Heinz Georg Baus

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Heinz Georg Baus (* 25. Februar 1934 in Heidelberg; † 10. Mai 2016[1][2]) war ein deutscher Unternehmer und Milliardär. Er gründete 1960 das Baumarktunternehmen Bauhaus, welches er zeitlebens leitete.

Leben

Erstes Bauhaus-Ladengeschäft in Mannheim, U3, Ende der 1960er Jahre
Schon das erste Bauhaus-Ladengeschäft folgte dem Selbstbedienungskonzept.

Heinz Georg Baus wurde 1934 in Heidelberg geboren und wuchs im badischen Schriesheim auf. Seine Eltern Georg und Katharina betrieben dort eine Schreinerei, in der er eine Lehre zum Schreiner und Glaser absolvierte. Später durchlief er eine Ausbildung zum Lüftungsmechaniker und schloss die höhere Handelsschule ab.[3] Auf einer Reise in die USA wurde er auf den Do-it-yourself-Trend aufmerksam.[4]

Inspiriert von den ersten US-amerikanischen Baumärkten gründete er 1959 zusammen mit seinem Vater die Bauhaus Gesellschaft für Bau- und Hausbedarf und eröffnete am 9. April 1960 den ersten Bauhaus Selbstbedienungs-Fachmarkt.[5] Das Geschäft im Mannheimer U3-Quadrat gilt als der erste Baumarkt in Deutschland.[6] Fünf Jahre später eröffnet er die zweite Filiale in Heidelberg. Weitere Filialen folgten zunächst in der Rhein-Neckar-Region und später bundesweit, einschließlich des damaligen West-Berlin.[3] Bis 1970 wurden es zehn.[7] 1967 gründete Baus außerdem den Badausstatter Duscholux, der mit faltbaren Duschwänden aus Kunststoffglas bekannt wurde.[8] Baus hielt mehrere Patente in diesem Bereich.[9]

1969 verlegte Baus Firmen- und Wohnsitz in die Schweiz. Die Bauhaus Dachgesellschaft nahm ihren Sitz in Zug, Baus zog nach Thun im Kanton Bern. Später lebte er mit seiner Familie einige Jahre in Monaco.[10][4] Ab 1970 führte Baus das familieneigene Unternehmen als Präsident des Verwaltungsrats der Interbauhaus AG. Das operative Tagesgeschäft wurde weiterhin von Mannheim aus gesteuert.[3]

In den folgenden Jahrzehnten internationalisierte Baus das Unternehmen. Ab 1972 gründete er zahlreiche Landesgesellschaften und Filialen, zunächst in Österreich, später in mehreren westeuropäischen und skandinavischen Ländern sowie in Südosteuropa.[3][11]

Vom US-amerikanischen The Home Depot ließ er sich inspirieren und fügte seinen Filialen Ende der 1990er bis zur Entscheidung der Unterlassungsklage 2007 den Zusatz „The Home Store“ hinzu.[12] Um die Jahrtausendwende verlegte Baus seinen Wohnsitz von der Schweiz in die Steueroase Monaco.[13]

2015 gründete Baus die Heinz Baus Privatstiftung. Der Zweck der in Linz ansässigen Stiftung lautet „Sicherung und Erhalt der Bauhaus Gruppe als Familienunternehmen“.[11] Das Unternehmen zählte zu dieser Zeit mehr als 260 Filialen in 19 Ländern Europas und erwirtschaftete einen Umsatz von sechs Milliarden Euro.[14]

Heinz Georg Baus starb am 10. Mai 2016 im Alter von 82 Jahren. Nach seinem Tod gingen 60 % des Unternehmens auf die Stiftung über, die verbleibenden 40 % als unverkäufliche Anteile an Familienmitglieder.[7] Nachfolger als Verwaltungsrat des Unternehmens wurde der Anwalt Peter Lutz. Baus hinterließ laut Manager Magazin „nicht nur eine verschachtelte Unternehmensstruktur mit Verästelungen bis in die Karibik“, sondern auch seien die Familienverhältnisse „kompliziert“.[15]

Vermögen und Steuern

Sein Privatvermögen wurde 2016 laut Forbes auf mindestens 3,8 Milliarden USD geschätzt,[16] womit er zu den 500 reichsten Deutschen gehörte.[17] Nach Angaben des Magazins Bilanz gehörte Baus 2005 zu den 300 reichsten Menschen, die in der Schweiz leben. Die Schweizer Handelszeitung wies darauf hin, dass Baus „seine Firmentöchter früh blickdicht und unangreifbar unter Schweizer Dächern verankerte“. Er habe in der Schweiz 2005 ein deklariertes Einkommen von 48.300 Franken und einem angeblichen Minivermögen von 1,1 Millionen Franken angegeben, woraus sich in Thun für Baus eine persönliche Steuer von weniger als 13.000 Franken errechnete. Im Großherzogtum Luxemburg unterhielt Baus vernebelnd Dépendancen wie ein Bauhaus Investment.[18] Ausläufer reichen bis auf die Antillen-Insel Sint Maarten. Als Holding der Bauhaus AG dient die 1970 gegründete Interbauhaus AG.[19] In der Wahlheimat der holländischen Firma Demp B. V. in Vianen liegen sämtliche Markenrechte an Bauhaus, den Eigenmarken und zahlreichen Tochtergesellschaften.

Statt das Unternehmen seinen Kindern zu vererben, sicherte er sein Lebenswerk mit der Ende 2015 in Linz in Österreich gegründeten Heinz-Baus-Privatstiftung ab.[15][20] Die Stiftung wird von den Privatpersonen Dieter Bien, Andreas Burger und Erol Yelmer geleitet.[21] Nach eigener Aussage hatte Baus ein paar Prozente des Unternehmens behalten, „um die Familie zu versorgen“.[22]

Wurde Baus selbst bereits zu Lebzeiten als „(Steuer-)Flüchtling“ bezeichnet, geriet nach seinem Tod auch das Unternehmen mit dem undurchsichtigen Firmengeflecht in das Visier der Steuerfahndung.[18][23]

Privates

Baus war zweimal verheiratet und hatte mit seiner ersten Frau drei Kinder. Nach seiner Emigration wohnte er wechselweise am Thuner See in der Schweiz und in Monaco. Sein Sohn ist im Verwaltungsrat von Bauhaus.[24] Er hatte eine Pilotenlizenz mit Jet-Rating.

Literatur

  • Heinz Georg Baus in: Internationales Biographisches Archiv 10/2014 vom 4. März 2014, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Stephan Burgdorff: Viel Glück, wenig Skrupel. In: Der Spiegel.de, 1. Mai 1996

Einzelnachweise

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