Hasan Ismaik

jordanischer Geschäftsmann und Investor From Wikipedia, the free encyclopedia

Hasan Abdullah Mohamed Ismaik (arabisch حسن عبد الله إسميك, DMG Ḥasan ʿAbd Allāh Ismaik; * 14. August 1977[1] in Kuwait) ist ein jordanischer Geschäftsmann und Sportinvestor.

Hasan Ismaik, 2025

Karriere

Nach dem Schulbesuch in Saudi-Arabien studierte der aus einfachen Verhältnissen stammende Ismaik in Amman Betriebswirtschaftslehre.[2] Nach dem Studium handelte er in Abu Dhabi mit Öl und Immobilien[3] und profitierte vom Immobilienboom 2007 im Nahen Osten.[4] 2014 wurde er vom US-Wirtschaftsmagazin Forbes als erster Milliardär Jordaniens sowie drittjüngster Milliardär des Nahen Ostens (Middle East) aufgeführt.[5][6]

Investor beim TSV 1860 München

Über Ismaiks Münchner Geschäftspartner Hamada Iraki entstand im März 2011 Kontakt zu dem damals vor einer Insolvenz stehenden Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München.[7] In den folgenden Wochen wurde über den Einstieg Ismaiks als Investor verhandelt. Ein Vertragsentwurf wurde nach Vorgaben der DFL mehrmals abgeändert. Am 30. Mai 2011 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen Ismaik und dem TSV 1860 München e. V. unterzeichnet.[8] Für 18 Mio. Euro erhielt er 60 % der Aktien.[9]

Über sein Unternehmen HAM International Limited hält Ismaik seitdem 3,9 Mio. der 6,5 Mio. Aktien der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, wobei 1.401.980 Vorzugsaktien sind.[10] Er war von 2011 bis 2018 Vorsitzender des sechsköpfigen Aufsichtsrats der 1860 München KGaA und gehörte auch dem vierköpfigen Beirat der Geschäftsführungs-GmbH an.[11] Ismaik hält zudem 90 % der Vermarktungsfirma H. I. Squared International, die seit 2011 für die Vermarktung des TSV 1860 zuständig ist.[12] Die übrigen 10 % hält der frühere Aabar-CEO Mohamed Badawy Al-Husseiny.[13]

Am 2. Juni 2017, nach dem Abstieg der Mannschaft aus der 2. Bundesliga, lehnte es Ismaik ab, die für eine Lizenz für die 3. Liga vom DFB geforderten erforderlichen Zahlungen in Höhe von 11 Mio. Euro zu erbringen.[14] Daher musste die erste Mannschaft in der Spielzeit 2017/18 in der viertklassigen Regionalliga Bayern antreten. Als Begründung wurde von Ismaik angeführt, dass der e. V. sich weigert, notwendige Änderungen vorzunehmen, um die vielen Themen, mit denen der Verein konfrontiert ist, zu lösen, und er deshalb die Zahlung nicht bereitstellen könne. Dennoch wollte Ismaik weiterhin Anteilseigner an der Fußballgesellschaft des Traditionsvereins bleiben[15] und kündigte an, gegen die 50+1-Regel zu klagen, um mehr Mitbestimmung zu erreichen.[16]

Im Mai 2018 gelang 1860 der Aufstieg in die 3. Liga. In den folgenden Spielzeiten etablierte sich die Mannschaft in der 3. Liga, ohne den angestrebten Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erreichen. In der Saison 2018/19 belegte 1860 den 12. Platz, in der Saison 2024/25 den 11. Platz.

Im Mai bzw. Juni 2024 hielt sich Ismaik drei Wochen in München auf, um für die Wahl des Bündnis Zukunft bei der Mitgliederversammlung am 16. Juni zu werben.[17] Keiner der von ihm unterstützten Kandidaten wurde in den Verwaltungsrat gewählt.[18]

Geplatzter Anteilsverkauf 2025

Am 5. Juli 2025 gab der Verein bekannt, dass Ismaik eine Einigung über den Verkauf seiner Anteile an eine Schweizer Familienholding erzielt habe.[19] Der Deal platzte jedoch kurz darauf. Ismaik erklärte, in zentralen Punkten getäuscht worden zu sein, und blieb dem Verein als Gesellschafter erhalten. Am 6. Juli 2025 wurde bei der Mitgliederversammlung des TSV München von 1860 e. V. der Österreicher Gernot Mang als Nachfolger von Vereinspräsident Robert Reisinger gewählt, der den Verein seit dem Absturz in die Regionalliga 2017 geführt hatte.[20] Ende Juli 2025 reiste Ismaik nach München und traf sich mit dem neuen Präsidenten Mang. In der Folge kam es zu personellen Veränderungen im Aufsichtsrat der KGaA: Ismaiks bisherige Vertreter Saki Stimoniaris, Andrew Livingston und Yahya Ismaik traten zurück und wurden unter anderem durch Herbert Bergmaier ersetzt.[21] Ismaik bekundete weiterhin die grundsätzliche Absicht, seine Anteile zu veräußern.

Lizenzkrise 2026

In der Saison 2025/26 belegte 1860 den 8. Platz in der 3. Liga. Am 21. Mai 2026 kündigte Ismaik über seine Firma HAM International die bestehenden Darlehensverträge mit der KGaA wegen angeblicher Verstöße gegen Berichtspflichten.[22] Dadurch entstand eine Finanzierungslücke von rund 2,7 Millionen Euro, die der Verein bis zum 3. Juni 2026 beim DFB als Liquiditätsnachweis für die Drittliga-Lizenz erbringen musste. Geschäftsführer Manfred Paula leitete daraufhin die Notgeschäftsführung ein und konnte vorübergehend keine Gehaltszahlungen mehr leisten.[23] Ismaik knüpfte eine erneute Finanzierung an sieben Bedingungen, darunter den Aufbau eines Compliance- und Finanzkontrollsystems, die Beauftragung eines externen Finanzexperten sowie eine Umstrukturierung der KGaA.[24] In seinem öffentlichen Statement erklärte der Investor, er habe den Verein in fünfzehn Jahren mit rund 80 Millionen Euro unterstützt und forderte einen grundlegenden Neuanfang.[25] Am 30. Mai 2026 ruderte Ismaik bei der umstrittensten Forderung zurück und erklärte, er verlange nicht den Verzicht auf das Vorkaufsrecht des e. V. bei einem möglichen Anteilsverkauf.[26] Am 3. Juni 2026 wurde bekanntgegeben, dass keine Einigung erzielt werden konnte. 1860 konnte somit den für die Lizenz notwendigen Liquiditätsnachweis nicht erbringen und wurde hierdurch gezwungen zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in den Amateurfußball abzusteigen.

Religiöses

Ismaik hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien mehrere Moscheen finanziert, darunter die Al-Aziz-Moschee auf der ar-Rim-Insel und die Al-Kareem-Moschee gegenüber dem Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi.[27]

Privates

Ismaik heiratete im Alter von 20 Jahren und ist Vater von drei Töchtern, die zwischen 1999 und 2008 geboren wurden.[3] Sein Vermögen wurde 2014 vom US-Magazin Forbes auf ca. 1,6 Milliarden US-Dollar geschätzt.[28] In den folgenden Jahren verlor er jedoch erheblich an Vermögen, unter anderem durch den Verfall der Arabtec-Aktie. Laut Forbes betrug sein Vermögen 2017 nur noch 341 Millionen Dollar.[29]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI