Interregio (Österreich)
Zuggattung in Österreich
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Der Interregio (IR) ist eine Zuggattung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die im August 2025 eingeführt worden ist.[1] Er bietet getaktete Fernverkehrsverbindungen auf Strecken, die sonst nicht von Fernzügen bedient würden oder ergänzt bestehende im Zwei- oder Vierstundentakt verkehrende Fernzüge. Die Züge haben mehr Halte als bisherige Intercity- (IC), Eurocity- (EC), Schnellzug- (D) oder Railjet-Verbindungen und binden daher auch kleinere Städte an den Fernverkehr an. Da Städte wie zum Beispiel zwischen Leoben und dem Neumarkter Sattel ihre bisherigen Fernverkehrs-Verbindungen seit der Inbetriebnahme der Koralmbahn verloren haben, dienen die IR-Züge als Zubringer zum hochrangigen Fernverkehr.
Linien
Seit 14. Dezember 2025 verkehren folgende Interregio-Linien:[2][3]
- IR Aichfeld: Klagenfurt – Unzmarkt – Bruck/Mur – Graz
- 60-Minuten-Takt (120-Minuten-Takt nach Graz, zwischen Bruck an der Mur und Graz gemeinsam geführt mit IR Ennstal-Pinzgau)
- IR Ennstal: Innsbruck – Wörgl – Bischofshofen – Selzthal – Bruck/Mur – Graz
- 120-Minuten-Takt (zwischen Bruck an der Mur und Graz gemeinsam geführt mit IR Aichfeld)
- IR Pinzgau: Wörgl – Bischofshofen – Salzburg
- 120-Minuten-Takt
- IR Pyhrn: Graz – Leoben – Selzthal – Linz
- 120-Minuten-Takt
- IR Mur-Drau: Graz – Spielfeld-Straß – Maribor
- 60-Minuten-Takt Montag bis Freitag, 120-Minuten-Takt Samstag und Sonntag
Geplante Linien
Folgende Linien sind zu einem späteren Zeitpunkt geplant:[4]
- IR Alpe-Adria: Salzburg – Bischofshofen – Villach – Tarvisio Boscoverde
- 120-Minuten-Takt
- Im Fahrplan 2026 als IC mit Fernverkehrswagen der ÖBB
Geschichte
Einführung auf der Tauernbahn ab August 2025
Von 4. August bis 12. Dezember 2025 fuhr ein werktägliches Interregio-Zugpaar 595/696 am Tauern zwischen Salzburg und Mallnitz-Obervellach.[5][6]
Einführung am IR Pyhrn ab Oktober 2025
Seit 6. Oktober 2025 wurden auf der IR-Linie Pyhrn zwischen Graz und Linz die bisherigen 5 Intercity-Zugpaare durch Interregios abgelöst.[7][8]
Fahrzeuge


Das Konzept sieht von Beginn an auf allen InterRegio-Linien planmäßig vollständig den Einsatz von Neufahrzeugen mit folgenden Eigenschaften vor:[9]
- Barrierefreiheit
- ausschließlich niederflurige Einstiege
- ausschließlich klimatisierte Wagen mit Info-Monitoren, WLAN und dem Portal Railnet
- Möglichkeit zur Sitzplatzreservierung
- Mehrzweckbereiche
- Verpflegungsstation für Snacks und Getränke
Die Österreichischen Bundesbahnen riefen neue Siemens Desiro ML für den Einsatz auf den inneralpinen Strecken ab, mit denen die Aufnahme der IR-Verbindungen stattfand.[10][11] 2023 gewann Siemens die Ausschreibung für einen Rahmenvertrag über bis zu 540 Mireo unter anderem für den inneralpinen Fernverkehr.[12][13] Im Dezember 2023 bestellten die ÖBB 70 Fahrzeuge, darunter 31 Fernverkehrstriebzüge der Reihe 4884 (Länge 106 m), die als Railjet M vermarktet werden.[14][15] Diese Fahrzeuge werden allerdings voraussichtlich erst ab Fahrplanwechsel 2027 zur Verfügung stehen. Gemäß Verkehrsdienstevertrag werden diese mindestens sechs Einstiege pro Seite aufweisen und eine erste sowie zweite Klasse.[1]

Die Linie IR Mur-Drau (Graz–Maribor) wird mit Stadler Flirt der Slovenske železnice betrieben, welche auf dieser Route bereits ab 21. März 2024 als Schnellzug (D) zum Einsatz kamen.[16] Zudem verkehren auf der Relation Spielfeld-Straß–Graz drei tägliche Zugpaare mit Triebwagen der Baureihe 4024 als IR. Diese bieten jedoch keine 1. Klasse und es kann keine Sitzplatzreservierung getätigt werden.[17]
Kapazitätsprobleme
Auf der Strecke zwischen Graz und Linz werden durch die Einführung der neuen Interregio-Linie „Pyhrn“ die bisherigen Intercity-Garnituren ersetzt. Dies führt insbesondere im Wochenendverkehr zu deutlichen Kapazitätsengpässen, da die eingesetzten Triebwagen der Baureihe 4746 über 44 Sitzplätze weniger als die bisherigen Intercity-Züge verfügen und zudem weniger Stauraum für Gepäck bieten. Aus diesem Grund wurde freitags und sonntags ein zusätzliches Schnellzugpaar mit einer klassischen Wendezuggarnitur wiedereingeführt.[18] Ursprünglich war vorgesehen, vier Direktverbindungen pro Tag und Richtung anzubieten; dieses Vorhaben wurde jedoch aus Kostengründen nicht umgesetzt.
Die Interregio-Linie „Pinzgau“ ersetzt den bisherigen REX 3, der werktags mit CityShuttle-Wendezügen rund 385 Sitzplätze bot und im Mehrzweckabteil des Steuerwagens ausreichend Platz für den Fahrradtransport bereitstellte.[19] Beim Einsatz der Triebwagen der Baureihe 4746 reduziert sich die Zahl der Sitzplätze auf 205, während das Haltemuster und der Takt unverändert bleiben. Zudem wird die Verbindung nicht mehr als Nah-, sondern als Fernverkehr geführt, wodurch für die Fahrradmitnahme eine Reservierung erforderlich ist. Im Gegenzug entstehen 12 Sitzplätze im 1. Klasse-Bereich.
Weblinks
- Inneralpiner Fernverkehr in Österreich ab Dezember 2025 – Informationsbroschüre des BMK zum „InterRegio“-Konzept. Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Wien 2024 (bmk.gv.at [PDF; 2,5 MB; abgerufen am 8. Februar 2024]).
- Inneralpiner Fernverkehr in Österreich ab Dezember 2025. Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie