Johannes Luder
evangelischer Pfarrer in Genthin und Lodersleben
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Johannes Luder (* 1537 in Nordhausen; † 1586) war ein evangelischer Pfarrer in Genthin und Lodersleben.
Leben und Wirken
Sein Großvater war Amtsschreiber in Langensalza und ein Bruder von Heine Luder, dem Großvater von Martin Luther. Der Vater Hans Luder (1491–1558) war Ratmann und seit etwa 1537 Bürgermeister der freien Reichsstadt Nordhausen, die Mutter war Ottilia Puchbach.[1] Der Bruder Matthias Luder (1520–1572) wurde Stadtschreiber in Nordhausen.
Johannes Luder bekam vom sächsischen Kurfürsten Moritz von Sachsen die Ausnahmegenehmigung, die Landesschule Pforta zu besuchen, obwohl er nicht aus diesem Territorium kam. Nach dessen Tod im Juli 1553 wandte sich der Reformator Philipp Melanchthon an den Kanzler Ulrich von Mordeisen mit der Bitte, der neue Kurfürst August möge diese Erlaubnis bestätigen.[2] Dieses wurde dann auch bald bewilligt und Johannes Luder im September 1553 in die Landesschule aufgenommen. Danach studierte er evangelische Theologie wahrscheinlich in Wittenberg.[3] Anschließend wurde er Rektor in Collwitz (oder Cottwitz?) in der Niederlausitz, dann 1561 Prediger in Jüterbog und 1564 dritter Prediger in Genthin.[4] 1574 wurde Johannes Luder Pfarrer in Lodersleben bei Querfurt. 1577 unterschrieb er die protestantische Formula Concordiae als ein Vertreter aus dem Gebiet des Erzstifts Magdeburg.
Johannes Luder war mit Margarethe Mentz verheiratet.[5] Sie hatten mehrere Kinder, von denen Daniel Luder (1574–1628) Amtsschösser in Marienberg in Sachsen und Vorfahre eines bedeutenden schlesisch-baltischen Zweiges der Familie wurde, der bis in die Gegenwart besteht.
Literatur
- Johannes Luder s. Lutherus. In: Acta scholastica. ZDB-ID 012621064, Bd. 7, Nürnberg, Verlegts Stein und Raspe, 1747, S. 54 f. (Digitalisat MDZ)
- Luder (Johann) oder Lutherus. In: Johann Christoph Adelung, Heinrich Wilhelm Rotermund: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinem Gelehrten-Lexico. Angefangen von Johann Christoph Adelung und vom Buchstaben K fortgesetzt von Heinrich Wilhelm Rotermund. Vierter Band (Lu–Mo), Georg Jöntzen, Bremen 1813, S. 49 (Digitalisat MDZ)
- Robert Luther: Genealogia Lutherorum redivia oder Nachrichten über die Familie Luther in Esthland und Russland. Reval 1883. S. 48–49, mit detaillierten biographischen Angaben
- Max Hoffmann: Pförtner Stammbuch 1543–1893. Berlin 1893. S. 14, mit kurzen biographischen Informationen