Hans von Blumenthal (Offizier)
preußischer Oberstleutnant und Oberhofmeister (1722–1788)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hans (Johann August) von Blumenthal, seit 1786 Graf von Blumenthal, (* 12. Februar 1722 auf Horst in der Prignitz; † 7. Dezember 1788 in Berlin) war ein preußischer Oberstleutnant[1], Kommandeur des Regiments Garde du Corps und Ritter des Ordens Pour le Mérite.

Leben
Herkunft
Johann (Hans) August von Blumenthal war ein Angehöriger des märkischen Adelsgeschlechts von Blumenthal. Seine Eltern waren der Etatsminister Adam Ludwig von Blumenthal (1691–1760) und dessen erste Ehefrau Sophia Ester, geborene von Hoym (1697–1733) aus dem Hause Poblotz. Die zweite Ehe des Vaters wurde mit Katharine Konstantia verwitwete (Franz) von Güntersberg-Falkenwalde geb. von Woedtke-Pommentz geschlossen und blieb ohne Nachfahren. Heinrich Georg von Blumenthal war ein älterer Bruder.
Militärkarriere
Blumenthal kam 1737 als Fähnrich in das Dragonerregiment „Möllendorf“ in Insterburg. Im Jahr 1740 kam er als Leutnant zum Garde du Corps. Er stieg weiter auf und wurde 1742 bereits Hauptmann und am 20. September 1747 Kommandeur des Regiments. Er wurde Major und im Juni 1755 Oberstleutnant. Im gleichen Jahr gewährte ihm der König Friedrich II. eine Zulage von 500 Talern. Während des Siebenjährigen Krieges wurde er 1756 in der Schlacht bei Lobositz so schwer verletzt, dass er seinen Abschied nehmen musste.
Er wurde danach Oberhofmeister den Prinzen Friedrich Heinrich Karl von Preußen. Nach dessen plötzlichen Tod pendelte er zwischen seinen Gütern und Berlin. Bei der Huldigung von Friedrich Wilhelm II. am 2. Oktober 1786 wurde er mit seinen Nachkommen in den Grafenstand erhoben. Er war Herr auf Horst, Blumenthal, Paretz, Pretschen, Wittmannsdorf und Ziegenhagen im Kreis Saatzig.
Familie
Johann (Hans) August von Blumenthal heiratete am 15. April 1761 die Reichsgräfin Ulrike Amalie von Wartensleben (1741–1808), eine Tochter des Generals Leopold Alexander von Wartensleben. Das Paar hatte folgende Kinder:
- Ludwig (1762–1763)
- Ulrike (1764–1765)
- Heinrich (1765–1830), Bürgermeister von Magdeburg ⚭ 1788 Friederike von Plessen (1769–1848), Eltern d. Albert von Blumenthal
- Amaline (1768–1825) ⚭ 1793 Karl von Wulffen (1753–1813), Herr auf Grabow
- Friedrich (1770–1775)
- Wilhelm (1771–1775)
- Johanne (1773–1777)
- Ulrike (1774–1812) ⚭ 1792 Adolf von Bredow (1763–1852), Herr auf Ihlow
- Luise (1776–1826)
- ⚭ 1795 (geschieden 1807) Georg Adam Graf von Schlieben (1760–1817)
- ⚭ 1808 Karl Graf von Klinckowström (1780–1844), Herr auf Korklack, Sohn von Karl Friedrich von Klinckowström
- Isabella (1778–1826) ⚭ 1810 Friedrich Wilhelm von Lepel (1774–1840), preußischer Generalmajor
- Elisabeth (1780–1831) ⚭ 1800 Hans Jakob Freiherr von Eckhardtstein († 1830), Herr auf Falkenhagen[2]
Literatur
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch des Adels. A (Uradel). 1960. Band IV, Band 22 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1960, S. 48–53.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Jahrgang 6, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 86. (Hans August von Blumenthal-Digitalisat)
- Anton Balthasar König: Hans von Blumenthal. In: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen, welche sich in Preußischen Diensten berühmt gemacht haben. Band 1. Arnold Wever, Berlin 1788, S. 149 (Hans von Blumenthal bei Wikisource [PDF]).