hittisberg-Gruppe |
| Untergruppe | 22.II-B.3.b | Feuerstätterkopf-Piesenkopf-Gruppe |
Lage
Politische Lage
Der westliche Teil liegt in Österreich, im Bundesland Vorarlberg, im Bezirk Bregenz und im Gemeindegebiet von Hittisau und Sibratsgfäll.[4]
Der östliche Teil liegt in Deutschland, in Bayern, im Landkreis Oberallgäu und großteils im Gemeindegebiet von Balderschwang. Ein kleines Gebiet ganz im Osten gehört zu den Gemeinden Obermaiselstein und Oberstdorf.[5]
Lage bezüglich Regionen und Tälern
Der österreichische Teil zählt zur Region Bregenzerwald, genauer zum Vorderen Bregenzerwald. Der deutsch Teil wird zum Allgäu gerechnet, genauer zum Oberallgäu.
Die nördliche Seite gehört zum Balderschwanger Tal mit der Bolgenach als Hauptgewässer. Die südliche Seite ist die Sonnenseite des Rubachtals und des hinteren Rohrmoostals, auch Starzlachtal genannt. In Deutschland wird das Rubachtal Hirschgundtal genannt nach dem dort befindlichen Weiler.
Umgrenzung
Die Umgrenzung verläuft von Norden im Uhrzeigersinn entlang der Linie Balderschwang – Bolgenach – Sattel bei der Kindsbangetalpe – Starzlach – Rohrmoos – Hörnlegraben – Rohrmoossattel – Rubach – Subersach – Sausteigsattel – Bolgenach – Balderschwang.
Benachbarte Berggruppen
Alle umliegenden Berggruppen sind höher, nur der alleinstehende Hittisberg Richtung Nordwesten ist niedriger.
| Hittisberg | Siplingerkopf-Schichtkamm | Hörnergruppe |
| Winterstaudenkamm | Beslergruppe | |
| Nordwestliche Walsertaler Berge |
Gipfel und Sättel
Der Hauptkamm besteht von Westen nach Osten aus folgenden Sätteln und Gipfeln:
| Gipfel/Sattel | Höhe m ü. A. | Anmerkung |
|---|---|---|
| Sausteigpass | 1046 | L24 nach Sibratsgfäll, Grenze Hittisberg-Gruppe und Feuerstätterkopf-Piesenkopf-Gruppe |
| Renkknie | 1411 | |
| Hochrieskopf | 1467 | |
| Feuerstätterkopf | 1645 | Nebenkamm nach Norden mit dem Burstkopf (1559 m) |
| Sättele | 1434 | knapp noch in Österreich |
| Hörnlein | 1545 | Nebenkamm nach Norden zum Hochschelpen (1552 m) und Gelbhansekopf (1437 m) |
| Scheuenpass | 1401 | |
| Piesenkopf | 1630 | Nebenkamm nach Westsüdwest zum Riesenkopf (1480 m) |
| Gauchenwände | 1479 | |
| Sattel bei der Kindsbangetalpe | 1287 | Grenze Feuerstätterkopf-Piesenkopf-Gruppe und Besler-Gruppe |
Geologie
Das Gebiet gehört zur Rhenodanubischen Flyschzone. Die Wildflyschschichten bestehen aus Feuerstätter Sandstein. Es gibt auch Kalksteinzonen der Ammergau-Formation. Große Flächen bestehen aus Grund- und Endmoränen.[6]
Siedlungen
Ganz im Osten liegt Sibratsgfäll mit 475 Einwohnern (Stand 1. Januar 2025). Die bewohnten Teile von Hittisau sind außerhalb des Gebiets, ein paar Häuser stehen nördlich der Bolgenach in der Parzelle Sippersegg.[7] Der Ortskern und mehrere Parzellen von Balderschwang liegen ebenfalls nördlich der Bolgenach und somit nicht in der Berggruppe. An der Südostecke liegt die Parzelle Rohrmoos. Im Süden liegt die kleine Parzelle Hirschgund.
Tourismus
Das Skigebiet Balderschwang liegt teilweise in der Berggruppe. Zudem ist das Gebiet durch seine eher sanften Berge für Schneeschuhwanderungen bestens geeignet und auch für eher ungefährliche Skitouren. Im Sommer ist das ganze Gebiet ein sehr beliebtes Wandergebiet. Das Gebiet wird touristisch beworben als Balderschwanger Flyschberge, die ein Teilgebiet der Touristenregion Hörnerdörfer sind. Der österreichische Teil gehört zur Tourismusregion Bregenzerwald. Der Tourismus hier gilt im Sommer und Winter als sanfter Tourismus.[8]
Naturschutz
Die Berggruppe liegt im südlichen Teil des Naturparks Nagelfluhkette. Das FFH-Gebiet Wildflusssystem Bolgenach umfasst die obere Bolgenach und mehrere Zuflüsse.[2] Das FFH-Gebiet Piesenkopfmoore besteht aus einer alpinen Moorlandschaft von herausragender Bedeutung. Besonders wertvoll ist das Ziebelmoos im Nordosten, ein Hochlagenmoor, das eine wichtige Funktion hat als Verbindung zwischen den Mooren der Hörnergruppe und dem Ifengebiet. Es ist eines der größten bayerischen Alpenmoore in der hochmontanen Region. Die vielfältige Natur besteht aus großen Hoch- und Übergangsmooren mit Schwingrasen, aus Bergkiefernwäldern, Fichtenmoorwäldern und weißtannenreichen Moorrandwäldern. Hier kommen viele gefährdete Arten der Roten Liste vor. Das Europäische Vogelschutzgebiet Hoher Ifen und Piesenkopf umfasst beinahe den ganzen deutschen Teil der Berggruppe plus den südlich angrenzenden Gottesacker bis zum Hohen Ifen.[9][10] Südlich des Feuerstätterkopfs ist die Wildruhezone Fugen mit Betretungsverbot vom 1. November bis zum 30. April.[11]

