El Hodh
Naturregion in Mauretanien
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El Hodh, auch Hodh (arabisch الحوض, DMG al-Ḥauḍ, übersetzt: „das Becken“), ist der Name einer Naturregion im südöstlichen Mauretanien. Sie ist der Namensgeber für zwei Verwaltungsregionen des Landes, für Hodh El Gharbi („westliches Becken“) und Hodh Ech Chargui („östliches Becken“).[1] Der Teil des Beckens, der den Charakter einer Sandwüste hat, ist auch als Aoukar bekannt.

Geografische Lage
Geologisch gesehen ist El Hodh das westliche Teilbecken des Taoudenni-Beckens, des riesigen Sedimentbeckens im Zentrum des Westafrika-Kratons. Der Bedeutung des Namens entsprechend ist El Hodh ein Becken, das im Westen, Norden und Osten umrahmt ist von den Abbruchkanten einer Geländestufe. Seine West-Ost-Ausdehnung von der Stadt Kiffa (127 m) in der Region Assaba im Westen bis zur Stadt Oualata (240 m) in der Region Hodh Ech Chargui im Osten misst 475 Kilometer.
Im Westen bildet das Assaba-Massiv den Beckenrand und erreicht als vielfach zergliedertes Plateau Steilabfälle aus einer Gipfelhöhe von 420 m und 409 m nach Osten. Im Nordwesten bei der Stadt Guerou erreicht der im Becken isoliert stehende Berggipfel Mont Tizzai 637 m.[2]
Zwischen dem Assaba-Massiv und dem anschließenden Tagant-Plateau im Norden des Beckens zieht sich ein von Nordwesten nach Südosten verlaufender verkehrsgünstiger Einschnitt durch das Bergland, den die Nationalstraße N3 als wichtigste Straßenverbindung vom Westen Mauretaniens zum Becken El Hodh nutzt. Für den Foum Djoûk genannten Anstieg zu diesem Einschnitt wird die Passhöhe mit 223 m angegeben.[3] Der Westen des Tagant-Plateaus erreicht ohne Weiteres einer Höhe von 536 m,[4] einige namenlose Gipfel sind auch über 600 m hoch.
Der Anstieg zur Wüstenebene El Djouf im Osten des Beckens bei Oualata beschränkt sich auf 300 m, aber weiter südlich bei Néma sind es wieder 400 m. Der Südrand von El Hodh ist zwar nicht weniger niedrig, aber das Gelände steigt bis zur Grenze zwischen Mali und Mauretanien eher unmerklich und nicht stufenartig an.
Im Südwesten gibt es zwei Talzüge, die das überwiegend wüstenhafte Becken bei Bedarf zum Senegal-Fluss entwässern, der Kolimbiné und der Karakoro. Von Néma an, das auf 300 m Höhe liegt, und Oualata (240 m) senkt sich der südliche und östliche Beckenteil zum Kolimbiné, der westliche Teil hingegen von Boumdeid, Tamchekett Kiffa und Kankossa (73 m) zum Karakoro. Der Nordrand des Beckens, an dem auch Tichitt liegt, weist eine Besonderheit auf. Regelmäßige Fallwinde aus Nordosten, die über die Abbruchkante des Tagant-Plateaus wehen, verhindern offenbar eine Versandung des Fußes und türmen Sanddünen erst einige Kilometer von der Plateaukante entfernt auf, sodass den Nordrand von El Hodh, mehrfach unterbrochen, eine Reihe von abflusslosen länglichen Senken wechselnder Tiefe begleiten; für eine von ihnen, die westlichste, wird die Höhenlinie von 130 m unterschritten, während die Barriere der südlich angrenzenden Aoukar-Sanddünen in den Dünentälern bei etwa 250 m liegt.[5]
Im westlichen Zentrum des Beckens El Hodh erhebt sich ein nach Süden ansteigendes Plateau, dessen Südrand, vielfach zergliedert, steil abfällt und von der Nationalstraße N3 begleitet wird. Dieses zentrale Hochplateau umfasst etwa den südlichen Teil des Départements Tamchekett und steigt bis auf eine Höhe von 460 m an.[6]
Geschichte
In der Zeit vom Jahre 1700 vor Christus bis ungefähr 400 vor Christus war die Senke von einem abflusslosen endorheischen See bedeckt. An seinem Ufer siedelten Menschen, die jedoch mit der Austrocknung des Sees ihre Lebensgrundlagen verloren. Von ihren verlassenen Siedlungen sind bis heute etwa vierhundert gefunden worden.