Hünfelden

hessische Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Hünfelden ist eine Gemeinde mit 9744 Einwohnern (31. Dezember 2025) im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Die Gemeinde liegt im Taunus nördlich der Landeshauptstadt Wiesbaden an der Hühnerstraße (Bundesstraße 417).

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Hünfelden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hünfelden hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 19′ N,  8′ O
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 62,69 km²
Einwohner: 9744 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65597
Vorwahlen: 06438, 06431Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 008
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Le-Thillay-Platz
65597 Hünfelden
Website: www.huenfelden.de
Bürgermeisterin: Silvia Scheu-Menzer (parteilos)
Lage der Gemeinde Hünfelden im Landkreis Limburg-Weilburg
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Nachbargemeinden

Hünfelden grenzt im Norden an die Stadt Limburg und die Gemeinde Brechen, im Osten an die Gemeinde Selters und die Stadt Bad Camberg (alle im Landkreis Limburg-Weilburg), im Süden an die Gemeinden Hünstetten und Aarbergen (beide im Rheingau-Taunus-Kreis), sowie im Westen an die Verbandsgemeinden Aar-Einrich und Diez (beide im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz).

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus folgenden sieben Ortsteilen, die ehemals selbstständig waren:

Ortsteile Einwohner
Stand: 1. Januar 2019[2]
Dauborn 2714
Kirberg 2295
Mensfelden 1297
Heringen 983
Nauheim 882
Ohren 774
Neesbach 761
Gesamt 9706

Geschichte

Gemeindegebiet

Im Gebiet der heutigen Gemeinde Hünfelden kann Mensfelden auf die älteste bekannte Erwähnung aus dem Jahr 775 verweisen. Dauborn, Heringen und das inzwischen untergegangene Dorf Bubenheim auf dem Gebiet des heutigen Kirberg folgten 790 im Goldenen Buch der Abtei Prüm. Durch das Hünfeldener Gebiet zogen sich die Via Publica sowie die Hühnerstraße (heutige Bundesstraße 417). 1355 wurde in Kirberg eine Burg errichtet.

Im Jahr 1235 wurde das Zisterzienserinnenkloster Gnadenthal gegründet, das 1590 mit einem großen Äbtissinnenhaus ausgestattet wurde. Nach der Reformation wurde die Anlage zur nassauischen Staatsdomäne. Seit 1969 besteht dort die christliche Kommunität Jesus-Bruderschaft.

Gemeindebildung

Die Gemeinde Hünfelden entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Dauborn, Heringen, Kirberg, Mensfelden, Nauheim, Neesbach und Ohren.[3][4] Der Name „Hünfelden“ wurde damals wegen der zahlreichen Hünengräber aus der Hallstattzeit rund um die Ortsteile Heringen und Ohren gewählt. Die Gemeinde hatte bei ihrer Gründung 6952 Einwohner. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Hünfelden wurde je ein Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hünfelden 9785 Einwohner. Darunter waren 276 (2,8 %) Ausländer, von denen 148 aus dem EU-Ausland, 84 aus anderen europäischen Ländern (einschließlich Russische Föderation, Türkei und die ehemaligen Staaten „Jugoslawien (Gesamtjugoslawien)“) und 44 aus anderen Staaten kamen.[6] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 4,7 %.[7]) Nach dem Lebensalter waren 1749 Einwohner unter 18 Jahren, 4023 zwischen 18 und 49, 2193 zwischen 50 und 64 und 1821 Einwohner waren älter.[8] Die Einwohner lebten in 3983 Haushalten. Davon waren 1000 Singlehaushalte, 1267 Paare ohne Kinder und 1349 Paare mit Kindern, sowie 321 Alleinerziehende und 46 Wohngemeinschaften.[9] In 806 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2710 Haushaltungen lebten keine Senioren.[10]

Einwohnerentwicklung

Hünfelden: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2020
Jahr  Einwohner
1970
 
