Trümmerfrau
deutsche und österreichische Frauen, die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs beseitigten
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Als Trümmerfrauen werden Frauen bezeichnet, die nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen deutschen und österreichischen Städten bei der Enttrümmerung mithalfen. Sie waren neben professionellen Trümmerbeseitigern und zwangsverpflichteten ehemaligen Nationalsozialisten eine Gruppe der Akteure in den Trümmerräumaktionen der Nachkriegszeit.[1] Einige Historiker sprechen von einer gezielten Glorifizierung der Trümmerfrauen, die mit der Realität nichts zu tun habe.[2] So seien viele Fotos (zum Teil professionell) inszeniert worden.[3][4] Der Begriff wurde spätestens seit Ende der 1940er Jahre verwendet.[5]

Rolle von Frauen bei der Enttrümmerung

Die Größe der Aufgabe veranschaulichen folgende zeitgenössische Einschätzungen: Für Berlin veranschlagte man 1946 eine Dauer von sechs bis acht Jahren für die Trümmerbeseitigung.[6] 1947 gab es sogar eine Schätzung von 20–25 Jahren „[s]elbst bei Einführung modernster mechanisierter“ Verfahren.[7] Bis Ende 1947 waren in Nordrhein-Westfalen erst 10 % des bei Kriegsende vorhandenen Schutts von 90 Millionen m³ beseitigt. Hingegen waren in München bereits 43 % geräumt.[8]
In mehreren deutschen Städten wie Berlin, Dresden, Hamburg, Leipzig, Magdeburg, Zerbst oder Nürnberg entstanden für die Trümmerbeseitigung eigene Eisenbahnlinien. Diese „Trümmerbahnen“ transportierten Hunderte Millionen Kubikmeter Kriegsschutt aus den Zentren an die Stadtränder, damit sie dort vergraben oder aufgeschüttet werden konnten. Trümmerfrauen hatten häufig die Aufgabe, diese Bahnen zu beladen.[9]
Die Zahlen zeigen, dass die Enttrümmerung in keiner der Besatzungszonen zum größten Teil von Frauen geleistet wurde.[10]
Mit der Arbeitszeitverordnung vom 30. April 1938 war im Nationalsozialismus Frauenarbeit am Bau grundsätzlich verboten worden. Schutzvorschriften für Frauen in diesem Bereich hatte es zwar schon vorher gegeben, aber hiervon konnten Ausnahmen genehmigt werden, wenn dies im öffentlichen Interesse lag. Vor dem Krieg war für die Genehmigung der Arbeitsminister zuständig, im Krieg konnten die Gewerbeaufsichtsämter sie erteilen. Dieses Recht auf die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen galt nach dem Krieg zunächst weiter.[11] Im Juli 1946 hob dann das Alliierte Kontrollratsgesetz Nummer 32 das Verbot und alle Einschränkungen von Frauenarbeit im Bauhandwerk auf, was mit dem Mangel an männlichen Arbeitskräften begründet wurde. Die Durchführungsbestimmungen der einzelnen Besatzungszonen hierzu waren jedoch unterschiedlich.[11] Dies erklärt den unterschiedlichen Anteil von Frauen an der Enttrümmerung. Als der Alliierte Kontrollrat im März 1948 zerbracht, war Frauenarbeit auf dem Bau wieder nach den Ausnahmeregelungen aus dem Krieg erlaubt. Ein Bundesgesetz vom 21. März 1952 machte die Kriegsausnahmen wieder rückgängig. Ab diesem Zeitpunkt war also das Verbot von Frauenarbeit im Baugewerbe von 1938 wieder Gesetz.[11][12]
Während des Krieges kamen Frauen, abgesehen von weiblichen KZ-Häftlingen, bei der Trümmerräumung kaum zum Einsatz.[13] Nach dem Krieg änderte sich die Situation. Vor allem, wenn die Männer vom Kriegseinsatz noch nicht zurückgekehrt waren, mussten die Frauen mit anpacken.[14] Zu den Arbeitseinsätzen wurden unter anderem weibliche Strafgefangene und Bewährungsstraftäterinnen verpflichtet. Eine weitere Gruppe zwangen die kommunalen Behörden ebenfalls zur Enttrümmerung: Frauen und junge Mädchen, die sich „herumtrieben“ und aufgrund einer Geschlechtskrankheit, selbst wenn die Ansteckung damit bei einer Vergewaltigung geschehen war, der Prostitution beschuldigt wurden.[15]
Auch die Berliner Trümmerfrauen selbst sahen ihre Arbeit in den Ruinen keineswegs als eine freiwillige oder heroische Leistung an.[16][A 1][16]
Generell lässt sich sagen, dass die Intensität der Arbeitseinsätze von den jeweiligen Vorstellungen über Frauen in den Besatzungszonen beeinflusst wurde. Im Westen sollten Frauen vor körperlich anstrengenden Aufgaben weitgehend bewahrt werden, während in der sowjetischen Besatzungszogen harte Arbeit als Teil des sozialistischen Frauenideals galt. Einig war man sich jedoch in Ost und West, wenn es um die Einbeziehung von ehemaligen NS-Parteigenossinnen ging.[17] In der Bundesrepublik wurden die Enttrümmerungsarbeiten als Notstandsarbeiten weitergeführt. Mit der Zeit wurden die Trümmerräumungen innerhalb der Städte sowohl durch die Vertreter der Stadtverwaltungen als auch durch Bauunternehmen professionalisiert. Hierbei standen die Räumung der Hauptverkehrswege und die Instandhaltung der teilweise zerstörten Straßen und Wohnräume im Vordergrund. Die Eingliederung professioneller Akteure bei der Trümmerräumung schritt mit der fortschreitenden Stabilisierung politischer und wirtschaftlicher Verhältnisse voran.[18]
Sowjetische Besatzungszone und Berlin

In Berlin machten ehemalige Angehörige der NSDAP, die von den Besatzungsmächten dienstverpflichtet wurden, einen großen Teil der Arbeitskräfte für die Enttrümmerung aus.[19] Die Rote Armee forderte von den Arbeitsämtern auch Frauen zur Erledigung von schwerer und schmutziger Arbeit an. Besonders Frauen über 40 hatten aber erhebliche Probleme mit diesen Tätigkeiten. Dies war zum einen ihrem Einsatz bei der Pflege von Kindern und Eltern geschuldet, zum anderen aber auch der fehlenden körperlichen Leistungsfähigkeit.[20]
In der Sowjetischen Besatzungszone waren außerdem ab dem 1. Juni 1945 Frauen verpflichtet, sich beim Arbeitsamt zu melden. Nach der Registrierung teilte man sie zum Dienst als „Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe“ mit festen Arbeitszeiten und Schwerarbeiterzulagen bei der Zuteilung der Lebensmittelkarten ein.[21] Hausfrauen erhielten nämlich nur die sogenannte Hungerkarte.[22] Zum Stundenlohn finden sich für Berlin leicht unterschiedliche Angaben im Bereich zwischen 60 und 72 Pfennig.[21][23][24][25] Viele andere Städte sahen den Arbeitseinsatz als selbstverständlich und zahlten keinen Lohn.[26]
In Berlin übertraf der Anteil der Frauen an der Bevölkerung den der Männer deutlich stärker als in anderen Städten und Regionen. Damit im Einklang steht, dass auch bei der Enttrümmerung der Frauenanteil höher war als anderswo.[27] Dennoch belief sich selbst in Berlin zu Spitzenzeiten der Anteil der Frauen im arbeitsfähigen Alter, die an der Enttrümmerung mitarbeiteten, auf nur etwa fünf Prozent.[27][A 2][28]
Laut der Verordnung der sächsischen Landesverwaltung aus Oktober 1945 sollten alle ehemaligen Mitglieder der NSDAP sowie Mitglieder der nationalsozialistischen Organisationen, wie etwa der NS-Frauenschaft, im Alter von 14 bis 65 Jahren, beziehungsweise für Frauen bis 50 Jahren, zur Arbeitsverpflichtung registriert werden. Ihnen wurden vor allem die besonders schweren und schmutzigen Arbeiten zugeteilt.[29] In Dresden lag der Frauenanteil unter den Arbeitslosen, die in der Trümmerräumung tätig waren, ebenfalls bei etwas über zwei Dritteln. Es handelte sich dabei um etwa 31.600 Personen. In München war es beispielsweise so, dass dort zeitweise 1330 Männer und Frauen mit NS-Belastung eingesetzt waren. Die Beteiligung der Bevölkerung an der freiwilligen Trümmerräumung, bekannt als „Rama dama“, war hingegen nachweislich begrenzt. In der britischen Besatzungszone waren 1946 etwa 7400 Frauen tätig. Dies entsprach jedoch nur 0,27 % der erwerbstätigen Frauen, weshalb es für die weibliche Bevölkerung dort keinen typischen Broterwerb darstellte.[30]
In Berlin und der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) dauerten die Enttrümmerungseinsätze bis in die 1950er Jahre. Das Phänomen, dass Frauen in der SBZ und der DDR eine bedeutendere Rolle bei der Beseitigung von Trümmern einnahmen als im Westen, war jedoch nicht nur praktisch, sondern auch durch das System bedingt. Es entsprach der Ideologie und symbolisierte die kollektive Aufbauarbeit des neuen sozialistischen Staates.[31] Frauen hatten die Möglichkeit, sich zu Maurerinnen oder anderen Bauhandwerkerinnen umschulen zu lassen. So konnten sie sich qualifizieren und höhere Löhne erhalten.
In der DDR wurde 1951 das Nationale Aufbauwerk gegründet, das die Arbeit der Trümmerfrauen koordinierte.
