Gut Sunder
Bauwerk in Winsen (Aller)
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Das Gut Sunder liegt an der Meiße, im Ortsteil Meißendorf der niedersächsischen Gemeinde Winsen (Aller) im Landkreis Celle. Es wurde zur Mitte des 17. und 18. Jahrhunderts gebaut. Aktuell (2025) wird es als NABU-Bildungsstätte, Café und ehem. Hotel genutzt.

Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Winsen (Aller)).
Geschichte und Beschreibung
Der Lüneburger Kanzler am Hof des welfischen Herzogs in Celle, Baltasar Klammer, wurde 1548 von Abt Herbold vom Kloster St. Michaelis mit den Besitzungen des Klosters in Meißendorf belehnt. Der verlegte den Hof aus dem Ort Meißendorf in die Nähe seiner Ländereien. So entstand auch der Name: Sunder = sonder, gesondert. Auf einem von Gräben umgebenen Platz, mit kleinen Teichen, wurde ein Herrenhaus im repräsentativen Stil der Celler Bürgerhäuser errichtet. Nachdem das Gut mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, erwarb 1752 der Königlich Großbritannische und Kurfürstlich Braunschweig-Lüneburgische Hofrat Gottlieb Ludewig von Schrader (1695–1760) das Gut Sunder. 1881 wurde nordwestlich des Gutes, im Wald an der Meiße, ein erhaltener Familienfriedhof angelegt. 1977 verkaufte die Familie von Schrader das Gut. 1980 erwarb der Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV, heute NABU) den Gutshof und den angrenzenden Teich. Der NABU Landesverband Niedersachsen unterhält hier ein regionales Umweltbildungs- und Naturerlebniszentrum.[1]


Die Gutsanlage besteht aus
- dem zweigeschossigen, giebelständigen, L-förmigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude von um 1550 und 1649 (Inschrift am Anbau) in Fachwerk mit verzierten Ausfachungen in Stein und Streben (u. a. Anreaskreuze), mit ziegelgegedecktem Krüppelwalmdach mit Firstspieß und Schleppgaube, heute mit Hotel, Veranstaltungs- und Seminarräumen, sowie dem zweigeschossigen rechten Anbau in Fachwerk mit sichtbaren verzierten Balkenköpfen im EG und dem Eingang und davor dem Cafégarten,[2]
- der eingeschossigen verbretterten ehem. Scheune mit Satteldach und späterem Vorbau zum Eingang, heute Infornationszentrum des NABU
- der zweiten, eingeschossigen, länglichen, verbretterten Scheune mit Satteldach,
- der Erbbegräbnisstätte der Familie Schrader im Wald nahe Gut Sunder mit Kreuz,[3]
- dem ehemaligen Wehr an der Meiße, früher (1725) befand sich hier eine Wassermühle mit einem doppelten Wasserrad, die 1902 durch ein Sägewerk ergänzt wurde,
- und weiteren nicht denkmalgeschützen Nebengebäuden (u. a. Ferienhaus, Verwaltung), sowie
- einer neueren runden Brunnensäule aus verziertem Ziegelmauerwerk mit Keramikplatten.
1881 begann der Eigentümer des Gutes Sunder, Ernst von Schrader, mit der Teichwirtschaft. Es wurden 51 größere und kleinere Teiche auf den Heide- und Moorflächen angelegt. Die Meiße wurde kanalisiert und speist die Teiche mit Wasser.[4] Die Meißendorfer Teiche mit dem Bannetzer Moor sind ein 815 Hektar umfassendes Naturschutz- und Vogelschutzgebiet. 1980 erwarb der Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV, heute NABU) zusammen mit der Bundesregierung große Teile des Geländes und baute die Bildungsstätte vom DBV-Naturschutzseminar Sunder zu NABU-Akademie Gut Sunder um. Am 30. September 2003 stellte die NABU-Akademie Gut Sunder als Einrichtung des NABU-Bundesverbands den Betrieb ein.
Weblinks
Literatur
- G. Weiß, K. Eichwalder, G. Dehio, E. Gall: „Bremen, Niedersachsen“, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Dt. Kunstverl., München 1992, S. 1376.