Wikiwand AI

Gisela Bär

deutsche Bildhauerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Gisela Bär (* 14. Oktober 1920 in Pforzheim; † 8. September 1991 ebenda) war eine deutsche Bildhauerin.

Gisela Bär

Leben und Beruf

Gisela Bär besuchte die Hildaschule in Pforzheim. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Psychologie in Stuttgart. Noch während des Zweiten Weltkriegs unternahm sie ihre ersten Versuche in der Kleinbildhauerei. Daraufhin begann sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ein Studium der Bildhauerei. Nach einem schweren Luftangriff auf Stuttgart 1944 verließ sie die Stadt. Sie kehrte nach Pforzheim zurück, wo sie den Luftangriff am 23. Februar 1945 überlebte. Ab 1948 besuchte sie die Staatliche Höhere Fachschule für Edelmetallgewerbe, Kunst und Gestaltung Pforzheim in Pforzheim. 1950 zog sie nach Karlsruhe und besuchte die dortige Akademie für Bildende Kunst. 1954 erhielt sie eine Auszeichnung anlässlich der Ausstellung „Junge Badische Kunst der Gegenwart“, im Jahr darauf folgte der Württembergisch-Badische Kunstpreis.

1958 zog Bär zurück nach Pforzheim, wo sie ihr eigenes Atelier einrichtete und bis zu ihrem Lebensende als Künstlerin tätig war. Ihre künstlerischen Arbeiten waren meist in Bronze gefertigte sakrale Skulpturen und Reliefs.[1] Ihre Werke sind heute in Kirchen und an vielen anderen Orten in Deutschland zu finden.

Werke (Auswahl)

Pirmin-Statue von Gisela Bär am Zugangsdamm zur Reichenau
Restaurierte Skulptur von Albertus Magnus in Unterlinden (Freiburg im Breisgau)
Relief Kreuzigung an der Fassade der St.-Johannes-Kirche in Heidelberg-Rohrbach
In Pforzheim
  • Die Türgriffe am Eingang zum Ratskeller
  • Im Ratssaalgebäude: Der Bürger und seine Stadt
  • In der Sankt-Franziskus-Kirche der Passionsweg als Relief
  • In der Elisabethkirche die Heilige Elisabeth als Bronze-Statue
  • Madonna mit Kind als Bronze-Statue im katholischen Gemeindezentrum St. Bernhard[2]
  • Edith-Stein-Saal. Bronze-Relief[3]
  • Musizierende und tanzende Gruppen, Jugendhaus in Pforzheim[4]
  • Relief Konrad Adenauer, Bronze, Konrad Adenauer-Schule[5]
  • Soldaten-Ehrenmal, Friedhof Birkenfeld
  • Auf dem Hauptfriedhof einige Grabmäler[6].
Weitere Werke
  • Menorah, Bronze, 1988, Pfarrkirche St. Michael, Veringendorf
  • Lebensbaum, Muschelkalkstele, Bronzemedaillons, 1986, Pfarrkirche St. Michael, Veringendorf
  • Kreuzweg, Bronze, 1983, St. Maria, Weingarten[7]
  • Taufbrunnen, 1980, Kirche St. Josef, Taufkapelle, Wandsbek
  • Altarinnenraum, Travertin, Bronze, 1977/1979; Marienstatue, Aluminium in Bronze getönt, 1977; Bronzerelief „Johannes XXIII.“,1979; Engel Raphael, 1987; St. Johannis-Gemeinde, Hamburg[8]
  • Meditationskreuz, Tabernakel, Ambo, Kreuzweg, Bronze, 1973, Kirche St. Laurentius, Bretten[9]
  • Türgriffe (Kreuzgang), Gitter Sepulkrum (Krypta), Bronze, 1970, Münster Konstanz[10]
  • Kreuzweg, 1970, Münster St. Maria und Markus, Reichenau-Mittelzell
  • Altar, Ambonen, Kruzifix, Tabernakelstele, Madonna mit Kind, Apostelleuchter, Engelreliefs an Turmwand, Grundstein, 1968, Maria Hilfe der Christen, Konstanz[11][12][13]
  • Madonna (Marmorzement), Taufstein (Bronze) und Passionszyklus, 1968, Dreifaltigkeitskirche, Sandhausen[14]
  • Glockenschmuck – Inschriften und Figuren an den Glocken des Hauptgeläutes des Konstanzer Münsters (gegossen von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg), 1966[15]
  • Apokalyptische Frau mit Kind und Drachen, Kunststeinrelief, 1964, Kapelle Altklinikum, Heidelberg[16]
  • Albertus-Magnus-Skulptur zur Erinnerung an das Dominikanerkloster in Freiburg (1963 für das Bakola-Gebäude, bei dessen Abbruch abgenommen und bis 2010 restauriert. Am neuen Standort falsch montiert - zu stark nach rechts geneigt)[17]
  • Große sitzende Maria mit Kind, 1962, Katholische Heilig-Geist-Kirche, Karlsruhe[18]
  • Heilung des Gelähmten, Kunststeinrelief, 1961, Kapelle Altklinikum, Heidelberg[16]
  • Madonna auf der Rottweiler Hochbrücke, 1961[19]
  • Statue des Hl. Bonifatius, Stein, 1960, Bonifatiuskirche, Mannheim[4][20]
  • Altar-Relief, Madonna, Bronze, 1956, Kirche St. Bernhard, Königsbach-Stein[21]
  • Kirchenschmuck der katholischen Kirche St. Georg in Siegelsbach
  • Porträtbüste Carl Neinhaus, Bronze, 1961, Landtag von Baden-Württemberg, Stuttgart[22]
  • Altar, Mariä Himmelfahrt Stuttgart-Degerloch[23]
  • Plastiken, Schutzmantelmadonna und Hl. Anna Selbdritt, St. Anna-Klinik, Stuttgart[24]
  • Pirmin-Statue, Kalkstein (Muschelkalk), 1969, Zugangsdamm zur Insel Reichenau[25]
  • Reliefdarstellungen des Letzten Abendmahls und der Kreuzigung an der Fassade, Christus-Statue über dem Altar, um 1965, St. Johannes, Heidelberg-Rohrbach
  • Kruzifix, Madonna und Statue des Erzengels Michael, St. Michael, Heidelberg-Südstadt
  • Muschelkalk-Reliefs der Seitenaltäre und Kreuzweg, St. Bartholomäus, Heidelberg-Wieblingen
  • Hauptaltar mit Steinreliefs der vier Evangelistensymbole, Katholische Pfarrkirche Bruchhausen bei Karlsruhe[26]
  • Schutzmantelmadonna, Zementguß, Katholische Pfarrkirche Bruchhausen bei Karlsruhe[26]
  • Schutzmantelmadonna, Hochrelief für die Außenwand, Zementguß, Katholische Pfarrkirche Gemmingen[26]
  • Schutzmantelmadonna, Hochrelief für die Außenwand, Zementguß[26]; Ambo, Bildstock, St. Wolfgang in Hamberg bei Pforzheim
  • Grabkreuz, Hochrelief, Steinguss, Holzhausen bei Freiburg[26]
  • Tabernakel, Vortragskreuz, Leuchten, Bronze, Kirche Herz-Jesu, Reichenbuch (Stadt Mosbach)[4][27]
  • Kruzifix, Kreuzweg, Osterleuchter, Bronze; Altar, Ambo, Tabernakelstele, Travertin, Kirche St. Josef, Schömberg
  • Figurengruppe Franziskus-Klara-Agnes, Bronze, Mutterhaus St. Anna Schwestern, Ellwangen[28]
  • Michaelsplastik, Muschelkalk, am Viadukt Rottweil
  • Erzengel Raphael mit Tobias. Brückenfigur an der oberen Lauchertbrücke in Veringenstadt

Ehrungen

  • 1954: Auszeichnung bei der Ausstellung „Junge Badische Kunst der Gegenwart“[26]
  • 1955: Württembergisch-Badischer Kunstpreis[26]
  • 2005: Benennung der „Gisela-Bär-Straße“ in Pforzheim[29]

Literatur

  • Rolf Constantin: Aus der Stille heraus gewirkt, Die Bildhauerin Gisela Bär in Pforzheim verstorben. In: Konradsblatt. Nr. 41, 13. Oktober 1991, S. 28
  • O. G.: Von Kunst und Künstlern – Gisela Bär. In: Die Kunst und das schöne Heim. 57. Jg.,1958, 1, S. 19, ISSN 0023-5423
  • Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Stadtkreises Mannheim (= Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg. Band 1, Herausgegeben vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg). Deutscher Kunstverlag, München 1982, ISBN 3-422-00556-0, S. 703–708.
  • Ulf Rathje: Die Pforzheimer Straßennamen (= Materialien zur Stadtgeschichte. 22, Herausgegeben vom Stadtarchiv Pforzheim – Institut für Stadtgeschichte, Regionalkultur). Ubstadt-Weiher 2009, ISBN 978-3-89735-589-7, S. 92.
  • Jacob Reisner: Treue zur Tradition ; Bildwerke von Gisela Bär, In: Die Kunst und das schöne Heim. 62. Jg., 1964, S. 210–211, ISSN 0023-5423
  • Hugo Schnell, Anton Henze: Bildhauerinnen der Gegenwart Gisela Bär. In: Das Münster. 9. Jg., 1956, 7/8, S. 242–243, ISSN 0027-299X
  • Bär, Gisela. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. 264 (Textarchiv – Internet Archive Leseprobe).
  • Peter Wiench: Bär, Gisela. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 6, Saur, München u. a. 1992, ISBN 3-598-22746-9, S. 243.
  • Leonie Beiersdorf und Frank Engehausen: Forschungsprojekt: NS-Vergangenheit südwestdeutscher Landtagsabgeordneter nach 1945. Teilprojekt: NS-Bezüge der im Landtag von Baden-Württemberg ausgestellten Kunstwerke, herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, S. 39–41 (online).

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks