Isopulegol

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Isopulegol ist ein Monoterpen und wird wie die Terpineole zu den p-Menthenolen gezählt.[4]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Isopulegol
Strukturformel ohne Angabe der Stereochemie
Allgemeines
Name Isopulegol
Andere Namen
  • 5-Methyl-2-prop-1-en-2-ylcyclohexan-1-ol (IUPAC)
  • 2-Isopropenyl-5-methyl-cyclohexanol
Summenformel C10H18O
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 201-940-6
ECHA-InfoCard 100.001.764
PubChem 170833
Wikidata Q2103922
Eigenschaften
Molare Masse 154,25 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

0,912 g·cm−3 (25 °C)[1]

Siedepunkt

212 °C[1]

Löslichkeit

gut löslich in Ethanol, wenig löslich in Wasser[2]

Brechungsindex
  • 1,471 (20 °C, (−)-Form)[1]
  • 1,469 (20 °C, (+)-Form)[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
(−)-Isopulegol
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302315319335
P: 261305+351+338[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Isomere

Isopulegol existiert in den zwei spiegelbildlichen Formen (−)-Isopulegol und (+)-Isopulegol. Da die Verbindung drei asymmetrische C-Atome besitzt, gehören neben diesem Diastereomerenpaar auch Iso-Isopulegol, Neo-Isopulegol und Neoiso-Isopulegol (mit ihren jeweils spiegelbildlich aufgebauten Isomeren) zur Gruppe der Isopulegole.

Isomere von Isopulegol
Name (+)-Isopulegol(−)-Isopulegol
Andere Namen (1S,2R,5S)-2-Isopropenyl-5-methylcyclohexanol
D-Isopulegol
(1R,2S,5R)-2-Isopropenyl-5-methylcyclohexanol
L-Isopulegol
Strukturformel
CAS-Nummer 104870-56-689-79-2
7786-67-6 (Isomerengemisch)
EG-Nummer 625-653-4201-940-6
ECHA-ID 100.154.129100.001.764
PubChem 1268090170833
24585 (Isomerengemisch)
Wikidata-Objekt Q27285994Q2103922
Q54727900 (Isomerengemisch)
Siedepunkt 91 °C bei 16 hPa[3] 212 °C[1]
GHS-
Kennzeichnung

Gefahrensymbol
Achtung[3]
Gefahrensymbol
Achtung[1]
H-Sätze 302315319335[3] 302315319335[1]
P-Sätze 301+312+330305+351+338[3] 261305+351+338[1]

Vorkommen

Zitronengras

(−)-Isopulegol – der Naturstoff ist linksdrehend; deshalb auch in der englischen Literatur die Bezeichnung „L-Isopulegol“ – findet sich in Ölen von Zitronengras (Cymbopogon citratus),[5] „East African Geranium“ (vermutlich Pelargonium graveolens[6]),[5] Zitroneneukalyptus (Corymbia citriodora)[5][7] und Rundblättriger Minze.[4] (–)-Isopulegol wurde auch erstmals in einem Pilz, dem Pflanzen schädigenden Schlauchpilz Ceratocystis coerulescens RWD 451, in Zellkultur nachgewiesen.[8] (+)-Isopulegol kommt in den Ölen von Backhousia und Baeckea vor.[5]

Natürliche Gewinnung und Synthese

Eucaliptus (Eucalyptus citriodora)

Natürliche Gewinnung

Isopulegol kann aus einer Vielzahl von Pflanzen gewonnen werden, beispielsweise aus den ätherischen Ölen von Eucalyptus citriodora[9] oder Zitronengras.[10]

Synthese

Die Erstbenennung erfolgte 1896 durch Ferdinand Tiemann und R. Schmidt bei der systematischen Untersuchung der Reaktionen von Citronellal: „Ein cyclischer Alkohol, welchen wir vorläufig als Isopulegol bezeichnen, wird aus Citronellal unter folgenden Bedingungen erhalten...“[11][12]

Synthetisch kann der Stoff durch katalytische Cyclisierung (intramolekulare Prins-Reaktion von Citronellal, auch intramolekulare Carbonyl-En-Reaktion genannt) gewonnen werden.[13][14] Durch die Wahl eines geeigneten Katalysators kann die Selektivität der Reaktion für ein oder mehrere Stereoisomere von Isopulegol erhöht werden. Typische Katalysatoren sind Lewis-Säuren auf Basis von Aluminium oder Siliciumverbindungen, einschließlich Zeolithe wie Clinoptilolith.[15]

Eigenschaften

Optisch und chemisch reines (≥ 99,7 %) (−)-Isopulegol ist geruchslos, bewirkt aber bei Zugabe zu Zitrusgerüchen eine Kühlwirkung ähnlich wie Menthol.[16] Es wirkt als flavour/sensory enhancer.[17]

Anwendungen

Verwendung in der Synthese von Naturstoffen

(−)-Isopulegol wird auch zur Herstellung von anderen synthetischen Naturstoffen, beispielsweise Aromastoffen, verwendet, insbesondere optisch aktive Menthol-Stereoisomere durch katalytische Hydrierung der Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung in Isopulegol. Auch Menthofurane (wie sie in der Pfefferminzpflanze vorkommen) und der Süßstoff Hernandulcin, der vor allem in der Pflanze Lippia dulcis vorkommt, können aus Isopulegol hergestellt werden.

Schmid und Hofheinz synthetisierten bereits 1982, ausgehend von (−)-Isopulegol, in acht Syntheseschritten das Sesquiterpen Artemisinin,[18] das zur Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Stämmen von Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica, eingesetzt wird.

Einzelnachweise

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