Harsleben

Gemeinde im Landkreis Harz in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Harsleben, niederdeutsch Harschlewe,[2] ist eine Gemeinde, die zur Verbandsgemeinde Vorharz im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) gehört.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Harsleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Harsleben hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 52′ N, 11° 6′ O
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Verbandsgemeinde: Vorharz
Höhe: 123 m ü. NHN
Fläche: 27,86 km²
Einwohner: 2154 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38829
Vorwahl: 03941
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Gemeindeschlüssel: 15 0 85 140
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 7
38828 Wegeleben
Website: www.vorharz.net
Bürgermeister: Christel Bischoff
Lage der Gemeinde Harsleben im Landkreis Harz
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Geografie

Harsleben aus 1000 m Höhe

Der Ort liegt im nördlichen Harzvorland am Goldbach südöstlich der Kreisstadt Halberstadt.

Geschichte

Harsleben wurde im Jahre 1136 erstmals urkundlich erwähnt (um 1220 bis in das 14. Jahrhundert Hersleve genannt). Der in Sachsen-Anhalt weit verbreitete Namensbestandteil -leben bedeutet „Hinterlassenschaft, Erbe“. Die Edelherren von Meinersen waren hier begütert. Sie gaben um 1220 im Ort zwei Hufen als Lehen an Friedrich von Harsleben.[3]

Harsleben gehörte bis 1648 zum Bistum Halberstadt, das dann säkularisiert und als Fürstentum Halberstadt mit dem Kurfürstentum Brandenburg vereinigt wurde. Harsleben war Sitz eines eigenen Amtes und gelangte 1815 an den Regierungsbezirk Magdeburg der preußischen Provinz Sachsen.

Von 1952 bis 2007 lag Harsleben im Kreis Halberstadt (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 2007 ist die Gemeinde Teil des Landkreises Harz.

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19901.924
20052.328
20102.209
20152.180
20202.148
Jahr Einwohner
20212.137
20222.147
20232.168
20242.154
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion

Die Kirchengemeinde Harsleben gehört zum Pfarrbereich Wegeleben im Kirchenkreis Halberstadt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Nachdem infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 die Zahl der Katholiken im seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägten Harsleben erheblich angestiegen war, wurde die nach Konrad von Parzham benannte katholische Bruder-Konrad-Kapelle als Außenstation der Halberstädter Pfarrei St. Andreas eingerichtet,[5] die inzwischen wieder geschlossen wurde.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Harsleben besteht aus 14 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 15. September 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 41,5 % zu folgendem Ergebnis:[6]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[7]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Alternative für Harsleben32,4 %543,4 %6
Bürger für Harsleben40,2 %634,2 %5
CDU24,0 %311,6 %2
Einzelbewerber Uwe Hildebrandt10,8 %1
Freie Wähler03,4 %
Insgesamt100 %14100 %14
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Bürgermeister

  • 1991–1994: Udo Haase[8]
  • 1994–2001: Klaus Gabrisch[8]
  • 2001–2015: Holger Bauermeister[9]
  • seit 2015: Christel Bischoff

Bischoff wurde bei der Bürgermeisterwahl am 6. September 2015 gewählt.[10] Am 19. Juni 2022 wurde sie ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.[11] Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.[12]

Wappen

Das Wappen wurde am 17. Februar 1936 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „Schräggeteilt von Rot über Silber; oben drei im rechten Winkel abwärts kehrend gestellte sechsstrahlige silberne Sterne, unten ein abnehmender roter Mond.“[13]

Sehenswürdigkeiten

Kirche Harsleben
Rathaus
  • Die evangelische Kirche St. Simon und Judas, die das Ortsbild prägt, ist eine Kirche des frühen 17. Jahrhunderts mit romanischem Turm und reicher Ausstattung, unter anderem einem wertvollen Orgelprospekt.
  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für einen sowjetischen und drei polnische Zwangsarbeiter (darunter ein 13-jähriges Mädchen), die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden

Wirtschaft

Bis August 2007 war in Harsleben die traditionsreiche Käserei Rusack ansässig, die nur wenige Jahre nach der Übernahme durch die Müller-Gruppe geschlossen wurde.

In der Gemeinde existieren die üblichen Handwerksbetriebe, des Weiteren gibt es im Gewerbegebiet einige Autohäuser sowie Lebensmittelproduktionsbetriebe und einen Medizinartikelhersteller.

Verkehr

Durch den Ort führt die Bundesstraße 79 zwischen Halberstadt und Quedlinburg, von der östlich die Landesstraße L 24 nach Wegeleben abzweigt. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Quedlinburg-Mitte an der A 36 in etwa 8 km Entfernung.

Der nächstgelegene Bahnhof ist Halberstadt Hbf.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit Harsleben verbundene Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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