Westliche Besatzungszonen
Die meisten Städte in den drei westlichen Besatzungszonen bedienten sich für die Enttrümmerung professioneller Baufirmen mit zumeist männlichen Fachangestellten. Zwangsverpflichtet wurden allenfalls ehemalige Mitglieder von NS-Organisationen beiderlei Geschlechts sowie deutsche oder ungarische Kriegsgefangene unter alliierter Aufsicht.[21]
In den Städten der von den Amerikanern und Franzosen besetzten Gebiete setzte sich die Einbeziehung von Frauen in die Trümmerräumung auch nach 1946 nicht durch. In der britischen Besatzungszone war die Situation anders. Dort hielten es die Vertreter der alliierten Militärregierung von Anfang an für sinnvoll, auch weibliche deutsche Arbeitskräfte für die Trümmerräumung einzusetzen.[32] Doch diese Absicht führte nicht zum gewünschten Ergebnis: Die Ergebnisse einer Volkszählung vom Oktober 1946 in der britischen Besatzungszone vermerken nur 7427 Frauen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe. Dies entsprach 0,27 % der berufstätigen Frauen, und nicht einmal die Hälfte von ihnen waren bei der Trümmerräumung eingesetzt.[33]
In der britischen Zonen durften keine stillenden Mütter, keine Mütter in deren Haushalt ein Kind unter 10 Jahren lebte sowie keine „kränklichen“ Frauen beschäftigt werden. Welche Frauen in die letzte Kategorie fielen, wurde von den Arbeitsämtern entschieden. Welche Frauen tätig waren, lässt sich im Einzelnen nicht mehr klären. Allerdings waren es zumindest in der Rheinprovinz aus wirtschaftlichen Gründen vorrangig Flüchtlingsfrauen: Sie hatten nur begrenzte Möglichkeiten, auf andere Weise ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Insofern gab es auch dort ein soziales Gefälle, wo die einheimische Bevölkerung auf die neu angesiedelten Vertriebenen trifft. Ob das für alle Besatzungszonen galt, ist nicht belegbar.[34]
Zwar versuchten die britischen Alliierten durchaus, Frauen in diesem Bereich zu beschäftigen, aber von den deutschen Verwaltungen wie den Arbeitsämtern kam energischer Widerstand, da die Arbeit auf dem Bau nicht als Frauenarbeit akzeptiert wurde.[35] Durch zahlreiche Arbeitsschutzvorschriften schränkten die deutschen Behörden die an sich gestattete Frauenarbeit ein. Das erklärte Ziel war es, das Geschlechterverhältnis auf dem Arbeitsmarkt wieder zu „normalisieren“ und den Einsatz von Frauen alsbald als nicht mehr erforderliche Notmaßnahme aus der Kriegszeit hinter sich lassen zu können.[36] In einem NRZ-Artikel vom September 1946 über Frauen, die im Ruhrgebiet auf dem Bau Handlangerdienste leisteten (nicht unbedingt Trümmerarbeit), wurde deren Beschäftigung in erster Linie als vorübergehende Hilfe bei Arbeitslosigkeit und großer Not beschrieben. Die „normale deutsche Frau“ müsse keine Angst vor Zwangsverpflichtung durch das Arbeitsamt haben, diese treffe nur weibliche Evakuierte, die in ihre Wohnungen zurückkehrten, und neu Zugezogene.[37]
Vor der Währungsreform 1948 waren viele Männer nicht bereit, für einen geringen Gegenwert schwere Arbeit zu leisten. Mit der Einführung der Deutschen Mark änderte sich dies, und es wurde in der Öffentlichkeit nicht kritisiert, wenn man Männer einstellte und dafür Frauen entließ. Die Beschäftigung von Frauen sei nicht mehr zeitgemäß.[38] Zwar versuchten die Frauen, sich zu wehren, doch die Baufirmen beriefen sich nun auf Arbeitsschutzbestimmungen für Frauen, die sie zuvor deutlich weniger ernst genommen hatten.[38] Unklar ist, wie lange die wenigen Umschülerinnen, denen in den westlichen Besatzungszonen eine Umschulung zur Fachhandwerkerin im Baugewerbe gelungen war, in der Bundesrepublik weiterhin in ihren Berufen arbeiten konnten: Nach dem generellen Verbot von Frauenarbeit in der Bauwirtschaft 1952 waren keine Ausnahmegenehmigungen mehr zugelassen.[39]
Das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen gab eine Broschüre heraus, in der die Gleichstellung der Frauen aus Ostdeutschland herabgesetzt wird. Die Gleichstellung in der DDR diente lediglich dem Ziel, Frauen dazu zu bringen, Männerarbeit zu übernehmen. Im Text der Broschüre werden Fabrikarbeit, Bergbau und politische Organisation als Beispiele für männlich dominierte Berufsfelder angeführt. Gleichzeitig präsentiert die Broschüre Bilder von herausfordernden körperlichen Arbeiten, auf denen mehr oder weniger eindeutig Frauen bei der Trümmerräumung zu sehen sind. In diesem Kontext spielte die Trümmerfrau eine zentrale Rolle in der Diskussion über die Gleichstellung der Geschlechter in Westdeutschland der 1950er Jahre, und zwar als unmissverständliches Negativsymbol.[40]
Trümmerfrauen-Thematik ab 1945
„Eines darf man ohne Übertreibung sagen: Wenn sich Deutschland in absehbarer Zeit so weit erholt (und teilweise schon erholt hat), daß man wieder ein normales Leben lebt, dann sind zum großen Teil seine tapferen Frauen daran schuld und in hohem Maße beteiligt, ob es nun Trümmerfrauen sind oder andere, die weniger mitgemacht haben…“
Glorifizierung
Der Tenor in neueren Analysen ist, die Trümmerfrauen seien im Diskurs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts insbesondere in der alten Bundesrepublik (Westdeutschland) hervorgehoben worden, um von der negativ konnotierten nationalsozialistischen Vergangenheit abzulenken. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin, Anna-Sophia Pappai, schreibt hierzu: „Die Vergangenheitsbewältigung der frühen BRD zielte auf eine Schuldabwehr bzw. die Projizierung der Schuld auf wenige Hauptverantwortliche. Die Verdrängung der eigenen Schuld wurde hier durch die Konzentration auf die ‚heldenhafte‘ Leistung der (‚schuldlosen‘) ‚Trümmerfrauen‘ erleichtert.“[42]
Andere Forschungsarbeiten des 21. Jahrhunderts sehen die Hervorhebung der Arbeitsleistungen der Trümmerfrauen in Propaganda, die von der DDR ausging.[43]
Daneben ergaben Untersuchungen, dass der mengenmäßige Anteil der Trümmerfrauen an der Beseitigung der Kriegstrümmer geringer war als ihn die spätere Glorifizierung darstellen wollte, auch seien viele der bekannten und bis heute immer wieder in den Medien gezeigten Filmaufnahmen und Fotografien bereits in der damaligen Zeit bewusst gestellt worden. Zwar dürfe man den Anteil der Trümmerfrauen an der geleisteten Arbeit nicht unterschätzen, er werde aber bis heute häufig übertrieben dargestellt.[44]
Anerkennung der Leistungen oder Probleme

Die Leistungen der Trümmerfrauen insbesondere im Osten Deutschlands wurden in Feierstunden, mit der Errichtung von Denkmälern, der Organisation von Ausstellungen und der Überreichung von Auszeichnungen gewürdigt. In der DDR wurden Trümmerfrauen, die ehrenamtlich gearbeitet hatten und mehrere hundert „Aufbauschichten“ nachweisen konnten, mit dem Titel Aktivist der ersten Stunde ausgezeichnet.
In einer Rede forderte Louise Schroeder vor dem Bundestag am 30. September 1949, in der sie massive Hilfe für Berlin anmahnte, eine „umfassende Anerkennung dieser Leistungen“:
„Unsere Frauen sind es gewesen, die mit ihren bloßen Händen die Straßen von der Lebensgefahr befreit und die Trümmer aufgeräumt haben. […] Und als Frau muß ich sagen, hier haben wir geradezu eine Ehrenpflicht, eine Ehrenpflicht gegenüber den Frauen, die noch im weißen Haar zum Zwecke der Enttrümmerung auf der Straße gestanden haben, und die nun plötzlich arbeitslos werden, weil wir sie nicht mehr bezahlen können.“[45]
Am 2. Mai 1952 verlieh Theodor Heuss, Bundespräsident der Bundesrepublik, 32 Trümmerfrauen und 17 Enttrümmerungsarbeitern das Bundesverdienstkreuz am Bande.[46]
Im Jahr 1965 veröffentlichten Ost-Berliner Organisationen und Zeitungsredaktionen wie die Nationale Front, der DFD, die FDJ einen Aufruf, dass sich Trümmerfrauen melden mögen. Rund 1000 Personen folgten diesem Ansinnen und konnten ihre Fotos, Erlebnisse und Gegenstände der Öffentlichkeit präsentieren. Die Projektmacher organisierten schließlich für diese Aktivistinnen in der Kongresshalle am Alexanderplatz eine staatliche Feier, auf der der Oberbürgermeister Friedrich Ebert die Festrede hielt. Die Feier stand unter dem Motto Ein Ehrenplatz im Herzen Berlins. Rund 100 Betriebe hatten Sach- und Geldspenden bereitgestellt, die während der Veranstaltung in einer Tombola den Ehrengästen zugelost wurden.[47]
1986 beging die ehemalige Trümmerfrau Ruth-Silvia Niendorf in Berlin (West) Suizid, weil sie mit ihrer niedrigen Rente von 700 Mark eine Mieterhöhung um 76 Mark nicht mehr zahlen konnte.[48][46] Der von 1989 bis 2008 bestehende Seniorenschutzbund Graue Panther rief daraufhin den 9. Juli als Gedenktag für die Trümmerfrauen ins Leben. Seit 1987 treffen sich noch lebende Trümmerarbeiter mit ihren Angehörigen am Hermannplatz in Berlin und ziehen von dort zum Trümmerfrauendenkmal in der Hasenheide, wo ein Blumengesteck abgelegt wird.[49]
Trümmerfrauen in den deutschen Städten
Aus Dankbarkeit gegenüber den Trümmerfrauen und zum Gedenken an sie wurden in mehreren Städten Denkmäler errichtet.
Aachen

In einer Wochenzeitung wurden am 4. Oktober 2006 Erinnerungen der Trümmerfrau Elisabeth Stock (83) veröffentlicht, von denen hier die folgenden Auszüge wiedergegeben werden:
„[…] schaufelten sich überwiegend die Frauen durch die Trümmerberge von Aachens völlig zerstörtem Zentrum; für eine Suppe von den Amerikanern wurde den ganzen Tag Steine geklopft und geschleppt, selbst die Spitzhacke gehörte zu unserem Rüstzeug, […] wohl auch deshalb hat man den Aachener Trümmerfrauen an der Rückseite des Rathauses eine Gedenktafel gesetzt […].“[50]
Berlin

Mit folgenden Maßnahmen, vor allem der schrittweisen Errichtung von Trümmerfrau-Denkmale, wurde der Einsatz von Trümmerfrauen anerkannt:
- Am 13. Oktober 1950 übergab Friedrich Ebert, Oberbürgermeister von Berlin (Ost), einer Trümmerfrau für ihren unermüdlichen Einsatz die erste neu erbaute Wohnung an der damaligen Stalinallee in einem der Zeilbauten („Wohnzelle Friedrichshain“), die von Hans Scharoun geplant worden waren.[51]
- 1955 gestaltete der Bildhauer Fritz Cremer das Denkmal Aufbauhelferin und Aufbauhelfer es wurde in Berlin-Mitte gegenüber dem Roten Rathaus aufgestellt.
- Im Jahr 1955 wurde im Volkspark Hasenheide in Berlin-Neukölln das Trümmerfrau-Denkmal von der Berliner Künstlerin Katharina Szelinski-Singer errichtet.
- Der DEFA-Dokumentarfilm Martha widmete sich 1978 dem Schicksal einer Trümmerfrau.
Chemnitz

2001 wurde im Alten Rathaus in Chemnitz ein Glockenspiel mit 25 Glocken in Betrieb genommen und 2002 durch sechs Bronzefiguren von Johannes Schulze ergänzt. Dreimal täglich werden sechs Figuren, die jeweils etwa einen Meter hoch sind, präsentiert: Benediktinermönch, Türmer, Spinnerin, Kaufmann, Gießer und Trümmerfrau stehen dabei für Chemnitzer Geschichtsetappen.[52]
Dresden
Dresden wurde während des Zweiten Weltkriegs stark zerstört. Trümmerräumung war hier für Frauen etabliert. Bei Frauen, die ohne Rücksicht auf die Umstände wegen einer Geschlechtskrankheit der Prostitution beschuldigt wurden oder sich an Orten wie Bahnhöfen oder Tanzcafés aufhielten, wurde die Arbeitsverpflichtung mit dem Resozialisierungsgedanken begründet.[53]
Anfangs wurde der Hauptteil der Trümmerbeseitigung von arbeitslosen Frauen geleistet.[54] Da männliche Arbeitskräfte nicht in ausreichender Zahl vorhanden waren, stellte sich die Arbeit von Frauen als notwendig dar. Zweifel an der ethischen Vertretbarkeit sind nicht dokumentiert. In den Berichten von Verwaltungsorganen über den Erfolg des Einsatzes von Frauen finden sich etwa gleich viele positive wie negative Aussagen. Es wurde zu bedenken gegeben, dass eine große Zahl von Frauen gar nicht einsatzfähig sei. Diese hätten ab dem Alter von 40 Jahren zum einen selbst gesundheitliche Probleme, zum anderen seien sie mit der Pflege der Eltern beschäftigt; auch wurde berichtet, dass Frauen nach harten Einsätzen wegen Unterleibsproblemen arbeitsunfähig geworden seien. Der Einsatz von Frauen wurde also von deutscher Seite nicht ohne Vorbehalte angenommen.[55.1] Schon ab 1946 waren in Dresden mehr Männer als Frauen eingesetzt, da immer mehr Männer aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten und für den Arbeitsmarkt verfügbar waren.[54] Dennoch wurden Frauen in Dresden auch nach Oktober 1946 noch zu Enttrümmerungseinsätzen verpflichtet.[55][55.2]
Der Stadtplaner Matthias Lerm verwies die Behauptung, die „Trümmerfrauen“ hätten „die Hauptleistung der Enttrümmerung erbracht“ „ins Reich der Legende“.[56] In Wahrheit seien im Auftrag der Neuaufbau Dresden G.m.b.H, die die Trümmerbergung im Auftrag der Stadt durchführte, zahlreiche Baufirmen mit Baggern, Trümmerbahnen und Lastwagen eingesetzt worden.[56]
Der Bildhauer Walter Reinhold schuf 1952 ein Denkmal für die Trümmerfrauen.[57]
Frankfurt am Main
In Frankfurt am Main wollte man bewusst keine Frauen zur Teilnahme am „Bürgereinsatz zur Trümmerräumung“ auffordern.[55.3] Von ihnen sei nämlich, so die Verantwortlichen der Bauverwaltung, ohnehin nur eine geringe Arbeitsleistung zu erwarten und es wäre mit so vielen berechtigten oder nicht überprüfbaren Anträgen auf Arbeitsbefreiung zu rechnen, dass der Verwaltungsaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stünde.[58] Wenn sich allerdings Frauen selbst zur Arbeit meldeten, wurden sie angenommen und ihre Teilnahme als Ausnahme herausgestellt.[55.3][58] Für den Einsatz von arbeitslosen Frauen bei der Enttrümmerung in Frankfurt gibt es keine Belege.[55.4]
Die Idee für ein „Trümmerfrau“-Denkmal in Frankfurt am Main kam 1993 auf, wurde jedoch nicht umgesetzt.
Halberstadt
In Halberstadt wurde – auf Betreiben und durch umfangreiche wirtschaftliche Unterstützung der Rolandsinitiative – die Errichtung eines Denkmals für die Trümmerfrauen beschlossen. Der Künstler Egbert Broerken aus Welver schuf einen Gedenkstein, der eine zerbombte Ansicht Halberstadts zeigt und anlässlich des 60. Jahrestages der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg – im April 2005 – vor der Westfassade des Rathauses auf dem Holzmarkt eingeweiht wurde.[59]

Jülich
Nachdem die Stadtverwaltung Frauen ab 18 Jahre zum „Entschutten“ aufgerufen hatte, teilte man diese Räumungstrupps zu. Die Trümmerfrauen erhielten einen Nachweis über die Arbeiten und mit diesem ein Anrecht auf den Bezug von Lebensmittelkarten.[60]
Ein Denkmal wurde im Forschungszentrum Jülich gebaut, durch den Förderverein Zitadelle auf dem Schlossplatz aufgestellt und am 11. April 2003 feierlich eingeweiht.[61] Es ist: „Allen gewidmet, besonders den Frauen, die im Zweiten Weltkrieg menschliches Überleben ermöglicht und Jülich an alter Stelle wieder aufgebaut haben.“[62]
Köln
Ein Viertel der Kölner Kriegstrümmer wurde hier von Trümmerfrauen (und -männern) weggeräumt. Weil die Arbeit nicht immer freiwillig war,[63] gibt es seit 2004 Probleme in der Stadtverwaltung, eine Zustimmung zum Bau eines Denkmals auf dem Trümmerberg des Hiroshima-Nagasaki-Parks am Aachener Weiher zu erlangen.[64] Mit Musik wurden die Frauen bereits 1994 geehrt: Die Gruppe Paveier trat mit dem Titel Trümmerfrau, komponiert von Ernst Stoklosa, auf.
