Harald Ofner (Politiker)

österreichischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Harald Ofner (* 25. Oktober 1932 in Wien; † 8. April 2026) war ein österreichischer Rechtsanwalt und Politiker (FPÖ).

Harald Ofner (2014)

Leben

Harald Ofner besuchte 1942 bis 1945 die Napola Traiskirchen bei Wien.[1] Als 10- bis 13-jähriger Junge sei man „fügsam wie Plastilin“, sagte er später über seine Zeit an der Nazi-Kaderschmiede.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlernte er den Beruf des Starkstrommonteurs. Er besuchte eine Maturaschule und absolvierte anschließend ein Studium der Rechtswissenschaften (Dr. iur. 1958). Ab 1965 war er als Rechtsanwalt tätig, gab die Zulassung später aber zurück.

Seine politische Laufbahn begann Ofner im Gemeinderat von Mödling. Von 1976 bis 1986 war er Landesparteiobmann der FPÖ Niederösterreich. In den Jahren 1979 bis 1983 und 1986 bis 2002 gehörte er als Abgeordneter dem Nationalrat an. Von 1983 bis 1987 war Ofner österreichischer Justizminister in den Regierungen von Fred Sinowatz und Franz Vranitzky.

Ofner verteidigte im Jahr 2000 Peter Paul Rainer, der 1997 Christian Waldner, den ehemaligen Parteivorsitzenden des Südtiroler FPÖ-Ablegers „Die Freiheitlichen“, erschossen hatte. Trotz Ofners Bemühungen wurde Rainer kurz nach seiner Verhaftung in Wien-Rudolfsheim an Italien ausgeliefert.

Ofner starb am 8. April 2026 im Alter von 93 Jahren.[3]

Auszeichnungen

Sonstiges

Im Zuge der Lucona-Affäre tätigte der damalige Justizminister Ofner in einer Parlamentsdebatte den Ausspruch: „Die Suppe ist zu dünn.“ Er meinte damit, dass die Beweislage für eine Anklage nicht ausreichend sei. Dieser Spruch wird seither gern in Justiz- und Journalistenkreisen für ähnliche Fälle verwendet.[7][8]

Commons: Harald Ofner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI