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Gerardus Vinkesteijn

niederländischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerardus (Gerard) Joannes Franciscus Vinkesteijn, deutsch auch Vinkesteyn, (* 22. März 1907 in Schiedam; † 29. Juli 1943 auf der Leusderheide, nahe Leusden) war ein niederländischer Innenarchitekt und Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht.

Gerard Vinkesteijn vor 1943

Familie und Persönliches

Er ist der Sohn von Cornelius Joannes Vinkesteijn (1857–1938) und Isabella Johanna Maria Zoetmulder (* 1874).[1] Er war Innenarchitekt in Wassenaar, unverheiratet und römisch-katholisch.

Widerstand

Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande am 10. Mai 1940 kapitulierte das Land vor der erdrückenden Übermacht am 14. Mai 1940. Schon im Sommer 1940 war er in einer Gruppe von Studenten aus Leiden illegal tätig[2], schloss sich dann der Organisation Ordedienst (OD) an und stellte dem Widerstand sein Haus zur Verfügung. Er sammelte Geld für die Flüchtlingshilfe, übernahm Kurier-, Kundschafter- und Sabotagedienste, versteckte alliierte Fallschirmspringer und stellte mit einem Kurzwellensender eine Verbindung mit England her.[2] Der Ordedienst wurde von „Vertrauensleuten“ infiltriert und viele Mitglieder wurden enttarnt und verhaftet, einige versuchten zu fliehen, so auch Vinkesteijn, der über Brüssel versuchte, nach England zu gelangen.[3]

Haft, Prozess und Hinrichtung

Er wurde im Zug von Antwerpen nach Brüssel verhaftet und kam zunächst in das Gefängnis Saint-Gilles bei Brüssel, danach wurde er verlegt nach Scheveningen in das Gefängnis Oranjehotel, nach Amsterdam, nach Vught ins KZ Herzogenbusch, zuletzt in das Polizei- und Geiselgefängnis in Haaren[4], wo vor dem deutschen Feldgericht der Prozess stattfand.

Erst jetzt hatten die Verhöre unter Folter und die Misshandlungen ein Ende, der Besuch von Angehörigen wurde erlaubt. Im sogenannten 2. OD-Prozess – zuvor waren in einem 1. OD-Prozess schon 72 Männer zum Tode verurteilt worden – wurde er zusammen mit weiteren Männern der Gruppe wegen Spionage, Sabotage und Waffenbesitzes zum Tode verurteilt, das Gnadengesuch wurde abgelehnt.[3] Bis zur Hinrichtung wurde er im Wehrmachtsgefängnis (Huis van Bewaring) in der Gansstraat, Utrecht, untergebracht. Erst jetzt hatten die Verhöre unter Folter und die Misshandlungen ein Ende, der Besuch von Angehörigen wurde erlaubt. Am 29. Juni 1943, 14.30 Uhr, führte ein Erschießungskommando in einem Waldstück auf der Leusderheide das Urteil gegen ihn und fünfzehn weitere OD-Männer aus.

Auszeichnungen

  • Bronzener Löwe, gestiftet von der Königin 1944, posthum verliehen und auf seinem Grabstein vermerkt.
  • Widerstandsgedenkkreuz (Verzetsherdenkingskruis), vom König 1980 eingeführt, eine nationale Auszeichnung, posthum verliehen.

Gedenken

Nach dem Befreiungstag, 5. Mai 1945, fand er am 21. November 1945 seine letzte Ruhe auf dem Gemeindefriedhof Amersfoort.

  • Ehrengrab mit Grabstein, Friedhof Rusthof der Gemeinde Amersfoort (Gemeentelijke Begraafplaats Rusthof te Amersfoort), Feld 12, Reihe C, Nummer 146. Der Friedhof liegt in der Nachbargemeinde Leusden, Dodeweg 31. Bild der Kriegsgräberstiftung auf oorlogsgravenstichting.nl.
  • Abschiedsbrief an seine Mutter, geschrieben am Tag seiner Hinrichtung: „Nach menschlichem Empfinden liegt nur ein Schatten auf meiner Glückseligkeit ... Mütterlein, heute mittag um halb drei wird auch dieser Schatten genommen sein, denn es hat dem gütigen Gott gefallen, sich mit diesen 36 Jahren zu begnügen, die so arm an wirklichen Verdiensten sind ... Es ist jetzt 12 Uhr, und, weißt du, ich warte ungeduldig, dass es halb drei werde.“[2]

Literatur

  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 427–429: Vinkesteijn, Seite 413–416: Überblick über den niederländischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Einzelnachweise

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