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Groupe antijuif

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Die Groupe antijuif, deutsch Antijüdische Fraktion (auch Nationalistische Antisemitische Fraktion genannt), war eine parlamentarische Fraktion in der Abgeordnetenkammer der Dritten Französischen Republik. Sie wurde im Frühjahr 1898 gegründet und löste sich mit dem Ende der VII. Legislaturperiode 1902 auf.

Ankunft der antisemitischen Abgeordneten in der Abgeordnetenkammer 1898.

Geschichte

Der politische Antisemitismus, der auf nationaler Ebene durch die Dreyfus-Affäre und auf lokaler Ebene durch die antijüdischen Ausschreitungen in Algerien[A 1] geschürt worden war, hielt nach den Parlamentswahlen von 1898 Einzug in die Abgeordnetenkammer. Einer der neu gewählten Abgeordneten war der Polemiker Édouard Drumont, Autor von La France Juive und Direktor von La Libre Parole.

Unter seinem Vorsitz konstituierte sich am 3. Juni 1898 die antijüdische Gruppe, der sich zunächst etwa 15 Abgeordnete anschlossen und der bald weitere Mitglieder folgten.[1] Am 30. Oktober veröffentlichte diese „nationalistisch-antisemitische Gruppe“ ein Manifest, in dem sie die Schuld von Dreyfus bekräftigte und die Notwendigkeit betonte, „ganz Frankreich vom Joch der Juden zu befreien“.[2]

Die Gruppe war heterogen zusammengesetzt und hatte Mitglieder aus mehreren politischen Richtungen von Monarchisten bis Sozialisten, die zum Teil auch anderen Fraktionen angehörten. Politisch forderte die Gruppe die Freilassung von Max Régis[3] und die Aufhebung des Décret Crémieux, das den algerischen Juden die französische Staatsbürgerschaft gebracht hatte.[4]

Bei den Wahlen von 1892 wurden die meisten Mitglieder der Fraktion (einschließlich Drumonts) nicht mehr gewählt, sodass die Gruppe nicht neu gebildet wurde.

Mitglieder

Die Angaben zur Mitgliedschaft beruhen auf einer Liste der Libre Parole – veröffentlicht in Le Temps[5] –, den Aufstellungen von Laurent Joly[6] und den Erinnerungen des Journalisten Jean Drault.[7]

Diese Abgeordneten werden von allen drei Quellen genannt:

Diese Abgeordneten werden nur von zwei Quellen genannt:

Literatur

  • Jean Drault: Drumont, la France juive et La Libre Parole. Société française d’éditions littéraires et techniques, Paris 1935.
  • Bertrand Joly: Histoire politique de l’affaire Dreyfus. Fayard, Paris 2014, ISBN 978-2-213-67720-0 (cairn.info).
  • Laurent Joly: Antisémites et antisémitisme à la Chambre des députés sous la IIIe République, Revue d’histoire moderne et contemporaine. Belin, Paris 2007, ISBN 978-2-7011-4571-6 (cairn.info).
  • Raphaël Viau: Vingt ans d’antisémitisme 1889–1909. Fasquelle, Paris 1910.
  • Les Antisémites à la Chambre. Almanach de la Libre Parole pour 1899, Paris 1898, S. 67–72.

Anmerkungen

  1. Am 22. Januar 1898 begann der antisemitische Agitator Max Régis in Algier eine Jagd auf Juden und schlug vor, „den Baum der Freiheit mit jüdischem Blut zu begießen“. Die Juden schossen zurück und ein Randalierer wurde getötet. Auf der Rückfahrt von seiner Beerdigung am 23. Januar wurden mehrere Juden gesteinigt und einer von ihnen mit einem Knüppel totgeschlagen. Mehr als 600 Personen wurden festgenommen und mehr als 100 verletzt. Die Unruhen endeten erst nach der Abreise des Generalgouverneurs Louis Lepine im Juli. Siehe hierzu Histoire des Juifs en Algérie#Antisémitisme européen in der französischsprachigen Wikipédia.
  2. alle Zeichnungen Maurice Dulac, 1898

Einzelnachweise

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