Heiligengrabe

Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Land Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Heiligengrabe ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Heiligengrabe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heiligengrabe hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 9′ N, 12° 22′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 207,63 km²
Einwohner: 4302 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16909
Vorwahlen: 033962, 033984, 033965, 03394
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 181
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Birkenwäldchen 1a
16909 Heiligengrabe
Website: www.heiligengrabe.de
Bürgermeister: Karl-Friedrich Schült
Lage der Gemeinde Heiligengrabe im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
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Geographie

Die Gemeinde liegt im Osten der Prignitz, nahe der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Mit einer Fläche von 206,31 km² gehört sie zu den flächengrößten Gemeinden Deutschlands.

Gemeindegliederung

Rundling Jabel
Rundling Glienicke

Zur Gemeinde Heiligengrabe gehören folgende Ortsteile, bewohnte Gemeindeteile und Wohnplätze:[2]

Geschichte

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts entstand das Dorf Techow oder Thegow. 1280 wurde Techow erstmals urkundlich erwähnt. 1287 wurde am Rand des Dorfes das Zisterzienserinnenkloster Stift zum Heiligengrabe gegründet. Die Ortschaft behielt bis 1928 den Namen Techow, dann wurde sie in Heiligengrabe umbenannt.[3]

Zu DDR-Zeiten bestand im Ort ein FDJ-Ferienlager.

Nach der Wende wurde in den Gemarkungen Heiligengrabe und Liebenthal das ca. 170 ha große Gewerbegebiet Heigengrabe/Liebenthal in unmittelbarer Nähe zum Autobahndreieck Wittstock/Dosse der BAB 19 und BAB 24 Hamburg-Berlin-Rostock erschlossen.

Am 26. Oktober 2003 wurden die Orte Blandikow, Blesendorf, Blumenthal, Grabow bei Blumenthal, Jabel, Liebenthal, Maulbeerwalde, Papenbruch, Rosenwinkel, Wernikow und Zaatzke nach Heiligengrabe eingemeindet.[4] Am 31. Dezember 2004 kamen Herzsprung und Königsberg, die sich gerichtlich erfolgreich gegen eine Eingemeindung nach Wittstock/Dosse gewehrt haben, hinzu.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1875323
1890285
1910305
1925377
1933843
1939829
Jahr Einwohner
19461 132
19501 313
19641 088
19711 015
19810 994
19850 981
Jahr Einwohner
19901 019
19950 934
20000 945
20055 087
20104 693
20154 441
Jahr Einwohner
20204 379
20214 350
20224 350
20234 413
20244 352
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[5][6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022[8]

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf die Eingemeindung zahlreicher Orte in den Jahren 2003 und 2004 zurückzuführen.

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Heiligengrabe besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde[9] aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,5 % zu folgendem Ergebnis:[10]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[11]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin09,6 %221,6 %4
Wählergemeinschaft Heiligengraber Land36,9 %620,4 %3
AfD16,0 %1
Gemeinsam für Bürger11,0 %2
Bürgerliste Blumenthal-Grabow-Rosenwinkel20,1 %310,3 %2
Alternative Wählergruppe Gemeinde Heiligengrabe11,9 %207,7 %1
Lebens(t)raum Dorf zwischen Jäglitz und Glinze08,9 %107,6 %1
Einzelbewerber Arno Beck02,3 %
Die Linke06,7 %102,1 %
Bündnis 90/Die Grünen01,0 %
CDU1
Insgesamt100 %16100 %14
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Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD drei Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister

  • 1998–2003: Reinhard Preuß[12]
  • 2003–2007: Egmont Hamelow[13]
  • 2007–2023: Holger Kippenhahn (Wählergemeinschaft Heiligengraber Land)
  • seit 2023: Karl-Friedrich Schült (Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin)

Holger Kippenhahn wurde in der Bürgermeisterwahl 2015 mit 56,3 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.[14]

Seit dem 1. Juli 2023 ist Karl-Friedrich Schült Bürgermeister der Gemeinde. Er wurde in der Bürgermeisterwahl am 19. März 2023 mit 53,7 % der gültigen Stimmen gewählt.[15]

Wappen

Wappen von Heiligengrabe
Wappen von Heiligengrabe
Blasonierung: „In Grün über einer silbernen Spitze zum Schildhaupt, belegt mit einem gemauerten roten Treppengiebel, in dessen rundem Mauerdurchbruch ein rotes Jerusalemkreuz schwebt, oben rechts ein silbernes Steingrab und oben links schräggekreuzt silbern eine Axt und ein Hammer.“[16]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet und am 5. September 2006 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

Der Gemeinde wurde am 4. Oktober 2006 durch das Ministerium des Innern eine Flagge genehmigt und wie folgt beschrieben:

„Die Flagge ist Rot - Weiß - Rot (1:4:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift GEMEINDE HEILIGENGRABE • LANDKREIS OSTPRIGNITZ-RUPPIN.

Städtepartnerschaft

Partnergemeinde ist Fahrenbach in Baden-Württemberg.

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Das Kloster Stift zum Heiligengrabe aus dem 13. Jahrhundert gilt als besterhaltene Klosteranlage in Brandenburg und ist seit 1998 als Denkmal nationaler Bedeutung eingestuft. Es erfuhr unter Kaiser Wilhelm II. besondere Förderung, unter anderem wurde die Grabkapelle neugotisch ausgemalt, und der Kaiser stiftete ein großes farbiges Kirchenfenster. Dieses Kaiser-Fenster stammt vom Kirchenmaler und Mosaizisten August Oetken. Es zeigt die Äbtissin Adolphine von Rohr und den Kaiser bei der Übergabe des vom letzteren neugestifteten prunkvollen Äbtissinnen-Stabes.
  • Die Dorfkirche Wernikow entstand in der Zeit zwischen 1245 und 1253 und gilt damit als eine der ältesten Kirchen in der historischen Prignitz. Im Innern steht unter anderem ein Altarretabel aus der Zeit um 1722. Bei Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2011 wurde ein Weihesiegel aus dem 13. Jahrhundert gefunden. Der Denkmalpfleger und Bauhistoriker Gordon Thalmann bezeichnet dies als einen „der spektakulärsten Funde der neueren nordostdeutschen Kirchen- und Landesforschung.“[17].
  • Im Ortsteil Jabel steht eine Dorfkirche im Stil der preußischen Landbauschule mit einer bemerkenswerten Bohlenbinderkonstruktion.
  • Im Ortsteil Blumenthal befindet sich der von 2003 bis 2004 erbaute Aussichtsturm Blumenthal. Er ist der höchste Holzaussichtsturm in Deutschland.
  • In Blumenthal-Horst befindet sich auf dem Gelände des Gutes Burghof der ruinöse Nordflügel und ein polygonaler Treppenturm des um 1534 erbauten Renaissanceschlosses, das seit dem 17. Jahrhundert verfiel. Erhalten ist das 1752 erbaute barocke Gutshaus, das restaurierte Inspektorenhaus sowie Reste des um 1860 entstandenen Landschaftsparks. Im Inneren der 1688 erbauten Gutskapelle befindet sich das Grabmal des im Alter von fünf Jahren verstorbenen Hans Carl Montang von Blumenthal, ein Werk Johann Gottfried Schadows von 1794. Die Gebäude der in den 1950er Jahren errichteten Landwirtschaftsschule werden teilweise vom Gut Burghof genutzt. Der „Förderverein Burgbau im Landschaftspark zu Horst e. V.“ bemüht sich um den Erhalt des aus fünf Jahrhunderten stammenden Ensembles.

Geschichtsdenkmale

  • Gedenktafel für die Opfer des Todesmarsches von KZ-Häftlingen an der Gabelung Dorfstraße/Fretzdorfer Straße im Ortsteil Herzsprung
  • Gedenkstein für antifaschistische Widerstandskämpfer (Sammelgräber für zehn und sieben Häftlinge des KZ Sachsenhausen) auf dem Friedhof im Ortsteil Herzsprung
  • Gedenkstein von 1985 auf dem Friedhof von Herzsprung für drei alliierte Fallschirmspringer, die nach dem Abschuss ihres Flugzeugs in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges von Volkssturmmännern erschossen wurden.

Naturdenkmale

  • Dreibrüdereiche mit einem Brusthöhenumfang von 8,83 m (2016).[18]
  • Eiche an der Alten Schäferei mit einem Brusthöhenumfang von 7,31 m (2016).[18]
  • Eiche am Feld mit einem Brusthöhenumfang von 7,48 m (2016).[18]

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Verkehr

Heiligengrabe liegt an der Bundesstraße 189 zwischen Pritzwalk und Wittstock. Auch die Landesstraßen L 144 (BlumenthalHerzsprung) und L 145 (Kolrep–Wittstock) führen über das Gemeindegebiet. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Pritzwalk und Herzsprung an der A 24 (Hamburg–Berlin).

In Heiligengrabe und Liebenthal hält die Regional-Express-Linie RE 6 (Prignitz-Express, WittenbergeBerlin-Charlottenburg) der DB Regio Nordost. In den Ortsteilen Rosenwinkel und Blumenthal gibt es Haltepunkte an der Bahnstrecke Pritzwalk–Neustadt (Dosse), die zwei- bis dreimal täglich von der Regionalbahnlinie RB 73 der Hanseatischen Eisenbahn (HANS) bedient wird.

Bildung

In Heiligengrabe gibt es drei Grundschulen und eine Oberschule:[19]

Staatliche Schulen

  • Nadelbach-Grundschule
  • Grundschule Blumenthal

Schulen in freier Trägerschaft

  • Gemeinschaftsschule im Kloster Stift zum Heiligengrabe – Grundschule und Oberschule (anerkannte Ersatzschule)

Sport

Im Mai 2008 wurde Heiligengrabe von der Landesregierung Brandenburg als Brandenburgs «Sportlichste Gemeinde» ausgezeichnet, da jeder fünfte Einwohner in einem Sportverein aktiv ist.[20]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Einzelnachweise

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