Hausen (lothringisches Adelsgeschlecht)
lothringisches Adelsgeschlecht
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Hausen ist der Name eines ursprünglich lothringischen, später sächsischen Adelsgeschlechts.

Die Familie ist von mehreren gleichnamigen Adelsgeschlechtern, u. a. den thüringischen Herren von Hausen, als nicht stammverwandt zu unterscheiden.
Geschichte
Das Geschlecht entlehnt seinen Namen nach seinem Stammhaus, der Burg Hausen an der Saar und war bereits im 13. Jahrhundert in Lothringen weit ausgebreitet und begütert. Nikolaus von Hausen wurde 1304 von Herzog Theobald von Lothringen mit Walderfangen belehnt. Seit etwa 1700 bedient sich die Familie unbeanstandet des Freiherrntitels. Im Jahre 1887 hat der Mannesstamm in seinem Stammland seinen Ausgang gefunden. Jedoch siedelte die Familie zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Sachsen über. Hier erging laut Ministerial-Reskript vom 19. Juni 1894 die Königlich sächsische Genehmigung zur Fortführung des Freiherrentitels. Ein Eintrag in das Adelsbuch des Königreichs Sachsen als deutscher Uradel und Freiherr erfolgte am 6. März 1905 (Nr. 169, 170, 172 und 173).
Stammlinie
Die im Jahrbuch des Adels überlieferte, ununterbrochene Stammlinie beginnt in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bei Walther von Hausen. Er war der Urgroßvater des im Jahr 1304 belehnten Nikolaus (auch: Klaus) von Hausen. Nikolaus war verheiratet mit Margaretha (geborene von Gemmingen).[1]
Die Stammlinie führt in der neunten Generation nach diesem Niklaus zu Alexander von Hausen, unter anderem Herr auf Relingen,[1] und verheiratet mit Magdalene, geborener von Hennemont, bei dem das Genealogische Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser die Stammlinie ansetzt. Alexanders Ururenkel Johann Ferdinand Peter von Hausen († 1770) war verheiratet mit einer geborenen von Leuwen. Er Vater von Lothar Franz (1749–1795), Hauptmann der Grenadiergarde, und Karl Heinrich (1755–1832), Jägerhauptmann. Beide waren außerdem kurfürstlich Trierische Kämmerer und die Stammväter der zwei überlieferten Linien derer von Hausen. Hauptsächlich kommen darin Personen in militärischen Diensträngen vor.[2]
Lothar Franz Enkelsohn Clemens (1809–1879) war sächsischer Generalleutnant und Vater von Lothar von Hausen (1845–1920), sächsischem Generalleutnant, Max von Hausen (1846–1922), sächsischem Generalmajor, und Arndt von Hausen (1851–1919), sächsischem Major und Batalionskommandeur. Clemens Bruder Karl Ferdinand (1811–1852), sächsischer Major, war Vater des Heraldikers Clemens von Hausen (1853–1907).[3] Ein weiterer Bruder Otto Friedrich August (1815–1871) wurde im lausitzischen Pförthen geboren und war Herr auf Posen, außerdem sächsischer Hauptmann und Ehrenritter des Johanniterordens. Mit einer geborenen von Rex hatte er zwei Töchter. Ein vierter Bruder unter den vorgenannten war Ludwig von Hausen (1819–1887), Generalleutnant im Schützen-Regiment „Prinz Georg“ Nr. 108. Seine Tochter Margarethe heiratete den sächsischen Artillerie-General Adolf von Rabenhorst.[4]
Karl Heinrich von Hausen, der Stammvater der zweiten Linie, war Vater des sächsischen Oberst Ferdinand von Hausen (1797–1881). Dessen Sohn Bernhard von Hausen (1835–1893) war sächsischer Kreishauptmann und wiederum Vater von fünf Töchtern sowie zwei Söhnen, von denen einer als Kind verstarb, und Ferdinand (* 1871) sächsischer Leutnant wurde.[5]
Angehörige
- Heinrich von Hausen (1786–1844), sächsischer Generalmajor
- Clemens von Hausen (1809–1879), sächsischer Generalleutnant und Stadtkommandant von Dresden
- Ludwig von Hausen (1819–1887), sächsischer Generalleutnant
- Bernhard von Hausen (1835–1893), sächsischer Politiker, MdL Sachsen
- Lothar von Hausen (1845–1920), sächsischer Generalleutnant
- Max von Hausen (1846–1922), sächsischer Generaloberst und Politiker
- Arndt von Hausen (1851–1919), sächsischer Generalleutnant
- Clemens von Hausen (1853–1907), sächsischer Hauptmann und Heraldiker
Wappen
Das Wappen (= Stammwappen) zeigt in Blau drei (2, 1) mit den Schneiden rechts gewendete sichelförmige silberne Winzermesser (oder Heppen)[6] an goldenen Griffen. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Decken zwei Büffelhörner, das rechte silbern, das linke blau.[7]
Seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts wird ein wachsender, rot gekleideter Mann mit Stulphut, in der Rechten ein Winzermesser haltend, die Linke in die Seite gestützt, als Kleinod geführt.[7] Dieses Wappen ist laut Maximilian Gritzner von der „jetzige[n] lausitzisch-sächsische[n] Linie der Herren v. Hausen auf Thosfell und Pohsen“[6] geführt worden.[6]
Eine Nassauische Linie habe im Kleinod einen geharnischten Ritter geführt.[6]
Literatur
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Justus Perthes, Gotha 1860, S. 314–316; 1896, S. 392–396; 1906 S. 317ff; 1908, S. 318–321; 1916, S. 346–350; 1920, S. 349–353; 1922, S. 356–359; 1930, S. 217.
- Jahrbuch des Deutschen Adels, Bruer, Berlin 1899, Band 3, S. 163–172 (Stammreihe).
- Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 2 (G–L). Regensburg 1863. S. 120
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 5, Leipzig 1864, S. 249.
- Clemens von Hausen: Auszugsweise Beiträge zur Familien-Geschichte der Freiherren von Hausen. Wilhelm Baensch, Dresden 1895. Volltext
- Siebmachers Wappenbuch
- Maximilian Gritzner, Adolf Matthias Hildebrandt: Der Adel des Elsass. Nürnberg 1871. S. 11; Tfl. 12. (uni-heidelberg.de: Text, Tafel)
- Maximilian Gritzner, Adolf Matthias Hildebrandt: Der Adel Deutsch-Lothringens. Nürnberg 1873. S. 27; Tfl. 19. (uni-heidelberg.de: Text, Tafel)
- Johann Andreas Tyroff: Wappenbuch der Königlichen, Großherzoglichen und Herzoglich Sächsischen Staaten, Band 3. Nürnberg 1854. Tfl. 24.