Forst (Sengenthal)
Dorf in der Oberpfalz, Ortsteil von Sengenthal
From Wikipedia, the free encyclopedia
Forst () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Forst Gemeinde Sengenthal | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 13′ N, 11° 25′ O |
| Höhe: | 438 m ü. NHN |
| Einwohner: | 179 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 92369 |
| Vorwahl: | 09185 |
Forst | |
Geografie
Forst, umgeben von Feldern, liegt auf rund 438 m ü. NHN westlich vor dem Stufenhang zur Weißjurafläche der Nördlichen Frankenalb. Das Dorf liegt an der Kreisstraße NM 18; in diese mündet nördlich des Dorfes die Kreisstraße NM 20 ein. Von Forst aus führt eine Gemeindeverbindungsstraße zum Gemeindeteil Stadlhof.
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wird Forst in einer Kurbayerischen Urkunde des Jahres 1285 in der Schreibweise "aput Vorst". In 1326 wird der Ort als "apud Forst" in einer weiteren Kurbayerischen Urkunde aufgeführt.[2]
1469 veräußerte Albrecht Martin Alber, Bürger von Neumarkt, das Dorf an Pfalzgraf Otto von Neumarkt.[3] Von 1554 bis zur Gegenreformation 1625 war Forst, zur Filiale Reichertshofen der Pfarrei Berngau gehörend, protestantisch. 1670 lebten in Forst 25 Familien, die den Großzehent der Reichsstadt Nürnberg, den Klein- und Hauszehent dem Pfarrer gaben. 1689 erbaute das Dorf eine Kapelle, die 1774 mit einer Glocke „für Gebetläuten und Abendrosenkranz“ ausgestattet wurde.[4] Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte Forst mit seinen 35 Anwesen zur Oberen Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.[5]
Im Königreich Bayern wurde zwischen 1810 und 1820 ein Steuerdistrikt Forst gebildet, dem das Dorf Forst, die Birkenmühle, die Braunmühle, der Braunshof, der Dietlhof, Bahnhof Greißelbach, Rocksdorf und der Richthof angehörten.[6]
Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Ruralgemeinde Forst gebildet, wobei die Gemeinde Wiefelsbach, bestehend aus zehn Einöden, hauptsächlich Mühlen, in die neue Gemeinde Forst integriert wurde.[6] Rocksdorf wurde ein Gemeindeteil von Kruppach, der Richthof Gemeindeteil von Reichertshofen.[7]

1867 wurde Reichertshofen zur Pfarrei erhoben; 1870 wurde erneut eine Marienkapelle in Forst gebaut und geweiht. 1881 erhielt sie einen Turm.[8] Sie wurde 2009 abgebrochen und 2009/10 durch einen Neubau, die St.-Sebastian-Kapelle, ersetzt.[9]
Eine Zählung von 1871 erbrachte für das Dorf Forst an Großvieh elf Pferde und 262 Stück Rindvieh. In der Gemeinde belief sich der Bestand auf 44 Pferde, 484 Stück Rindvieh, 181 Schweine und eine Ziege.[9]
In 1871 besuchten die Forster Kinder die katholische Schule am Pfarrort Reichertshofen.[9]
Im Jahr 1900 umfasste die Gemeinde Forst die neun Orte Birkenmühle, Braunmühle, Braunshof, Dietlhof, Forst, Gollermühle, Kastenmühle, Schlierfermühle mit Schlierferhaide und Stadlhof und war 1108 Hektar groß. Der Viehbestand umfasste nur noch 28 Pferde und 460 Stück Rindvieh, aber neun Ziegen. Die Zahl der Schweine betrug nunmehr 335 und war damit in 25 Jahren deutlich gestiegen, wie auch andernorts für diesen Zeitraum zu beobachten ist.[10]
Bis zur Gebietsreform in Bayern wuchs die Gemeinde auf zwölf Orte an. Dies waren:
| Ortsteile der Gemeinde Forst[11] | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Birkenmühle | Einöde | Forst | Dorf | Kanalschleuse 31 | Einöde | Schlierfermühle | Einöde | |||
| Braunmühle | Weiler | Gollermühle | Einöde | Kanalschleuse 32 | Einöde | Schlierferhaide | Einöde | |||
| Dietlhof | Weiler | Greißelbach | Weiler | Kastenmühle | Einöde | Stadelhof | Weiler | |||
Kirchlich gehörten die Protestanten aller Orte zur evangelischen Pfarrei Sulzbürg, die Katholiken teilweise zur Pfarrei Döllwang, teilweise zur Pfarrei Reichertshofen.[11]
Gemeindegebietsreform
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Forst mit allen Gemeindeteilen am 1. Januar 1972 der Gemeinde Sengenthal angegliedert.
Seit 2016 werden Maßnahmen der Dorferneuerung durchgeführt.
Einwohner- und Wohnungsbestand
| Einwohner | Häuser / Gebäude | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Berichtsjahr | Dorf Forst[12] | Gemeinde Forst[13] | Dorf Forst | Gemeinde Forst | ||||
| 1830 | 206[14] | 38 Häuser[14] | ||||||
| 1836 | 204[15] | 38 Häuser[15] | ||||||
| 1861 | 191[16] | 288[17] | 74 Gebäude[16] | 106 Gebäude[17] | ||||
| 1871 | 202 | 307 | 115 Gebäude[18] | 50 Wohngebäude[19] | ||||
| 1900 | 221[20] | 327[21] | 41 Wohngebäude[20] | 56 Wohngebäude[21] | ||||
| 1925 | 231 | 317 | ||||||
| 1950 | 222 | 354 | ||||||
| 1961 | 171[22] | 269[23] | 38 Wohngebäude[22] | 60 Wohngebäude[23] | ||||
| 1970 | 195 | |||||||
| 1987 | 179 | 46 Wohngebäude[1] | ||||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Vereine
- FC Forst
- Feuerwehrverein Forst e. V.
- SpVgg Forst-Buchberg-Reichertshofen
Sehenswürdigkeiten
Ein sehenswertes ehemaliges Wohnstallgebäude aus dem 18./19. Jahrhundert befindet sich in Forst in der Kreisstraße 9.
Literatur
- Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. und II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 und 1938
- Bernhard Heinloth: Neumarkt. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 16. Kommission für Bayrische Landesgeschichte, München 1967, ISBN 3-7696-9900-9 (Digitalisat).