6.867
1973
 
7.427
1975
 
7.870
1980
 
8.708
1985
 
9.106
1990
 
9.396
1995
 
9.983
2000
 
10.359
2005
 
10.231
2010
 
9.852
2011
 
9.785
2015
 
9.646
2020
 
9.723
Quellen: [11]; Hessisches Statistisches Informationssystem[7]; Zensus 2011[6]

Religionszugehörigkeit

 1987:6095 evangelische (= 68,8 %), 2059 katholische (= 23,3 %), 701 sonstige (= 7,9 %) Einwohner[12]
 2011:5149 evangelische (= 52,6 %), 2114 katholische (= 21,6 %), 2522 sonstige (= 25,8 %) Einwohner[12]

Politik

Gemeindevertretung

Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Hünfelden erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,[13] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15][16][17]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2026
      
Insgesamt 31 Sitze
Weitere Informationen Wahlvorschläge, % 2026 ...
Wahlvorschläge %
2026
Sitze
2026
%
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands 27,0 8 36,5 11 38,3 12 42,4 13 40,8 15 39,5 15
CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands 34,4 11 32,7 10 36,3 11 34,5 11 40,5 15 35,9 13
FBH Freie Bürgerliste Hünfelden 10,8 3 24,9 8 25,4 8 17,1 5 16,1 6 19,9 7
GrüneBündnis 90/Die Grünen 12,8 4 3,1 1
AfDAlternative für Deutschland 10,0 3
FDPFreie Demokratische Partei 5,0 2 5,9 2 2,5 1 1,6 1
ALH Alternative Liste für Hünfelden 5,4 2
Die LinkeDie Linke 0,5 0
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 62,0 54,1 49,9 48,5 45,6 51,4
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Rathaus der Gemeinde Hünfelden in Kirberg

Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Hünfelden neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sechs weitere Beigeordnete angehören.[18] Bürgermeisterin ist seit dem 1. März 2011 die parteiunabhängige Silvia Scheu-Menzer. Sie wurde als Nachfolgerin von Norbert Besier, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 28. November 2010 in einer Stichwahl bei 56,2 Prozent Wahlbeteiligung mit 65,5 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, jeweils ohne Gegenkandidaten, zuletzt im November 2022.[19]

Amtszeiten der Bürgermeister[20][21][22]
  • 2011–2029 Silvia Scheu-Menzer
  • 1999–2011 Norbert Besier
  • 1987–1999 Fritz Stauf
  • 1972–1987 Erich Valeske

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Museen

  • Das Heimatmuseum in Kirberg

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hünfelden liegt an der Bundesstraße 417 nach Wiesbaden und Limburg. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Limburg-Süd und Bad Camberg an der Bundesautobahn 3. Nächstgelegener Fernbahnhof ist der Bahnhof Limburg Süd.

Bildung

Die Freiherr-vom-Stein-Schule ist eine Grund-, Haupt- und Realschule mit einem gymnasialen Zweig.

Öffentliche Einrichtungen

  • Kindergarten Kirberg
  • Kindergarten Dauborn
  • Kindergarten Heringen
  • Kindergarten Mensfelden
  • Kindergarten Nauheim
  • Kindergarten Neesbach
  • Kindergarten Ohren
  • Freiwillige Feuerwehr Kirberg, gegr. 1905 (seit 25. Oktober 1970 mit Jugendfeuerwehr und ab 15. August 2010 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Dauborn, gegr. 1906 (seit 10. August 1975 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Heringen, gegr. 1909 (seit 12. Januar 1974 mit Jugendfeuerwehr und ab 5. April 2008 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Mensfelden, gegr. 1935 (seit 16. März 1993 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Nauheim, gegr. 1934 (seit 1. März 1973 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Neesbach, gegr. 1934 (seit 1. April 1972 mit Jugendfeuerwehr und seit 30. Oktober 2009 mit Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Ohren, gegr. 1934 (seit 1. April 1972 mit Jugendfeuerwehr)

Persönlichkeiten

Commons: Hünfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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