Oberharz am Brocken

Gemeinde im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Oberharz am Brocken ist eine kreisangehörige Stadt im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt, die zum 1. Januar 2010 entstand. Sie wurde mit dem freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Elbingerode (Harz) und der Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Brocken-Hochharz (außer Allrode) gebildet.[2] Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Stadt Elbingerode (Harz). Die Stadt mit den Ortsteilen Benneckenstein, Elbingerode, Elend, Hasselfelde, Königshütte, Rübeland, Sorge, Stiege, Tanne und Trautenstein ist seit 2015 ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Oberharz am Brocken
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oberharz am Brocken hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 43′ N, 10° 49′ O
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Höhe: 475 m ü. NHN
Fläche: 271,52 km²
Einwohner: 9391 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38875 (Elbingerode, Elend, Königshütte, Sorge, Tanne),
38877 (Benneckenstein),
38889 (Rübeland),
38899 (Hasselfelde, Stiege, Trautenstein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 039454, 039455, 039457, 039459
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Gemeindeschlüssel: 15 0 85 228
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1–2
38875 Oberharz am Brocken
Website: stadtoberharz.de
Bürgermeister: Ronald Fiebelkorn (CDU)
Lage der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz
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Zusammenschluss

Der Zusammenschluss erfolgte vor dem Hintergrund der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt und der damit verbundenen Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Brocken-Hochharz zugunsten einer Einheitsgemeinde. Der Gebietsänderungsvertrag wurde am 25. Juni 2009 von Vertretern der Orte auf einem Boot auf der Rappbodetalsperre unterzeichnet.[3]

Namensstreit

Die Namenswahl löste im Harz Kritik aus, etwa in Wernigerode[4], da sich das Gebiet der neuen Stadt weder im Oberharz noch unmittelbar am Brocken befindet. Insbesondere die Samtgemeinde Oberharz in Niedersachsen erhob Protest und reichte am 31. August 2009 Klage und Antrag auf Eilrechtsschutz beim Verwaltungsgericht Magdeburg ein, vorrangig, um den Namen Samtgemeinde Oberharz zu schützen.[5] Dabei scheiterte die Samtgemeinde. Eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Magdeburg wurde im November 2009 zurückgewiesen.[6] Im April 2010 gab die Samtgemeinde Oberharz bekannt, dass sie nunmehr eine erneute Klage im Hauptverfahren einreichen werde.[7] Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies im Juli 2011 die Klage der Samtgemeinde Oberharz wegen einer Namensverletzung erneut zurück. Ein vorangegangener Antrag der Samtgemeinde auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt. Die dagegen eingelegte Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt blieb ohne Erfolg.[8] Ende 2014 wurde die Samtgemeinde Oberharz aufgelöst und ging in der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld auf.

Ortsteile

Ortschaften mit ihren Ortsteilen:

Am 1. Juli 2014 ist das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft getreten. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.[9] Die Stadt Oberharz am Brocken hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Ihre neue Hauptsatzung ist mit Wirkung vom 26. Juni 2015 in Kraft getreten. Im §3 (1) werden die Ortsteile mit ihren amtlichen Namen aufgeführt.[10]

Geschichte

Ortsteil Elbingerode um 1900
Galgenberg in Elbingerode
Trautenstein im Winter
Hängebrücke über den Stausee Wendefurth

Der größte Teil des heutigen Stadtgebietes lag im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Vorgängergebieten des heutigen Niedersachsen: Elbingerode, Elend, Königshof und Rothehütte gehörten zum Königreich bzw. ab 1866 der preußischen Provinz Hannover. Sie bildeten im 19. Jahrhundert das Amt Elbingerode, das 1842 bis 1868 zur Berghauptmannschaft Clausthal gehörte, sodass in diesem Zeitraum tatsächlich eine politische Zugehörigkeit zum Oberharz bestand. Als der Landkreis Ilfeld 1932 aufgehoben wurde, wurden sie in die Provinz Sachsen umgegliedert. Hasselfelde, Rübeland, Stiege, Tanne und Trautenstein waren bis 1945 braunschweigisch. Nur Benneckenstein und Sorge gehörten als Exklave des Landkreises Grafschaft Hohenstein bereits seit 1648 zu Brandenburg bzw. ab 1701 Preußen, in dem sie ab 1815 zur Provinz Sachsen (Regierungsbezirk Erfurt) gehörten.

Seit Februar 2015 ist Oberharz am Brocken mit allen seinen Ortsteilen ein „staatlich anerkannter Erholungsort“.[11]

2017 wurde eine Fußgängerhängebrücke und Megazipline über den Stausee Wendefurth eröffnet, die das Tal und den Stausee überspannt.

Eingemeindungen

Weitere Informationen Ehemalige Gemeinde, Datum ...
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Benneckenstein1. Januar 2010
Elbingerode1. Januar 2010
Elend1. Januar 2010
Hasselfelde1. Januar 2010
Königshof1. April 1936Zusammenschluss mit Rothehütte zu Königshütte
Königshütte1. Januar 2004Eingemeindung nach Elbingerode
Neuwerk1. Juli 1950Eingemeindung nach Rübeland
Rotacker?Eingemeindung nach Hasselfelde
Rothehütte1. April 1936Zusammenschluss mit Königshof zu Königshütte
Rübeland1. Januar 2004Eingemeindung nach Elbingerode
Sorge1. Januar 2010
Stiege1. Januar 2010
Tanne1. Januar 2010
Trautenstein1. Januar 2002Eingemeindung nach Hasselfelde
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Dialektgrenze

Durch das Stadtgebiet verläuft eine Dialektgrenze. Die Stadt Benneckenstein liegt unmittelbar südlich der Benrather Linie und somit am Übergang von den hochdeutschen – genauer: den ostmitteldeutschen – Dialekten zur niederdeutschen Sprache.

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
201012.231
201510.771
202010.062
Jahr Einwohner
20219.873
20229.841
20239.763
20249.547
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[12], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Oberharz am Brocken besteht aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl der Stadt seit 2024 aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister.[13] Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,5 % zu folgendem Ergebnis:[14]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[15]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
CDU36,6 %1033,1 %7
AfD11,9 %0223,7 %5
Freie Wählergemeinschaft Oberharz15,5 %0420,2 %4
SPD13,2 %0408,5 %2
Einzelbewerber Ernst-Ulrich Wachter07,5 %1
Wählergruppe Heimat Stiege03,9 %0102,9 %1
Die Linke09,1 %0302,7 %
Bündnis 90/Die Grünen01,5 %
Bürgerinitiative Oberharz08,1 %02
Freie Wählergemeinschaft Elend01,7 %01
Insgesamt100 %27100 %20
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Bei der Wahl 2019 entfielen auf die AfD drei Sitze, von denen einer unbesetzt blieb, weil die Partei nur zwei Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister

  • 2010–2018: Frank Damsch (SPD)[16]
  • seit 2018: Ronald Fiebelkorn (CDU)

Fiebelkorn wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 22. April 2018 mit 52,9 % der gültigen Stimmen gewählt. Er wurde am 4. Mai 2025 mit 55,8 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[17] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[18]

Wappen

Das Wappen wurde am 7. Juni 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein grüner Dreiberg und ein dessen größeren Mittelgipfel überspringender schwarzer Hirsch mit achtendigem Geweih, überhöht von einem schwarzen Bergmannsgezähe, zwischen zwei aus den kleineren Außengipfeln wachsenden grünen Tannen, der Bergfuß belegt mit drei silbernen Wellenlinien.“[19]

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Seine Symbole erklären sich wie folgt: 1. Der Dreiberg ist ein heraldisches Symbol, das die Berge des Harzes ausdrückt. 2. Die Tannen nehmen Bezug zur natürlichen Umgebung der Stadt. Zu berücksichtigen ist, dass damit der Nadelwald (im mittelalterlichen Sprachgebrauch als Tann = Fichtenwald bezeichnet) des Oberharzes allgemein, nicht eine Baumart angesprochen ist. 3. Der springende Hirsch ist ein Symbol der Schnelligkeit, Kraft und Lebenserneuerung. Er drückt den Wildreichtum des Harzes aus, der seit dem Frühmittelalter Bannforst der deutschen Kaiser und Könige war. Zugleich symbolisiert der Hirsch als Synonym die vereinigten Städte und Gemeinden und überspringt im Wappen die Berge, was symbolisch für die anstehenden Aufgaben zur Entwicklung des Gemeinwesens gilt. 4. Das Bergmannsgezähe drückt mit Schlägel und Eisen den bis in die Gegenwart betriebenen Bergbau und das Hüttenwesen aus, die nachhaltig zur Industrialisierung der Region beitrugen.[20]

Die Farben der Gemeinde sind Grün-Weiß.

Flagge

Die Flagge der Stadt ist grün – weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.[19]

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Oberharz am Brocken ist durch die Rübelandbahn, die Harzquerbahn und die Selketalbahn erschlossen.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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