Winsen (Aller)

Gemeinde im Landkreis Celle From Wikipedia, the free encyclopedia

Winsen (Aller) ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen. Die Gemeinde hat 12.720 Einwohner und liegt am Südrand der Lüneburger Heide, am Ufer der Aller, etwas westlich vom Zufluss der Örtze.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Winsen (Aller)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Winsen (Aller) hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 41′ N,  55′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Celle
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 155,85 km²
Einwohner: 12.720 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 29308, 29229
Vorwahlen: 05143, 05146, 05056Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 024
Gemeindegliederung: 8 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Amtshof 5
29308 Winsen (Aller)
Website: winsen-aller.de
Bürgermeister: Dirk Oelmann (SPD)
Lage der Gemeinde Winsen (Aller) im Landkreis Celle
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Geographie

Die Gemeinde besteht aus den Ortschaften Winsen, Bannetze, Meißendorf, Stedden, Südwinsen, Thören, Walle und Wolthausen.

Geschichte

Der Name der Gemeinde rührt von Wynhausen (Wyn = Weideland). Die Winser Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht. Da alle Orte mit nach diesem Schutzpatron benannten Kirchen in der Zeit um 800 entstanden sind, vermutet man auch Winsens Entstehung in dieser Zeit.

Die zur Sicherung eines Allerübergangs errichtete Burg in Winsen wurde 1312 erstmals erwähnt und nach 1459 zerstört. Hier entwickelte sich der Mittelpunkt eines kleineren welfischen Amtsbezirks, zunächst als Gohgericht und dann als Amtsvogtei, welches 1859 in das Amt Celle eingegliedert wurde. Ein erstes Amtshaus stammte von 1592 und brannte 1725 ab. Bis 1734 wurde das neue Amtshaus Winsen (Aller) gebaut, das 1868 dem Forstfiskus übergeben und 1906 verkauft wurde. 1885 bildete Winsen einen selbstständigen Gemeindeverband unter den weiteren 107 Kreisgemeinden.

Gut Sunder in Meißendorf entstand 1548 durch Balthasar Klaman. Die Familie von Schrader übernahm den Hof Mitte des 18. Jahrhunderts.

Schützenfeste fanden bereits zur Mitte des 15. Jahrhunderts statt. Der Schützenverein im Kernort wurde 1903 gegründet.

Als 1903–1905 die Bahnstrecke Allertalbahn gebaut wurde, erhielt Winsen mit einem Bahnhof in Südwinsen Bahnanschluss. Die Strecke wurde 1966 für den Personenverkehr und 1985 auch für den Güterverkehr stillgelegt.[2]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Winsen vom 13. bis 16. April 1945 von britischen Truppen befreit. Erste freie Wahlen fanden am 15. September 1946 statt und am 20. September wurde ein Bürgermeister gewählt.

1972 wurde das Rathaus in dem ehemaligen Amtshaus untergebracht.
1974 wurde ein Freibad gebaut und Anfang der 1980er Jahre um ein Hallenbad erweitert.
Von 1975 bis 2010 war Winsen ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Eingemeindungen

Am 1. Februar 1971 wurden die Gemeinden Bannetze, Meißendorf, Stedden, Südwinsen, Thören, Walle und Wolthausen eingegliedert.[3]

Winser Madonna von 1490

Religion

Die Entstehungszeit der evangelisch-lutherischen Kirche St. Johannes der Täufer wird wie die des Ortes Winsen in der Missionierungszeit des Sachsenlandes im 9. Jahrhundert vermutet. Ihr wurde im 14. Jahrhundert ein gotisches Langhaus gebaut, das 1597 im Norden erweitert wurde. 1822 begann ein umfangreicher Erweiterungsbau.
1527 wurde die Reformation durch den Landesherren Herzog Ernst dem Bekenner eingeführt. Bis um 1600 befand sich die Winser Madonna in der Kirche. Die Kirchengemeinde Winsen ist Teil des Kirchenkreises Celle im Sprengel Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Die Katholiken in Winsen gehören zum Bistum Hildesheim. 1971 wurde in der Stechinellistraße die Heilig Kreuz-Kirche errichtet, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde in Hambühren.

