Heßdorf
Gemeinde in Deutschland
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Heßdorf ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt in Bayern.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 38′ N, 10° 55′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Erlangen-Höchstadt | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Heßdorf | |
| Höhe: | 290 m ü. NHN | |
| Fläche: | 24,77 km² | |
| Einwohner: | 3808 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 154 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91093 | |
| Vorwahl: | 09135 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERH, HÖS | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 72 133 | |
| Gemeindegliederung: | 10 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hannberger Straße 5 91093 Heßdorf | |
| Website: | www.hessdorf.de | |
| Erster Bürgermeister: | Horst Rehder (Bürgerblock) | |
| Lage der Gemeinde Heßdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt | ||

Geographie
Geographische Lage
Der Hauptort liegt westlich der Bundesautobahn 3. Durch das Gemeindegebiet fließt der Seebach.[2]
Nachbargemeinden
Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):
Adelsdorf, Röttenbach, Erlangen, Herzogenaurach, Großenseebach, Weisendorf, Höchstadt an der Aisch, Gremsdorf.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Heßdorf hat zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]
- Dannberg (Dorf)
- Hannberg (Pfarrdorf)
- Heßdorf (Dorf)
- Hesselberg (Dorf)
- Klebheim (Dorf)
- Mittelmembach (Weiler)
- Niederlindach (Dorf)
- Obermembach (Weiler)
- Röhrach (Dorf)
- Untermembach (Dorf)
Es gibt die Gemarkungen Hannberg, Heßdorf, Hesselberg und Käferhölzlein und Eichelberg.[5] Die Gemarkung Heßdorf hat eine Fläche von 9,380 km². Sie ist in 2298 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3610,60 m² haben.[6] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Mittelmembach, Obermembach und Untermembach.[7]
Geschichte
Bis zur Gemeindegründung
1315 wurde der Ort als „Hessedorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort ist wahrscheinlich der Personenname Hesso, Hesse. Eine Person dieses Namens kann als Gründer der Siedlung angesehen werden.[8] Die Ministerialen von Gründlach waren ursprünglich im Ort Lehensträger. Deren Lehen ging 1315 an die Herren von Hohenlohe-Brauneck über, die es zwischen 1340 und 1364 als Oblei dem Bamberger Domkapitel stifteten.[9]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Heßdorf aus 21 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Herzogenaurach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Oblei Heßdorf des bambergischen Domkapitels. Grundherren waren das bambergische Kastenamt Herzogenaurach (1 Halbhof, 1 Viertelhof, 1 Gut), die Oblei Heßdorf (1 Hube, 5 Halbhuben, 1 Drittelhube, 6 Hofrait, 1 Sölde, 1 Mühle, 1 Haus) und das Rittergut Neuenbürg (2 Güter).[10]
1803 fiel Heßdorf durch den Hauptlandesvergleich Preußen/Bayern an Preußen. Mit dem preußischen Fürstentum Bayreuth kam sie im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und mit dem Pariser Vertrag von 1810 an Bayern.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hannberg zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Heßdorf, zu der Mittel-, Ober- und Untermembach gehörten.[11] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen dem Patrimonialgericht Neuenbürg (bis 1835). Am 1. Oktober 1847 wurde die Finanzverwaltung vom Rentamt Herzogenaurach übernommen.[12] Ab 1862 gehörte Heßdorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,454 km².[13]
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Hannberg eingegliedert.[14] Am 1. Mai 1978 kam die aufgelöste Gemeinde Hesselberg fast vollständig hinzu.[15]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Heßdorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2008 | 2013 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 295 | 370 | 372 | 373 | 360 | 350 | 367 | 384 | 399 | 388 | 391 | 354 | 366 | 385 | 387 | 410 | 419 | 616 | 630 | 621 | 746 | 805 | 2634 | 3502 | 3451 | 3508 |
| Häuser[16] | 45 | 67 | 68 | 67 | 71 | 70 | 82 | 122 | 677 | 1007 | ||||||||||||||||
| Quelle | [17] | [18] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [25] | [18] | [26] | [18] | [27] | [18] | [28] | [18] | [18] | [18] | [29] | [13] | [30] | [31] | [32] | [32] | [32] |
Ort Heßdorf
Politik und Öffentliche Verwaltung
Gemeinderat
Der Gemeinderat von Heßdorf hat 16 Mitglieder zuzüglich dem Ersten Bürgermeister. Der Erste Bürgermeister wurde am 18. Mai 2025 außerhalb der Wahlperiode für den ausgeschiedenen Bürgermeister nachgewählt. Er amtiert bis zum 30. April 2032.