Koblenz

Der Innenstadtbereich von Koblenz war am Ende des Krieges zu mehr als 90 Prozent zerstört, die weiteren Wohngebiete zu rund 60 Prozent. Auch hier mussten Frauen die Kriegstrümmer beseitigen helfen.[65]
Magdeburg
Vor der Johanniskirche in Magdeburg befindet sich seit 1982 eine Bronzestatue. Die Figur der Trümmerfrau symbolisiert eine Frau, die unmittelbar nach dem Ende des Krieges damit begann, die Zerstörungen zu beseitigen und die Stadt Magdeburg wiederaufzubauen. Zusammen mit einer anderen Skulptur, die eine Mutter darstellt, die ihr Kind beschützt, sowie einem Portal, bilden sie das Ensemble „Zerstörung und Wiederaufbau der Stadt Magdeburg“.[66]
Mannheim

Das Trümmerfrau-Denkmal in der Mannheimer Innenstadt geht auf die Initiative von Frauen aus dem Umfeld der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) im Jahre 1995 zurück.[19] In der Stadt gab es große Zustimmung und keinerlei Nachforschungen, ob eine Ehrung von Trümmerfrauen in Mannheim angebracht sei: Daher verging von der Initiative bis zur Aufstellung nur ein Jahr.[19] Das Relief zeigt zehn Frauen bei der Trümmerarbeit vor einer Trümmerlandschaft. Die Figuren, geschaffen von den Künstlerinnen Maritta Kaltenborn (geb. 1936) und Waltraud Suckow (1924–2009) stehen für Frauentypen der Nachkriegszeit. Die Frauen werden nicht explizit als „Trümmerfrauen“ bezeichnet.[67]
München
Als zu Beginn des 21. Jahrhunderts (2003, 2007) in der städtischen Verwaltung über die Aufstellung eines Denkmals für die Trümmerfrauen beraten wurde, hat die Mehrheit dies abgelehnt. Unter Berufung auf Archivmaterialien gab es dazu folgende Begründung: „Die im Antrag genannten Trümmerfrauen gab es in München nicht. Herangezogen wurden in der Regel arbeitsfähige Männer. Dabei ist besonders zu beachten, dass man die Trümmerbeseitigung direkt nach dem Krieg vor allem ehemaligen Nationalsozialisten als Sühneleistung auferlegt hat.“ Anlässlich eines späteren Antrags bezifferte man die Zahl der für die Trümmerbeseitigung – unter Androhung des Entzugs der Lebensmittelmarken – herangezogenen Nationalsozialisten auf 1330 Männer und 102 Frauen.[68] Im Mai 2013 errichtete der Verein Dank und Gedenken der Aufbaugeneration, insbesondere der Trümmerfrauen den Gedenkstein für die Trümmerfrauen und die Aufbaugeneration, einen aus grob behauenem Granit gefertigten Gedenkstein auf einem vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellten Gelände an der Alfons-Goppel-Straße bzw. am Marstallplatz. Er trägt die Inschrift: „Den Trümmerfrauen und der Aufbaugeneration Dank und Anerkennung. München nach 1945. Im Wissen um die Verantwortung“. Im Dezember 2013 verhüllten die grünen Landtagsabgeordneten Katharina Schulze und Sepp Dürr vor laufender Kamera das Denkmal mit einem braunen Sack, der die Losung trug: „Den Richtigen ein Denkmal. Nicht den Alt-Nazis“.[1]
Nürnberg
Siehe auch den Abschnitt zu Nürnberg im Artikel Enttrümmerung in deutschen Städten
Die US-amerikanische Militärregierung drängte in Nürnberg auf die Einführung eines umfangreichen Räumungsprogramm, an dem alle Einwohner teilnehmen sollten. Doch der Stadtrat folgte den Vorgaben der Militärregierung nur teilweise: Die Teilnahme an Bürgereinsätzen bei der Trümmerräumung war nur für Männer Pflicht, Frauen konnten sich freiwillig beteiligen.[55.5] Der Oberbaudirektor, ein Deutscher, erklärte die Abweichung damit, dass vom Pflichteinsatz von Frauen grundsätzlich abzusehen sei, weil genügend Männer für die Arbeiten vorhanden seien. Wenn sich Frauen aber freiwillig meldeten, wurden ihnen leichte Arbeiten zugewiesen.[55.3] Für den Einsatz von arbeitslosen Frauen bei der Enttrümmerung in Nürnberg gibt es keine Belege.[55.4]
Potsdam
Das historische Stadtzentrum von Potsdam war am Ende des Krieges ein einziges großes Trümmerfeld. Die Verwaltung veranlasste wie in anderen Städten auch hier die Beseitigung der gröbsten Schäden, sehr viele Trümmer wurden in den Stadtkanal entsorgt und führten zu dessen Verschwinden. Zur Arbeit herangezogen wurden die in der Stadt verbliebenen Frauen und Männer.[69]
Die Stadtverwaltung von Potsdam stellte im Jahr 1966 in der Burgstraße die Skulptur Aufbauhelferin auf. Die Bronzefigur hatte der Berliner Bildhauer Eberhard Bachmann Ende der 1950er Jahre geschaffen.[70]
Strasburg (Uckermark)
Die Statue der „Trümmerfrau“ in Strasburg entstand in der Künstlerwerkstatt von Herbert Köhnke, sie wurde im Jahr 1953 an der Kreuzung Markt/Falkenbergstraße enthüllt. Im Jahr 1996 erhielt die Skulptur einen neuen Standort.[71]
Würzburg

Ein Bombenangriff auf die Stadt am 16. März 1945 zerstörte rund 89 Prozent des innerstädtischen Wohnraumes, fast alle öffentlichen Gebäude, die meisten der Kulturdenkmäler und 35 Kirchen. Nach Kriegsende haben die „Frauen geschaufelt, gekarrt und gehämmert, erst aus freien Stücken, ab 18. Dezember 1945 im befohlenen Allgemeinen Arbeitsdienst, ab 8. März 1946 im ‚Ehrendienst‘;“ auch eine Trümmerbahn mit 30 km Gleisnetz kam zum Einsatz. Insgesamt wurden mit Loren etwa 2,7 Millionen Kubikmeter Schutt zum Mainufer am Alten Kranen transportiert und dort auf Mainkähnen fortgeschafft.[72]
In Österreich
Allgemeines
Der österreichische Wiederaufbau fand, entgegen verbreiteter Annahmen, nicht durch Trümmerfrauen, sondern größtenteils auf professionelle und institutionalisierte Weise statt.[73] Historiker der Akademie der Wissenschaften zeigen, dass vor allem ehemalige NSDAP-Mitglieder mit den Aufräumarbeiten betraut wurden.[74]
Von verpflichteten Arbeiterinnen und Arbeitern wurden eine Reihe von Klagen auf Entschädigung eingebracht. Dementsprechend entschied der Oberste Gerichtshof 1951, dass ihnen eine Bezahlung für die geleisteten Arbeitsstunden zustehe: 67 Groschen pro Stunde für Frauen und 84 Groschen für Männer.[74]
Nach neuerer Forschung wurde in Österreich ab den 1960ern das in der DDR konstruierte verklärende Bild der „Trümmerfrauen“ übernommen. Während die „Trümmerfrauen“ in den in der unmittelbaren Nachkriegszeit in Österreich veröffentlichten Pressefotos noch nicht vorkommen, wurden sie schließlich auch hier in das Bildrepertoire integriert, um als Symbol für Neuanfang sowie als Identitätsstifter zu wirken.[75]
Im Jahr 2005 beschloss das Parlament: „Österreichische Staatsbürgerinnen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind und vor dem 1. Jänner 1951 mindestens ein Kind in Österreich zur Welt gebracht oder erzogen haben und jetzt lediglich über eine Mindestpension oder ein vergleichbar niedriges Einkommen verfügen, sollen eine Einmalzahlung in der Höhe von 300 € erhalten.“ Ausgeschlossen sind Frauen „deren Verhalten in Wort oder Tat mit den Gedanken und Zielen eines freien, demokratischen Österreich unvereinbar waren“.[76] Die Anerkennungsprämie wurde bis Dezember 2005 bereits mehr als 24.000 Mal ausgezahlt.[77]
Wien

In Wien wurde ein Großteil des Schutts auf den Straßen der Innenstadt (etwa 20 Prozent des gesamten Gebäudebestandes war zerstört) professionell von Männern mit Maschinen beseitigt, während Frauen aufgrund der durch den Krieg bedingten Abwesenheit der Männer dazu gezwungen waren, den Alltag alleine zu bewältigen. Für die stigmatisierte Schwerstarbeit der Trümmerbeseitigung wurden vor allem gerichtlich verurteilte ehemalige Nationalsozialistinnen eingesetzt.[43] Im Historischen Museum der Stadt Wien sind Fotoarbeiten zu sehen, die Trümmerfrauen im Alltag der Jahre 1945/1946 beim Einsatz in der zerstörten Innenstadt zeigen. In den Erläuterungen heißt es: Sie „schupften … händisch … Ziegel“.[78] In einem Buch von 1994 werden Geschichten über Trümmerfrauen veröffentlicht.[79]
Im September 2018 wurde ein vom Bildhauer Magnus Angermeier geschaffenes Denkmal für Trümmerfrauen auf einem Privatgrund auf der Mölker Bastei im 1. Bezirk enthüllt (siehe Bild). Das Denkmal wurde gegen den Willen der Wiener Stadtregierung, die dieses aus historischen Gründen ablehnt, errichtet.[80]
Graz
In Graz war 2018 die Errichtung eines Denkmals zwar von der FPÖ gefordert, von der Landesregierung jedoch abgelehnt worden.[81][82]
In anderen Ländern
In allen durch die Kämpfe des Zweiten Weltkriegs zerstörten Ländern und Großstädten mussten die Zentren wieder bewohnbar gemacht werden. Hier war die Situation der vorhandenen Arbeitskräfte kaum anders als in Deutschland oder Österreich. Sofern die Männer durch Teilnahme am Krieg, durch Zwangsarbeit oder durch Inhaftierung in der Minderzahl waren, kamen also auch mehr Frauen als Männer zum Einsatz. Allerdings ist nicht überliefert, ob in diesem Zusammenhang auch von Trümmerfrauen gesprochen wurde. In Großbritannien beispielsweise werden allgemeinere Begriffe, wie post-war reconstruction women oder women who helped rebuild after the war, verwendet. Der englische Begriff der Trümmerfrau, rubble woman, wird oftmals nur in Bezug auf die Trümmerräumung während der Nachkriegszeit in Deutschland verwendet.[83]
Siehe auch
Literatur
siehe hierzu auch Trümmerliteratur
- Trude Unruh (Hrsg.): Trümmerfrauen – Biografien einer betrogenen Generation. Klartext-Verlag, Essen 1987, ISBN 3-88474-420-8.
