Ivan Mercep

neuseeländischer Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Ivan Mercep (* 22. Februar 1930 in Taumarunui; † 8. April 2014 in Auckland)[1][2] war ein neuseeländischer Architekt, der eine Reihe ikonischer postmoderner Gebäude in Neuseeland entwarf, darunter das Nationalmuseum Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa. 2008 erhielt er die Goldmedaille des New Zealand Institute of Architects.

Frühes Leben und Familie

Mercep wurde als Sohn einer kroatischen Familie geboren[1] und besuchte das Sacred Heart College in Auckland und anschließend das Auckland University College, wo er 1954 seinen Bachelor of Architecture erwarb. Er heiratete Halina Eva Trusz; einer ihrer Söhne ist der neuseeländische Rundfunksprecher Simon Mercep.[3]

Architektenkarriere

Nach dem Studium arbeitete und reiste Mercep sechs Jahre lang im Ausland, bevor er 1960 nach Neuseeland zurückkehrte. Nach seiner Tätigkeit bei KRTA gründete er zusammen mit Rodney Davies, Stephen Jelicich und Graham Smith das Architekturbüro JASMaD (später Jasmax), eines der größten Architekturbüros Neuseelands.[4]

1964 wurde er in Neuseeland als Architekt eingetragen. Er wirkte u. a. an der Gestaltung des Hoani Waititi Maraes in West Auckland und des Waipapa Marae an der University of Auckland mit. Mercep war auch Projektarchitekt für das Samoa House / Maota Samoa an der Karangahape Road in Auckland, das als Sitz des samoanischen Generalkonsulats konzipiert und 1978 fertiggestellt wurde. Das Gebäude gewann 1980 einen nationalen Preis des New Zealand Institute of Architects.[5]

Eingehende Beratung mit den Klienten war ein Eckpfeiler des Designerfolgs von Mercep, insbesondere bei Projekten, die für bi- oder multikulturelle Kundengruppen entwickelt wurden, zu denen Māori und Pazifikinsulaner gehörten. Zu diesen Projekten gehören Te Papa Tongarewa – das Nationalmuseum von Neuseeland; Te Tuhi The Mark, Kunstgalerie und Gemeindezentrum in Manukau; das Samoa House, Auckland; die Fakultät für Marae- und Maori-Studien der Universität von Auckland; Te Pa, Tamaki Drive, Auckland; das Mangere Pool and Leisure Centre; das Hoani Waititi Marae in West Auckland sowie das Rarotongan Hotel auf den Cookinseln.[6]

Öffentliche Großaufträge

Eine Reihe wichtiger kultureller Großaufträge wurden von Mercep und seinem Büro konzipiert und in der Bauleitung begleitet. Hierzu gehören insbesondere Museumsbauten:

Waikato Museum

Mercep entwarf das am 3. Oktober 1987 eingeweihte Waikato Museum in Hamilton in enger Konsultation mit dem Waikato-Tainui Stamm und dem Stadtrat. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der harmonischen Integration von Flusslandschaft und Gebäude und der Konzeption der großen Ausstellungshalle in dem sich das māorische Kriegskanu ‘Te Winika’ befindet.[7]

Te Papa Tongarewa

Als eines seiner wichtigsten Projekte gestaltete Mercep den 1998 eröffneten Neubau des Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, das unmittelbar an der Hafenfront Wellingtons gelegen ist und bereits im Jahr seiner Einweihung das meistbesuchte Museum Australasiens wurde. Merceps postmoderner, einheimische Materialien und Traditionen berücksichtigender Entwurf setzte sich gegen ein starkes Feld internationaler Wettbewerber durch. Auch der kanadisch-amerikanische Museumsspezialist Frank Gehry und der österreichisch-neuseeländische Öko-Architekt Friedensreich Hundertwasser hatten ein Design eingereicht.

Bereits 1972 war das Wellingtoner Dominion Museum zum Nationalmuseum erhoben worden. Zwanzig Jahre später fusionierte ein Parlamentsbeschluss es mit dem New Zealand Museum of Fine Art zu einer Einheit und gab dem heutigen Museum seinen Namen. Merceps integrativer und flexibler Entwurf für Te Papa war gleichermaßen auf historische wie künstlerische Ausstellungen gerichtet.[8]

Der Gebäudeentwurf ist stark bikulturell geprägt, was sich in der Gestaltung des Innenplans und der Gestaltung besonderer Merkmale der Gebäudefassade widerspiegelt. So ist in die Ausstellungs- und Versammlungsflächen auch ein postmodernes Marae eingelassen, in welchem zeremonielle Veranstaltungen, z. B. zu den māorischen Festkreisen, stattfinden.[9]

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)

Anlässlich der Geburtstagsfeier der Königin im Jahr 1997 wurde Mercep für seine Verdienste um die Architektur zum Officer of the New Zealand Order of Merit ernannt.[10] 2008 erhielt er die Goldmedaille des New Zealand Institute of Architects.[11][12]

Einzelnachweise

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