- Erster Bürgermeister: Axel Gotthard (CSU)
- Zweite Bürgermeisterin: Anja Willert (Bürgerblock)
- Dritter Bürgermeister: Bernd Bayer (Bürgerblock)[34]
Wahlergebnis Kommunalwahl am 29. März 2020[34]
| Bürgerblock | CSU | SPD | Freie Wähler | Gesamt | |
| 2020 | 5 | 5 | 2 | 4 | 16 Sitze |
Wappen und Flagge
- Wappen
| Blasonierung: „Geteilt, oben in Gold ein wachsender, mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; unten gespalten, vorne in Rot eine wachsende silberne Speerspitze; hinten fünfmal schräg geteilt von Schwarz und Gold.“[35] | |
| Wappenbegründung: Der mit einer Schrägleiste überdeckte Löwe ist die Wappenfigur des Hochstifts Bamberg und erinnert an dessen langwährende Herrschaft in Hessdorf. Bedeutendster Grundbesitzer im Ort war das Domkapitel Bamberg, das seinen Besitz vor allem den Herren von Gründlach-Brauneck verdankt. Die Schrägteilung von Schwarz und Gold ist dem Wappen dieses Adelsgeschlechts entnommen. Stellvertretend für die vielen Adelsfamilien, die im Gemeindegebiet begütert waren, steht der Spieß aus dem Wappen der Stiebar, die von 1511 bis 1738 im Gemeindegebiet begütert waren. Der im Adelswappen rote Spieß wurde aus heraldischen Gründen für das Gemeindewappen umtingiert.
Dieses Wappen wird seit 1983 geführt. |
- Flagge
Die Gemeindeflagge ist gelb-schwarz-gelb.[36]
Verwaltung
Heßdorf ist der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf, zu der die Gemeinden Heßdorf und Großenseebach gehören.
Kultur
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Regelmäßige Veranstaltungen
Am zweiten Wochenende im September findet die Heßdorfer Kirchweih im Festzelt und im Sportheim der SpVgg Heßdorf statt.
Verkehr
Die Staatsstraße 2240 verläuft nach Hannberg (1,2 km nordwestlich) bzw. zur Anschlussstelle 81 der Bundesautobahn 3 und führt weiter nach Dechsendorf (2 km östlich). Die Staatsstraße 2259 verläuft nach Großenseebach (1,8 km westlich). Die Kreisstraße ERH 14 verläuft nach Untermembach (1,6 km südlich).[2]
Sonstiges
Im Heßdorfer Gewerbepark befindet sich die überregional bekannte Wrestlingliga New European Championship Wrestling (NEW), die von dem ehemaligen WCW-Star Alex Wright geführt wird. Dieser gründete auch die Wrestlingschule The Wright Stuff an diesem Standort, in der er junge Wrestler ausbildet.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Heßdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 643 (Digitalisat).
- Georg Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-München 1970, DNB 457004320, S. 82–83.
- Hanns Hubert Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1951, DNB 452071143, S. 69 (Digitalisat). Ebd. S. 143 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Heßdorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 18 (Digitalisat).
- Franz Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt. Verlag für Behörden u. Wirtschaft, Hof (Saale) 1979, ISBN 3-921603-00-5, S. 125–128.
- Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 101–102.
Weblinks
- Heßdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 27. September 2019.
- Gemeinde Heßdorf
- Heßdorf: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik

