Halle baut auf
Dokumentarkurzfilm von Fred Braun von 1946
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Halle baut auf ist ein Dokumentarkurzfilm von Fred Braun von 1946.
| Film | |
| Titel | Halle baut auf |
|---|---|
| Produktionsland | Sowjetische Besatzungszone |
| Erscheinungsjahr | 1946 |
| Länge | 5 Minuten |
| Produktionsunternehmen | DEFA-Produktion Sachsen-Anhalt, Halle/Saale |
| Stab | |
| Regie | Fred Braun, Max Jaap (Assistent) |
| Produktion | Fritz Anton (Aufnahmeleitung) |
Inhalt
Thematisiert wird die Beseitigung von Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs in der damaligen Landeshauptstadt Halle (Saale) im Rahmen der Hilfsaktion Halle baut auf. Zu sehen sind größere Trümmerberge in der Innenstadt. Die SED-Vorsitzenden Bernard Koenen und Bruno Böttge werden bei der Koordinierung der Wiederaufbauarbeiten im Haus der Einheit gezeigt, ebenso die Leitung der Arbeiten, die von einem zentralen Baubüro aus erfolgt. Zu sehen ist außerdem der Transport von Fabrikarbeitern zu den Baustellen sowie der Abriss von Gebäudeteilen und die Beseitigung des Schuttes mit Loren. Als erklärtes Ziel wird die Schaffung von Wohnraum hervorgehoben. Die führende Rolle der SED wird mehrmals betont, zudem wird die Rolle der Trümmerfrauen gezeigt, während andere gesellschaftliche Gruppen nicht explizit erwähnt werden, sondern es lediglich heißt, dass „alle Bewohner“ beteiligt seien. Medienwirksam werden daher die Politiker, darunter auch der Präsident der Provinz und spätere erste Ministerpräsident Sachsen-Anhalts Erhard Hübener als Teilnehmer der Räumarbeiten gezeigt. Abgeschlossen wird der Film Bildern von Sanierung und Neubau.
Hintergründe
Der Schwarzweißfilm Halle baut auf entstand im Auftrag der SED durch die DEFA-Produktion Sachsen-Anhalt.[1] Er trägt in der Sprache des Kommentators, den ausgewählten Bildern und der Musik progagandistische Züge. Er unterscheidet sich auch durch seine Kürze und das Fehlen von Stadtrundblicken von noch erhaltenen historischen Gebäuden von ähnlichen Produktionen dieser Zeit, wie Berlin im Aufbau, Potsdam baut auf und Dresden. Dies erklärt sich aus den vergleichsweise geringen Schäden in Halle, die nur punktuell (Frohe Zukunft und Siebel Flugzeugwerke, Hauptbahnhof, Riebeckplatz, Marktplatz usw.) auftraten, zumal es nach den Luftangriffen auf Halle nur wenige Kampfhandlungen im Stadtgebiet gab. Dennoch mussten 300.000 Kubikmeter Schutt beseitigt werden.
Der Film Halle baut auf wurde 2009 im Lux-Kino in Halle wieder gezeigt.[2] Er ist auch auf einer DVD mit historischen Filmen aus Halle enthalten.[3]
Kritik
„Regisseur Fred Braun gelingt es in vier Minuten, die schrecklichen Folgen der Verheerungen beider großen Bombenangriffe kurz vor Kriegsende einzufangen, aber auch zu zeigen, wie die Hallenser anpacken, um möglichst schnell Wohnungen zu schaffen. Aus Propaganda-Gründen steht Bernhard Koenen, späterer SED-Fraktionschef im Landtag, im Mittelpunkt, er leitet und dirigiert, ohne dass der Eindruck entsteht, es seien nicht die Menschen, die hier ihre Stadt wiederaufbauen.“ (Mitteldeutsche Zeitung, Oktober 2015)[3]
Literatur
- Doris Hackbarth, Günter Scholz: DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme (und Vorläufer). Berlin 1997. S. 3f.
Weblinks
- Halle baut auf Filmportal
- Halle baut auf Dokumentarfilmgeschichte (Webarchiv)
- Halle baut auf