Initiativkreis Ruhr
Verein
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Der Initiativkreis Ruhr ist ein nicht-rechtsfähiger Verein, in dem sich 80 Wirtschaftsunternehmen und Institutionen aus der Rhein-Ruhr-Region zusammengeschlossen haben. Der Initiativkreis Ruhr will die wirtschaftliche Entwicklung und den Strukturwandel im Ruhrgebiet fördern und unterstützt Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Kultur.[1]
| Initiativkreis Ruhr | |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1989 |
| Zweck | Förderung der Wirtschaft, Bildung und Kultur im Ruhrgebiet |
| Moderator | Guido Kerkhoff |
| Co-Moderator | Götz Erhardt |
| Geschäftsführer | Dirk Opalka |
| Sitz | Essen |
| Mitglieder | 80 |
| Website | initiativkreis-ruhr.de |
Die im Initiativkreis vertretenen Unternehmen kommen aus rund 16 verschiedenen Branchen wie Energie, Chemie, Dienstleistung, Handel, Logistik oder Unternehmensberatung. Auch Universitäten sind Teil des Netzwerks. Alle Unternehmen sind Teil des Vereins „Initiativkreis Ruhr“. Die Aktivitäten werden gesteuert von der Tochtergesellschaft Initiativkreis Ruhr GmbH.
Geschichte

Das Gründungstreffen des Initiativkreises fand auf Einladung des damaligen Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, des Ruhrbischofs Franz Hengsbach und dem Vorsitzenden von Pro Ruhrgebiet, Jürgen Gramke, im Essener Bischofshaus am 17. Mai 1988 statt. Vertreten war ein Teilnehmerkreis mit Rudolf von Bennigsen-Foerder (VEBA), Werner Dieter (Mannesmann), Friedhelm Gieske (RWE), Heinz Horn (RAG), Klaus Liesen (Ruhrgas), Friedel Neuber (West LB), Detlev Rohwedder (Hoesch), Wilhelm Scheider (Krupp) und Dieter Spethmann (Thyssen). Bevor der Initiativkreis sich später organisatorisch selbst aufstellte, führte der Verein Pro Ruhrgebiet über einen längeren Zeitraum die Geschäfte.
Vorsitzende des Vereins werden „Moderatoren“ genannt. Die amtierenden Vorsitzenden sind Guido Kerkhoff (Vorstandsvorsitzender Klöckner & Co) und Götz Erhardt (Senior Managing Director bei Accenture).[2]
Mitglieder (Stand März 2026)
Geförderte Projekte
Das Ziel des Initiativkreises Ruhr ist nach eigener Angabe, „die Entwicklung des Ruhrgebiets voranzutreiben und seine Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“.[1] Das geschieht durch so genannte „Leitprojekte“ in den Handlungsfeldern Bildung, Wirtschaft und Kultur.
Handlungsfeld Bildung
Urbane Zukunft Ruhr (UZR)
Als Leitprojekt des Initiativkreises Ruhr 2022 gestartet, engagiert sich die Urbane Zukunft Ruhr im Stadtteil Duisburg-Hochfeld. Mit dem Ziel, die Lebensqualität der Menschen vor Ort zu verbessern, möchte das Joint Venture der Stadt Duisburg und des Initiativkreis Ruhr die Herausforderungen von Duisburg-Hochfeld angehen und die Aktionsfelder Bildung & Soziales, Wohnen & Öffentlicher Raum sowie Mobilität gleichzeitig bearbeiten. Über das UZR-Projekt „Career Center“ hat die WDR Lokalzeit aus Duisburg am 25. Februar 2026 berichtet.[4]
TalentMetropole Ruhr
Die Initiative TalentMetropole Ruhr wurde 2013 gestartet. Sie bündelt Bildungsangebote von Wirtschaft, Hochschulen und anderen Bildungsinstitutionen der Region.[5] Dachorganisation ist seit 2019 die Stiftung TalentMetropole Ruhr gGmbH mit Sitz in Gelsenkirchen. Sie ist eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Initiativkreis Ruhr GmbH.
