Govdigital

Genossenschaft in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

govdigital e.G. ist ein bundesweit ausgerichtetes öffentliches Unternehmen in der Rechtsform einer Genossenschaft.[1]

Ziel und Governance

Ziel der Genossenschaft ist es, sichere digitale Infrastrukturen für die Aufgaben der Verwaltung und der Daseinsvorsorge zu schaffen.[2][3] Mitglieder können juristische Personen des öffentlichen Rechts werden oder eine von ihnen getragene Einrichtung oder eine privatrechtliche Gesellschaft, an der ausschließlich juristische Personen des öffentlichen Rechts beteiligt sind. Die Mitlgieder müssen willens und in der Lage sein, einen positiven Beitrag zur Erreichung des Genossenschaftszwecks zu leisten.[4] Der Fokus liegt dabei auf der gemeinsamen Entwicklung, Implementierung und dem gemeinsamen Betrieb von IT-Systemen. Dazu zählen vor allem der Aufbau und der Betrieb von rechenzentrums-übergreifenden und cloudbasierten Infrastrukturen.[5]

govdigital hat einen Vorstand, der aus Torsten Koß, Martin Schallbruch und Rudolf Schleyer besteht. Daneben gibt es einen Aufsichtsrat, in dem William Schmitt, Claudia Thamm und Matthias Drexelius die Geschäftsführung des Vorstands überwachen.[6] In der Vollversammlung sind alle Mitglieder vertreten. Dies sind AKDB, Bayerisches Staatsministerium für Digitales, BITBW, BITMARCK, ZIT BB, Bundesdruckerei, dataport, Digitalservice, d-NRW, DVZ MV, ekom21, FITKO, GovConnect, Governikus, HZD, InfoKom, ITEBO, ITDZ, IT-Niedersachsen, KDO, Komm.ONE, ldi, LECOS, LWL, IT NRW, OWLIT, ProVitako, regioIT, Stadt Köln, sit und ZENDIS.[7] In einer Drucksache des Abgeordnetenhauses Berlin ist die Entstehung beschrieben, bei der jeder Genosse einen Geschäftsanteil in Höhe von 10.000 € und ein Eintrittsgeld von 100.000 € zu entrichten hatte.[8]

Geschichte, Mitglieder und Tätigkeiten

Am 12. Dezember 2019 haben zehn öffentliche IT-Dienstleister – darunter die AKDB, die Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg (KDO), Dataport, die Bundesdruckerei, die ekom21, Governikus, die Stadt Köln, das krz Lemgo, die regio iT und SIT die govdigital e.G. gegründet.[9][10] govdigital hat im Jahr 2020 den digitalen Corona-Pass unterstützt.[11][12][13] Im Juni 2021 wurden digitale Schulzeugnisse von govdigital erprobt.[14] Hierzu gab es kritische Berichte.[15] govdigital ist im Lobbyregister eingetragen.[16]

Der IT-Planungsrat nahm am 22. Juni 2022 den Zwischenbericht des Projekts zur Kenntnis und bittete Hamburg, ein Konzept für Governance, Finanzierung und dauerhaften Betrieb des Marktplatzes durch govdigital ab 2023 vorzulegen.[17] Am 10. November 2022 erklärte er den Marktplatz govdigital zum Produkt des IT-Planungsrates.[18] Am 7. November 2022 beauftragte das Bundesministerium des Inneren govdigital mit einem minimal vialble product (MVP) für eine Koordinierungsstelle der Deutschen Verwaltungscloud (DVC) zu erproben und hierfür eine erste Fassung des Cloud-Service-Portals zu entwickeln.[19] Die Strategie zur Deutschen Verwaltungscloud erläutert das BMI insgesamt einschließlich der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS).[20] Über den Produktivbetrieb berichtet der IT-Planungsrat im März 2025.[21][22][23] govdigital setzt für die öffentliche Verwaltung einen Cloud-Broker um.[24]

Das niedersächsische Ministerium für Inneres Sport und Digitalisierung berichtete über die Untestützung der Kommunen durch die govdigital e.G.[25] Der Normenkontrollrat informierte in seinem Bericht vom 3. Oktober 2024 über den govdigital-Marktplatz[26] als Produkt des IT-Planungsrates. Die souveräne Cloud bietet Schwarz Digits über govdigital an.[27]

Im Lobbyregister ist der Jahresbericht für 2024 hinterlegt, in dem govdigital eine Bilanzsumme von 51,5 Mio. € im Jahr 2024 ausweist, für die Jahre 2022 und 2023 waren dies weniger als 10 Mio. €. Die Umsatzerlöse sind mit 49,7 Mio. € für 2024, 17,3 Mio. € für 2023 und 11,3 Mio. € für 2022 ausgewiesen.[28]

Einzelnachweise

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