Siemens Energy

deutsches Unternehmen der Elektro- und Energietechnik From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Siemens Energy AG ist ein börsennotierter Elektro- und Energietechnikhersteller mit Verwaltungssitz in München und Konzernzentrale in Berlin und zählt weltweit zu den führenden Unternehmen der Energietechnologie.[2] Das Portfolio umfasst die Energieerzeugung, die Energieübertragung und Industrielösungen sowohl im Bereich der konventionellen als auch der erneuerbaren Energien. Die Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energie werden vom Tochterunternehmen Siemens Gamesa durchgeführt. Siemens Energy entstand durch Abspaltung vom Siemens-Konzern. Die Aktien des neuen Unternehmens werden seit September 2020 an der Börse gehandelt. Stand April 2026 hält Siemens noch 5,44 % der Anteile.[3][4]

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Geschichte

Die Energiesparte war seit der Gründung des Unternehmens durch Werner von Siemens und Johann Georg Halske ein wesentlicher Bestandteil des Siemens-Konzerns. Wichtige organisatorische Meilensteine waren 1903 die Gründung der Siemens-Schuckertwerke, 1969 der Geschäftsbereich Energietechnik (vgl. KWU) in der neugegründeten Siemens AG und 2008 die Bündelung der Aktivitäten im Energy Sector (vgl. Einführung von Sektoren und des CEO-Prinzips (2008)).

Im November 2023 gewährte der Bund Siemens Energy eine Bürgschaft von 7,5 Milliarden Euro.[5][6]

Gründung

Siemens Energy ist im April 2020 durch eine erneute Umstrukturierung des Siemens-Konzerns entstanden.[7] Die Siemens AG hat dafür ihre Energiesparte in das neue eigenständige Unternehmen überführt. Bis zum 31. März 2020 waren diese Aktivitäten als sogenannte Operating Company Gas and Power und in der eigenständigen sogenannten Strategic Company Siemens Gamesa Renewable Energy organisiert. Beide Bereiche wurden in das neue Unternehmen überführt.[8] Etwa ein halbes Jahr vor der geplanten Ausgründung der Energiesparte wurde bekannt, dass Christian Bruch von Linde Vorstandsvorsitzender des neuen Unternehmens werden soll. Der damalige Siemens Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser wurde Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy.[9]

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von Siemens am 9. Juli 2020 stimmten ihre Aktionäre der Abspaltung von Siemens Energy mehrheitlich zu.[10] Im September 2020 gab der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch bekannt, dass die Konzernzentrale mit der Konzernleitung in Berlin angesiedelt werde. Der Verwaltungssitz verbleibt in München.[11][12]

Im März 2021 wurde die Aktie von Siemens Energy in den DAX aufgenommen,[13][14] nachdem sie seit dem 21. Dezember 2020 zunächst im MDAX gelistet war.[15] Bereits kurz nach der Ausgliederung war geplant, 7000[16] von etwa 90.000 Stellen weltweit abzubauen.[17] Im März 2022 stieg die Aktie von Siemens Energy wieder in den MDAX ab[18] und kehrte am 19. September 2022 in den DAX zurück.[19] Seit September 2025 ist sie zudem im Euro Stoxx 50 gelistet.[20]

Konflikt um Nordstream 1

Nachdem Ende August 2022 die Gaslieferung über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 von Russland nach Deutschland zunächst wegen angeblich verhinderter Wartungsarbeiten an einer Turbine und dann wegen eines Ölaustritts unterbunden worden war, warf die Europäische Kommission dem Betreiber Gazprom vor, den Gasfluss mittels falscher Vorwände aufzuhalten.[21]

Siemens Energy, als Hersteller und für den Ablauf der Wartung der Turbinen verantwortliche Firma, beschrieb dazu den Vorgang wie folgt: Zu der Anlage in Portowaja „gehören sechs große Turbinen, von denen für 100 Prozent Gasfluss fünf laufen müssen. Und es gibt Ersatzturbinen, die eingebaut werden können, wenn jeweils eine Turbine von uns routinemäßig in Kanada gewartet wird.“ Die gewartete Turbine läge noch in Mülheim an der Ruhr fest, da es keinen Auftrag von Gazprom zur Auslieferung gibt. Dennoch hätte der Gasfluss mit den dort vorhandenen fünf Turbinen laufen können. Hier wurde dann ein Problem an einer in der Anlage befindlichen Turbine vorgeschoben: Doch „Verwendungsspuren wie das angebliche Ölleck werden normalerweise im Zuge der Wartung vor Ort behoben. Aber: Wir haben von Gazprom dafür bisher [1. Oktober 2022] keinen Auftrag erhalten.“[22]

Siehe auch: Geschichte von Siemens

Umbenennung

Im Juli 2026 kündigte Siemens Energy an, sich in Omterra umzubenennen. Dadurch können Lizenzgebühren für die Nutzung des Namens Siemens gespart werden, die im Geschäftsjahr 2024/25 ca. 300 Millionen Euro betragen haben.[23]

Produkte

Zur Produktpalette des Konzerns zählen im Wesentlichen:

Unternehmensstruktur

Aktuelle Geschäftsbereiche:

Weitere Informationen Aufsichtsrat ...
Aufsichtsrat
Vorstand
Gas Services Grid Technology Transformation of Industry Wind Power Siemens Gamesa Renewable Energy[24]
Large Gasturbine Steam Turbine Industrial Gas Turbine Transmission FACTS Industrial Applications New Energy Onshore Offshore
Stand 3. Juli 2026
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Geschäftsentwicklung

Nach der Abspaltung von Siemens Energy machte das Unternehmen im Jahr 2020 mit 93.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 27,5 Mrd. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter wurde zunächst reduziert, stieg bis 2024 aber wieder an auf 98.000. Der Umsatz wurde kontinuierlich gesteigert auf 34,5 Mrd. Euro im Jahr 2024.

Einzelnachweise

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