Politik

Rathaus

Rat

Der Rat der Gemeinde Winsen (Aller) setzt sich aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Dies ist die gemäß § 46 NKomVG festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister. Bei der letzten Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[4]

Rat 2021
8
3
1
2
2
7
4
3
8 3 1 2 2 7 4 3 
Insgesamt 30 Sitze
Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 61,5 %
 %
40
30
20
10
0
27,3 %
(−2,9 %p)
25,1 %
(−4,8 %p)
8,6 %
(−3,5 %p)
11,0 %
(+3,0 %p)
2,6 %
(−2,9 %p)
5,8 %
(+3,0 %p)
12,5 %
(n. k. %p)
7,0 %
(n. k. %p)
20162021
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Unabh. Wählergemeinschaft
g Christlich Demokratische Wählergruppe
h Freie Wählergemeinschaft für Winsen

Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Ergebnisse:

Weitere Informationen Kommu- nalwahl, SPD ...
Kommu-
nalwahl
SPDCDUCDW 2GrüneAfDFWFW 3FDPUWGLinkeSPB 1ConstabelGesamt
20218 (27,3 %)7 (25,1 %)4 (12,5 %)3 (11,0 %)3 (8,6 %) 2 (7,0 %)2 (5,8 %)1 (2,6 %)n. a. n. a.n. a.30 Sitze[5]
20169 (30,2 %)9 (29,9 %)3 (11,4 %)2 (8,0 %)4 (12,1 %) n. a.1 (2,9 %)2 (5,5 %)n. a. n. a.n. a.30 Sitze[6]
20119 (30,4 %)11 (35,9 %)n. a.3 (11,4 %)n. a.n. a.n. a.6 (20,6 %)1 (1,6 %)n. a.n. a.30 Sitze[7]
200610 (32,9 %)13 (43,2 %)n. a.2 (7,6 %)n. a.n. a.3 (10,0 %)n. a.n. a. 2 (5,0 %)0 (1,3 %)30 Sitze[8]
Schließen
1 
Sozial-Patriotisches-Bündnis
2 
Christlich Demokratische Wählergruppe
3 
Freie Wählergemeinschaft für Winsen/Aller

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Winsen (Aller) ist seit 2011 Dirk Oelmann (SPD). Bei der Stichwahl zur Bürgermeisterwahl am 27. Februar 2011 setzte er sich mit 50,7 % der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Albrecht Hoppenstedt durch. Bei der Bürgermeisterwahl am 21. Oktober 2018 wurde er mit 56,5 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt, dabei gewann er die Wahl gegen Florian Hemme (CDU, 43,5 %)[9]. Er beginnt 2019 seine zweite Amtszeit, die bis 2026 läuft.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde zeigt das Stechinelli-Tor, ein Baudenkmal der Gemeinde, in das zwischen beiden Torpfosten das Wappen Lüneburgs, goldenes Schild mit roten Herzen, darauf ein blauer Löwe, eingelassen ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Weiteres

  • Das Natur- und Vogelschutzgebiet Meißendorfer Teiche ist mit 815 Hektar Gesamtfläche und 350 Hektar Wasserfläche die größte Wasserlandschaft der Lüneburger Heide.
  • Die Prinzensteine liegen an einem Weg zwischen Winsen und Oldau und erinnern an eine Entscheidungsschlacht am 28. Mai 1388 im Lüneburger Erbfolgekrieg. Der Sage nach verletzten sich an dieser Stelle zwei Prinzen tödlich, bevor sie sich als Brüder erkannten.
  • Seit 2012 werden jährlich am letzten vollen Wochenende im Mai auf den Allerwiesen die Deutschen Meisterschaften der Ritterschaften ausgetragen.[10] Die Austragung erfolgte bis dahin in Hermannsburg.[11]
  • Der Fallschirmsportverein Hannover betreibt einen Sprungplatz an der K63 zwischen Winsen und Meißendorf.[12]
  • Einmal jährlich werden im Zuge der Südwinser Hand- und Spanndienste Erhaltungs- und Ausbesserungsarbeiten in der Gemeinde durchgeführt.[13][14]
  • An die 1966 für den Personenverkehr und 1985 auch für den Güterverkehr stillgelegte Allertalbahn, die 1903 eingeweiht worden war, erinnern eine Informationstafel sowie ein Stück der Gleise mit Prellbock am früheren Bahnübergang Oldauer Straße in Südwinsen. Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist am südlichen Ende der Bahnhofstraße erhalten und dient heute Wohn- und Gewerbezwecken.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Bahnhof Winsen (Aller) lag an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Celle–Wahnebergen (Allertalbahn).

Buslinien der CeBus erschließen die Ortschaften Winsens und verbinden Winsen mit Wietze, Hambühren, Bergen und Celle. Das in Winsen fehlende Schienenverkehrsnetz ist über die Busverbindungen zum Bahnhof Celle erreichbar.

Die östlichste Ortschaft Wolthausen liegt an der Bundesstraße 3 zwischen Celle und Bergen. Die Landesstraße 180 führt nach Westen zur Anschlussstelle Raststätte Allertal, A 7 und nach Celle im Südosten. Die L 298 führt nach Norden zur B 3 in Bergen und nach Süden zur B 214 und zur L 310 (Celle – A 7 – Mellendorf).

Die Aller wird für die Sportschifffahrt und in den Sommermonaten für touristische Fahrgastschifffahrt genutzt, die Ortschaften in Winsen und Celle anfährt.[15]

Persönlichkeiten

Commons: Winsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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