Germanium(IV)-chlorid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Germanium(IV)-chlorid (GeCl4) ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der Germaniumverbindungen und Chloride.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Germaniumtetrachlorid
Allgemeines
Name Germanium(IV)-chlorid
Andere Namen
  • Germaniumtetrachlorid
  • Tetrachlorgerman
Summenformel GeCl4
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 10038-98-9
EG-Nummer 233-116-7
ECHA-InfoCard 100.030.093
PubChem 66226
Wikidata Q421389
Eigenschaften
Molare Masse 214,45 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,88 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

−49,5 °C[2]

Siedepunkt

83 °C[2]

Dampfdruck

101 hPa (21 °C)[2]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290314335410
EUH: 014
P: 234261273280303+361+353305+351+338[2]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−531 kJ·mol−1 [4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Frisch destilliertes Germanium(IV)-chlorid in einem Schlenkrohr.

Germanium(IV)-chlorid lässt sich durch Reaktion von Germanium oder Germanium(IV)-oxid/Germanium(II)-oxid mit Chlor oder Chlorwasserstoff gewinnen.[3] Das aus Chlor und Germanium gewonnene Präparat (siehe Abbildung) muss erneut destilliert werden, um es von anhaftendem Chlor zu befreien.[5]

Eigenschaften

Germanium(IV)-chlorid ist eine farblose, an Luft rauchende Flüssigkeit mit stechendem Geruch (durch Salzsäure).[6] Sie hat einen Siedepunkt von 83 °C und hydrolysiert mit Wasser oder Säuren langsam zu Germanium(IV)-oxid.[7] Durch Aminolyse erhält man das entsprechende Germaniumdiimid.[8] Mit Natriumethanolat bildet sich der extrem hydrolyseempfindliche Germaniumsäure-orthoethylester.[9]

Mit Chloriden bildet sie Chlorokomplexe des Typs GeCl62−.[10]

Verwendung

Germanium(IV)-chlorid ist ein wichtiges Zwischenprodukt bei der Germanium-Gewinnung und der Mikrowellenherstellung von Hexachlordigerman Ge2Cl6. Hochreines Germanium(IV)-chlorid wird bei der Herstellung von Lichtwellenleitern aus Quarzglas eingesetzt, um im Kern der Quarzfasern eine hochreine Germanium(IV)-oxid Schicht zu erzeugen.[2][11]

Einzelnachweise

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