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Gerbera (Drohne)

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Die Gerbera (russisch Гербера) ist eine russische Mehrzweck-Flugdrohne. Sie kann als Kamikazedrohne eingesetzt werden, Aufklärungsmissionen durchführen und Signale weiterleiten, um den Kampfradius anderer Drohnen zu erweitern oder um ihre Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Kampfführung zu erhöhen. Russland setzt die Drohne in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine in großer Zahl ein. Sie soll dabei insbesondere auch der Täuschung und Überforderung der ukrainischen Luftabwehr dienen und Shahed- bzw. Geran-2-Drohnen imitieren.[4]

Schnelle Fakten
Gerbera
Gerbera-Drohne, abgeschossen oder abgestürzt (im Januar 2025 in der Ukraine fotografiert)
Typ:Loitering Weapon
Entwurfsland:Russland
Hersteller:JSC Alabuga[1]

Skywalker Technology Co.[2]

Erstflug:
Indienststellung:Juli 2024
Produktionszeit:
Stückzahl:
Allgemeine Eigenschaften
Länge 2 m
Flügelspannweite 2,5 m
Höhe -
Leergewicht -
Maximales Startgewicht -
Treibstoffkapazität -
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h[3]
Marschgeschwindigkeit -
Dienstgipfelhöhe 3000 m[3]
Einsatzradius 600 km[3]
Maximale Flugdauer -
Antrieb -
Kosten $10000[1]
Bewaffnung
Raketen -
Bomben -
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Entwicklung

Der Entwickler der Gerbera ist das chinesische Unternehmen Skywalker Technology Co., Ltd. Gerbera ist im Produktkatalog des Unternehmens nicht enthalten, was darauf hindeutet, dass sie im Auftrag der Russischen Föderation entwickelt wurde.

Laut dem ukrainischen Geheimdienst GUR stellt Skywalker Technology Bausätze zusammen und lässt sie nach Jelabuga, Tatarstan, Russland liefern, wo sie zusammengebaut werden. Die Drohnen sollen außerdem Computerchips und andere Bauteile US-amerikanischer und europäischer Unternehmen wie Analog Devices, Texas Instruments, NXP Semiconductors und STMicroelectronics enthalten.[4]

Technik

Die Gerbera-Drohne ähnelt in ihrer Deltaflügel-Form den Kamikazedrohnen Shahed und deren russischen Weiterentwicklung Geran-2. Die Gerbera hat eine Spannweite von 2,5 Metern und ein Gewicht von 18 Kilogramm. Sie soll Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde erreichen und wird mittels eines Motors am Heck durch einen Propeller angetrieben. Zumeist werden sie aus kostengünstigen Materialien wie Sperrholz und Schaumstoff hergestellt.[5] Gerberas sind mit einer stabilisierten Kamera von Topotek und einem Mesh Network XK-F358-Modem von Xingkay Tech ausgestattet gesehen worden. Diese beiden Komponenten kosten zusammen rund 8500 US-Dollar. In einem Mesh-Netzwerk zusammengeschaltete Drohnen können untereinander Daten austauschen und Signale vom Betreiber weiterleiten (Repeater-Funktion). Dies macht es schwieriger, sie mit elektronischen Kriegssystemen zu stören. Gerbera kann einen kleinen Sprengkopf von bis zu 5 kg tragen und als Kamikazedrohne eingesetzt werden.[2]

Die Gerbera-Drohne soll nach anfänglichen Einschätzungen eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern haben, wenn sie nicht mit einer Kampfausrüstung ausgestattet ist,[6] mit Kampfausstattung sei die Reichweite niedriger;[7] nach anderen Quellen liegt die Reichweite bei bis zu 600 km.[8][5] nach offiziellen russischen Verlautbarungen soll die Reichweite nicht 700 km überschreiten;[9] sie können aber statt Sprengkopf mit einem zusätzlichen Treibstoffreservoir ausgestattet werden, um die Reichweite darüber hinaus zu erhöhen.[10]

Einsätze

Erste Berichte über den Einsatz der Gerbera-Drohnen gab es im Jahr 2024.[5] In der Ukraine wird die Gerbera-Drohne seither vorrangig in Verbindung mit den Shahed- bzw. Geran-2-Drohnen eingesetzt; in Form und Größe ähnelt die Gerbera diesen Drohnen und eignet sich daher für den Einsatz als Täuschkörper im Verbund mit dieser.[4] In einigen der Gerberas sollen seit Juli 2025 polnische und litauische SIM-Karten gefunden worden sein; das deutet auf Aufklärungszwecke hin, denn so könnten Verbindungen zu Mobilfunknetzen getestet werden.[5]

Am 5. August 2025 meldete Litauen den Fund einer Gerbera-Drohne am Gelände von Truppenübungsplatz Gaižiūnai bei der Stadt Jonava nahe dem Militärstädtchen Rukla. Ihr Sprengsatz mit rund 2 kg Sprengstoff wurde entschärft. Es wird vermutet, dass sie via Belarus nach Litauen eingedrungen ist.[11]

Am 20. August schlug 2025 eine Gerbera-Drohne in Ostpolen ein.[12] Nur wenig später, in der Nacht auf den 10. September 2025, sind bis zu 19 dieser Drohnen in polnischen Luftraum eingedrungen und wurden von westlichen Kampfjets bekämpft. Trümmer von bis zu sechzehn Drohnen konnten in der Folge geborgen werden, eine davon 300 km von der Landesgrenze entfernt; letztere konnte als Gerbera identifiziert werden.[13][5]

Am 11. August 2026 wurden zwei russische Gerbera-Drohnen in der Nähe des Offshore-Gasprojekts Neptun Deep gefunden, etwa 150 Kilometer östlich der rumänischen Küste im Schwarzen Meer. Die Drohnen wurden von Tauchern der rumänischen Armee zerstört.[14]

Einzelnachweise

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