- Angela M. Arnold (Hrsg.): Trümmerbahn und Trümmerfrauen. OMNIS Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-933175-57-7.
- Angela M. Arnold, Gabriele von Griesheim: Trümmer, Bahnen und Bezirke. Berlin 1945–1955. Eigenverlag, Berlin 2002, ISBN 3-00-009839-9.
- Heinrich Böll: Bekenntnis zur Trümmerliteratur. Aufsatz. 1952 in: Essayistische Schriften und Reden 1952–1963. Hrsg. von Bernd Balzer. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1979, S. 31, ISBN 3-462-01312-2.[84]
- Ursula Oehme (Hrsg.): Alltag in Ruinen – Leipzig 1945–1949 (Dokumente, Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Fotografien aus einer bewegten Zeit). DZA Verlag für Kultur und Wissenschaft, 1995, ISBN 3-9804226-3-1.
- Agnes-Marie Grisebach: Eine Frau Jahrgang 13 – Roman einer unfreiwilligen Emanzipation. Quell-Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-7918-1701-9.
- Agnes-Marie Grisebach: Eine Frau im Westen. Quell, Stuttgart 1989, ISBN 3-7918-1704-3.
- Antonia Meiners: Wir haben wieder aufgebaut: Frauen der Stunde null erzählen. Elisabeth Sandmann Verlag, München 2011, ISBN 978-3-938045-54-1.
- Peter Zumpf: Schutträumer. Wiener Neustadt 1946. merbod-Verlag, Wiener Neustadt 1996, ISBN 3-900844-43-7.
- Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes Klartext, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9 (zugleich Dissertation an der Universität Duisburg-Essen, 2013).[85][86]
- Maria Pohn-Weidinger: Heroisierte Opfer: Bearbeitungs- und Handlungsstrukturen von „Trümmerfrauen“ in Wien Springer-Verlag, 2. Auflage 2013, ISBN 978-3-658-04220-2. (eingeschränkte Vorschau)
- Birte Griesse: Trümmer – Frauen – Politik. Eine lokalgeschichtliche Untersuchung zur politischen Beteiligung der Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg (1945–1948) in der Stadt Köln. In: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins. Band 76, Nr. 1, April 2015, ISSN 0341-9320, S. 135–184, doi:10.7788/jbkgv.2005.76.1.135.
- Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität, in: Gerhard Paul: Das Jahrhundert der Bilder. Bildatlas. Band 1. 1900 bis 1949. V&R, Göttingen 2009, S. 738–745.
- Martin Tschiggerl, Thomas Walach: Die erfundene „Trümmerfrau“: Der Umgang mit der NS-Zeit in Österreich. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, vol. 70, no. 2, 2022, S. 299-326, DOI:10.1515/vfzg-2022-0018.
- Martin Tschiggerl: Ruinen der Erinnerung. Die Suche nach der österreichischen Trümmerfrau (= Böhlaus Zeitgeschichtliche Bibliothek, 41). Böhlau Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-205-22269-9 (open access).
Weblinks
- Trümmerfrau vor dem Pergamonaltar auf der Museumsinsel, Berlin 1948/49. Fotografie (s/w).
- 1.6.1945: Erster Arbeitseinsatz für Trümmerfrauen. In: kalenderblatt.de.
- Thomas Klug: 01.06.1945 - Frauen zur Trümmerarbeit verpflichtet. WDR ZeitZeichen vom 1. Juni 2020 (Podcast, 14:58 min).
- Das Geschlecht des Wiederaufbaus. (PDF; 116 kB) – Auszug aus einer Studie Frauen im Wien der Nachkriegszeit 1945–1950
- Vom Glück nur ein Schatten: Hommage an die Trümmerfrau. Rezension des ZDF-Films Schicksalsjahre mit Maria Furtwängler. In: Der Tagesspiegel, 12. Februar 2011.
- Unsere Geschichte. Mythos Trümmerfrau ( vom 1. März 2018 im Internet Archive) auf ndr.dr
- Christian Frey: Heerscharen von Trümmerfrauen waren ein Mythos. In: welt.de. 20. November 2014, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. Dezember 2014.
- Ulrike Forßbohm: Kriegs-End-Moränen - Zum Denkmalwert der Trümmerberge in Berlin. Berlin, November 2009
- Marita Krauss: Westdeutschland nach 1945 - Mythos Trümmerfrauen, Podcast „Alles Geschichte“, BR 2021