Das Ziel der Initiative ist, dem aufgrund des demografischen Wandels bevorstehenden Fachkräftemangel im Ruhrgebiet entgegenzutreten und junge Menschen – insbesondere Schulabgänger und Studierende – zu ermuntern, ihre persönlichen Neigungen, Fähigkeiten und Interessen kennenzulernen und zu fördern.[6] Einmal jährlich findet zu diesem Zweck die Veranstaltungsreihe Talenttage Ruhr statt. Bei der elftägigen Bildungs- und Nachwuchsförderungsveranstaltung mit bis zu 40.000 Teilnehmern[7] können sich an mehreren Orten im Ruhrgebiet Schulabgänger über Praktika, Job-Einstiegsmöglichkeiten und über unterschiedliche Berufe informieren. Während der Veranstaltung verleiht die TalentMetropole Ruhr den TalentAward Ruhr, mit dem die Initiative Menschen würdigt, die sich „in besonderem Maße für die Förderung von Talenten einsetzen“.[8] Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Talenttage Ruhr debütierten 2014 und fanden 2025 zum letzten Mal statt.[9]
Handlungsfeld Wirtschaft
InnovationCity Ruhr
Mit dem Projekt InnovationCity Ruhr wollte der Initiativkreis Ruhr einen von Industrie geprägten Ort bzw. eine Stadt im Ruhrgebiet umwelt- und klimagerecht umbauen und zugleich die Merkmale des Industriestandortes berücksichtigen.[10] Das damalige „Pilotgebiet“ mit etwa 70.000 Einwohnern und mehr als 14.000 Gebäuden lag in der Stadt Bottrop. Im Zeitraum von 2010 bis 2020 sollten die CO2-Emissionen halbiert und die Lebensqualität gesteigert werden: Zum Beispiel sollten vorhandene Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete in Energiespar-Quartiere umgewandelt und kommunale Einrichtungen wie Hallenbäder oder Kindergärten umweltfreundlicher und kostengünstiger beheizt werden können. Seit dem Jahr 2016 wurde das Projekt InnovationCity Ruhr auf weitere Kommunen im Ruhrgebiet ausgedehnt. In insgesamt 20 ausgewählten Quartieren des Ruhrgebietes sollten städtische Umbaumaßnahmen nach dem Bottroper Vorbild initiiert werden.[11] Mittlerweile ist die Laufzeit des für zehn Jahre angesetzten Projektes beendet.[12] Im Juni 2021 haben die Verantwortlichen die wissenschaftlich evaluierten Ergebnisse vorgelegt.[13] Demnach wurde der CO2-Ausstoß halbiert.[14] 2022 reduzierte der Initiativkreis Ruhr seine Beteiligung an InnovationCity Management[15] auf 16 Prozent. Seitdem ist GREENZERO Hauptgesellschafter. Ebenso haben die weiteren Gesellschafter Stadt Bottrop, BETREM GmbH und die Apleona GmbH ihre Anteile vollständig an GREENZERO übertragen.[16]
Gründerallianz Ruhr und BridgeBuilder
Die Gründerallianz Ruhr wurde 2018 vom Initiativkreis Ruhr, der RAG Aktiengesellschaft, der RAG-Stiftung und Evonik gestartet und hat es sich zum Ziel gesetzt, Gründer der Region zu beraten und Orientierungshilfe zu bieten, um das Ruhrgebiet als attraktive Region für Startups zu etablieren. Seit 2024 werden Teile der Gründerallianz Ruhr von dem Innovationshub BRYCK Startup Alliance der RAG-Stiftung weitergeführt.
Zur Vernetzung von Startups und etablierten Unternehmen entwickelte der Initiativkreis Ruhr Ende 2023 das Anschlussprojekt BridgeBuilder und führte die Gründungsaktivitäten unter eigenem Dach weiter. Hauptsponsoren des BridgeBuilders waren Evonik, die RAG-Stiftung sowie Vonovia. Zum 1. Januar 2026 wurde das Projekt erfolgreich beendet und ausgewählte Formate wie die Herhood in die Aktivitäten der BRYCK Startup Alliance integriert, an dem der Initiativkreis Ruhr gesellschaftlich beteiligt ist. Ziel ist es, gemeinsam mit der RAG-Stiftung und der Universitätsallianz Ruhr den europaweit führenden Startup-Hotspot für Deeptech zu etablieren.
Zudem ist der Initiativkreis Ruhr Mit-Initiator der Gründerkonferenz ruhrSUMMIT.[17]
Herhood
Erstmalig in einem Themenbereich des ruhrSummits 2023 vorgestellt, engagiert sich der Initiativkreis Ruhr für die Sichtbarkeit von weiblichen Gründerinnen und Entrepreneurinnen im Ruhrgebiet und bietet ihnen über Herhood ein Netzwerk zum gegenseitigen Austausch. Seit 2024 war Herhood zunächst Teilprojekt des Startup-Projekts BridgeBuilder und ist seit 1. Januar 2026 Teil der BRYCK Startup-Alliance.[18]
Gründerfonds Ruhr
Gemeinsam mit der NRW.Bank hat der Initiativkreis Ruhr 2017 den Gründerfonds Ruhr initiiert, der als privater Venture Capital Fund Risikokapital in Startups aus verschiedenen Branchen investiert. Insgesamt betrug das Investitionsvolumen im Jahr 2020 rund 40 Mio. Euro.[19] Im Oktober 2024 wurde der Gründerfonds Ruhr II aufgelegt, mit einem anfänglichen Fondsvolumen von 31 Mio. €, um die nächste Generation von Gründern aus der Ruhrregion und darüber hinaus zu unterstützen.[20]
Handlungsfeld Kultur
Klavier-Festival Ruhr
Das Klavier-Festival Ruhr, 1989 als eine der ersten Initiativen des Initiativkreises begründet, ist seit 2011 zwar eine eigene Stiftung, doch der Initiativkreis Ruhr ist weiterhin der „Generalsponsor“ der Veranstaltung und bezeichnet diese als sein „kulturelles Leitprojekt“. Jedes Jahr im Frühjahr/Sommer findet das Klavier-Festival Ruhr über den Zeitraum mehrerer Wochen an verschiedenen Spielorten im Ruhrgebiet statt und ist nach Angaben des Initiativkreises Ruhr das „weltweit bedeutendste Pianistentreffen“, bei dem jedes Jahr eine Vielzahl an internationalen Musikern Konzerte spielen. Die aktuelle Intendantin ist Katrin Zagrosek. Sie folgte auf den langjährigen Intendanten Franz-Xaver Ohnesorg.
Zum Klavier-Festival Ruhr gehört außerdem das so genannte Education-Programm, bei dem Kinder und Jugendliche aus den beiden Duisburger Stadtteilen Marxloh und Hochfeld zur schöpferischen Beschäftigung mit Musik angeregt werden sollen. Das Programm wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Musikpreis ECHO Klassik.[21]
Neben dem Initiativkreis Ruhr als Generalsponsor übernehmen Unternehmen der Region, darunter insbesondere Partnerunternehmen des Initiativkreis Ruhr, die Hauptförderung für jeweils ein Jahr. 2026 fördern die Duisburger Hafen AG, der Regionalverband Ruhr und die NRW.Bank das Festival.
Junger Initiativkreis Ruhr
Im Jungen Initiativkreis Ruhr entwerfen Nachwuchskräfte unter 40 Jahren aus Partnerunternehmen des Initiativkreis Ruhr Vorschläge, um die Region weiterzuentwickeln. Der Junge Initiativkreis versteht sich als Netzwerk aus Impulsgebern. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Wandel im Ruhrgebiet mit für sie wichtigen Aktivitäten voranzutreiben, und orientieren sich dabei an den Themen, die die jungen Menschen im Ruhrgebiet bewegen, zum Beispiel Mobilität oder Demokratieförderung.[22]
Mit der Intention, Studierende und Absolventen zu fördern und für eine Karriere im Ruhrgebiet zu begeistern, initiierte das Netzwerk des Jungen Initiativkreises Ruhr Formate wie die „What if“-Konferenz[23], auf welcher Schul- und Studienabgänger eine umfassende berufliche Orientierung erhielten. Drei Jahre lang förderte der Junge Initiativkreis Ruhr zudem Nachwuchskräfte in seinem Mentoring-Programm. In sogenannten Tandems aus Mentoren, welche Mitglieder des Jungen Initiativkreis Ruhr waren, und „Mentees“, welche sich aus Studierenden, Absolventen und Berufseinsteigern zusammensetzten, erhielten die Bewerber über sechs Monate ein umfangreiches Coaching zum Berufseinstieg sowie Einblicke in die Partnerunternehmen des Initiativkreises Ruhr.[24]
her.summit
Einmal im Jahr richtet der Initiativkreis Ruhr gemeinsam mit einem Partnerunternehmen den her.summit aus, eine Netzwerkveranstaltung für Managerinnen.[25] 2022 debütierte die Veranstaltung in Kooperation mit Thyssenkrupp als Gastgeber mit dem Programmschwerpunkt der „grünen Transformation“.[26] Der her.summit 2023 wurde in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfer Deloitte veranstaltet; Hauptthema war Künstliche Intelligenz.[27] 2024 war RWE Gastgeber, unter dem Motto Sustainable Transformation[28]. 2025 fand das Frauennetzwerk-Event bei Uniper statt, zum Thema „Verantwortung in einer Welt des globalen Wandels“[29].
Sonstiges
Onlinemagazin
Um wichtige Themen sowie Projekte seiner Mitglieder und Partnerunternehmen zu präsentieren, launchte der Initiativkreis Ruhr 2023 das Online-Magazin Das Ruhrgebiet. Im Fokus stehen Interviews mit den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerunternehmen, die als so genannte „persönliche Mitglieder“ ihr Unternehmen in dem Netzwerk repräsentieren.
Geschäftsführung
Seit Juli 2024 ist Dirk Opalka Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH und folgt auf Anette Bickmeyer (2021–2024). Opalka war bereits von 2013 bis 2021 Geschäftsführer.[30]