Gsteinach (Schwarzenbruck)

Ortsteil von Schwarzenbruck From Wikipedia, the free encyclopedia

Gsteinach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Schwarzenbruck im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).[2] Gsteinach liegt in der Gemarkung Schwarzenbruck.[3]

Schnelle Fakten Gemeinde Schwarzenbruck ...
Gsteinach
Koordinaten: 49° 21′ N, 11° 14′ O
Höhe: 361 m ü. NHN
Einwohner: 1144 (1. Aug. 2023)[1]
Postleitzahl: 90592
Vorwahl: 09128
Ortskern Gsteinach (2023)
Ortskern Gsteinach (2023)
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Schwarzachklamm bei Gsteinach (2023)
Schwarzenbrucker Moor (2023)

Lage

Das Dorf bildet mit Schwarzenbruck und Ochenbruck im Osten eine geschlossene Siedlung. Diese ist allseits von Wald umgeben. Nahe dem Ort befinden sich zwei Naturschutzgebiete, das Schwarzenbrucker Moor und die auch als Geotop ausgewiesene Schwarzachklamm. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schwarzenbruck (1,2 km östlich) bzw. zur Bundesstraße 8 bei Feucht (1,7 km nordwestlich).[4]

Geschichte

Gsteinach wurde zwischen 1486 und 1490 von dem Schwarzenbrucker Unternehmer Heinz Müllner als Eisenhammer begründet. Mitte des 16. Jahrhunderts beschäftigten seine nachfolger 2 Hammerschmiede, einen Schmelzer, weitere Hilfskräfte und einen Fuhrknecht, die in zwei Gebäuden wohnten. Conrad, ein Enkel des Gründers, erwarb das Werk für seine Familie zurück. 1607 wurde das Hammerwerk an den Röthenbacher Hammerschmied Jakob Pühler verkauft, dessen Familie nun den Weiler für rund 200 Jahre prägte. Sie konnten eine Insolvenz (1638), einen Hochwasserschaden (1732) und einen Brand (1783) überwinden und versuchten sich seit 1805 im neuen Geschäftszweig einer Spiegelglasschleife.[5]

Gsteinach in Bayern

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Gsteinach dem Steuerdistrikt Schwarzenbruck und der Ruralgemeinde Schwarzenbruck zugewiesen.[6] 1830 übernahm der Erlanger Spiegelfabrikant Joh. Zephanias Fischer die Glasfabrik und ersteigerte 1834 auch den Hammer. Ihm folgte der Fürther Glasschleifer Joh. Karl Gottlieb Osterhausen (1847–1861) und 1872 der Bronzefabrikant Friedrich Meier. Seine Söhne produzierten dort bis 1922, als sie den Betrieb an die Firma Hagelauer überließen. Die neue Firma gestaltete nicht nur das Gelände maßgeblich um und erbaute ein Flusskraftwerk mit kleinem Stausee. Der neue Schwerpunkt wurde die Bearbeitung und der Export von Gesteinen. Und oberhalb des Werkes auf der Höhe errichteten die drei Gründer eine Fabrikantenvilla, die heute noch vorhanden ist. 1933 übernahm einer der drei Inhaber Georg Lauterbach das Granitwerk und führte es mit einer Unterbrechung während der Kriegszeit (Beschlagnahmung) bis zu seinem Tod 1969 als größter Arbeitgeber Schwarzenbrucks. 1981 gab sein Sohn den Betrieb auf und das Gelände verfiel, bis die Gebäude 2009 abgerissen wurden. Unten in der Schlucht ist nur noch das Felsenhaus aus dem späten 19 Jahrhundert mit dem Wasserkraftwerk erhalten.[7] Der Ortsteil selbst hat sich seit den 1970er Jahren zu einem reinen Wohnort entwickelt.

Infrastruktur

Kläranlage bei Gsteinach (2023)
Das Schwarzenbrucker Wasserwerk im Gemeindeteil Gsteinach (2023)

Gsteinach verfügt über wenige Handwerksbetriebe, keine Industrie, keine Gastronomie und keine Ladengeschäfte. Nördlich im Feuchter Forst befinden sich wirtschaftlich genutzte Sandgruben. Westlich von Gsteinach wurden ehemalige Sandgruben aufgefüllt und dienen jetzt als Bauschuttdeponie. Am Ortsrand befindet sich das Wasserwerk der Gemeinde und an der Schwarzach die Kläranlage des Kanalisations-Zweckverbandes Schwarzachgruppe.[8]

Literatur

Commons: Gsteinach (Schwarzenbruck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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