Formaldehydabspalter
mikrobiozide chemische Verbindungen
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Formaldehydabspalter (auch Formaldehyddepotstoffe) sind chemische Verbindungen, die mikrobizid wirksames Formaldehyd freisetzen, jedoch weniger flüchtig und geruchsintensiv als dieses sind.[1][2] Da sie über einen längeren Zeitraum hinweg geringe Konzentrationen an Formaldehyd freigeben können, gewährleisten sie einen wesentlich längeren Wirkungszeitraum.
O-Formale sind Halbacetale des Formaldehyds. Sie entfalten aufgrund ihrer Instabilität schnell ihre biozide Wirkung (zum Beispiel Halbformale des Benzylalkohols). N-Formale sind Halbaminale des Formaldehyds, die bei ihrem Zerfall außer Formaldehyd auch Amine freisetzen und so einen durch Keime gesenkten PH-Wert wieder erhöhen (etwa Hexahydrotriazine, Morpholin- oder Oxazolidin-Derivate).
Kühlschmierstoffe können Formaldehyddepotstoffe enthalten. Für die Einstufung und Kennzeichnung des konservierten wassergemischten Kühlschmierstoffes sind die Gehalte an Formaldehyd zu berechnen und zu addieren. Alternativ kann die Gesamtformaldehyd-Konzentration analytisch ermittelt werden.[3]
In vielen Kosmetika werden Formaldehydabspalter als Konservierungsmittel eingesetzt. Häufige Verbindungen sind Imidazolidinylharnstoff, Diazolidinylharnstoff, DMDM-Hydantoin und MDM-Hydantoin. Bronopol und Bronidox setzen bei Gebrauch kaum Formaldehyd frei und haben einen anderen Wirkmechanismus.[4]
Im industriellen Bereich werden Benzylhemiformal, 1,6-Dihydroxy-2,5-dioxahexan, Methylolharnstoff, 7-Ethylbicyclooxazolidin, Methenamin, Paraformaldehyd, Tris(hydroxymethyl)nitromethan und andere Verbindungen verwendet.[4]