Matthias Luder
deutscher Jurist, Syndikus der Reichsstadt Nordhausen, fürstlicher Rat des Herzogtums Braunschweig-Grubenhagen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Matthias Luder (* 1520; † 12. Februar 1572) war ein deutscher Jurist, Syndikus der Reichsstadt Nordhausen, fürstlicher Rat des Herzogtums Braunschweig-Grubenhagen und ein Verwandter von Martin Luther.
Leben und Wirken
Der Großvater von Matthias Luder, dessen Name nicht überliefert wurde, war Stadtschreiber in Langensalza und ein Bruder von Heine Luder, dem Großvater von Martin Luther. Dessen Sohn Hans Luder (1491–1558) war Bürgermeister von Nordhausen.[1] Dessen Sohn (und Bruder von Matthias Luder) Nicolaus Luder wurde später Stadtschreiber von Nordhausen, ein weiterer Sohn, Hans Luder, Pfarrer und Vorfahre eines bedeutenden Familienzweiges im Baltikum.[2] Matthias Luder studierte seit 1538 in Wittenberg Recht mit einem Abschluss als Magister und besuchte auch Lehrveranstaltungen bei dem Reformator Philipp Melanchthon.[3] 1541 empfahl ihn der evangelische Pfarrer Johann Spannenberg aus Nordhausen an den neuen Pfarrer in Halle (Saale) Justus Jonas, wegen seinen hervorragenden Fähigkeiten (über einen möglicherweise folgenden Aufenthalt von Matthias Luder dort sind aber keine Informationen überliefert).[4]
Spätestens seit 1549 war Matthias Luder (Unter-)Stadtschreiber der Reichsstadt Nordhausen. 1557 nahm er als Moderator (Vertreter) des Niedersächsischen Kreises am Reichsmoderationstag (Religionsgespräch) in Worms teil, ebenso 1567 und 1571.[5] 1558 wurde er zum Oberstadtschreiber von Nordhausen ernannt und war 1559 als dessen Syndikus auf dem Reichstag in Augsburg. Seit 1565 war Matthias Luder außerdem fürstlicher Rat des kleinen Herzogtums Braunschweig-Grubenhagen, für das er oft die Aufgaben des (meist abwesenden) Kanzlers übernahm und 1570 am Reichstag in Speyer teilnahm.[6] Dort erhielt er einen Wappenbrief von Kaiser Maximilian für sich und seine Brüder, das damit beglaubigte Wappen wurde von deren Nachfahren mindestens bis in das 20. Jahrhundert weitergeführt.[7]
Matthias Luder stand in regem Briefwechsel mit Philipp Melanchthon und Hans Luther, dem Sohn von Martin Luther, der ihn dort auch als Vetter bezeichnete.[8] Er war verheiratet und hatte mindestens einen gleichnamigen Sohn. Matthias Luder wurde 1572 in der Kirche St. Blasii in Nordhausen neben seinen Eltern bestattet, die Grabplatte ist wahrscheinlich erhalten.[9]
Literatur
- Michael Kruppe: Die Türkensteuer der Reichsstädte Nordhausen und Mühlhausen in der Zeit von Maximilian I. bis Rudolf II. Dissertation, Göttingen 2012. S. 66–67 (PDF), mit detaillierten biographischen Angaben
- Robert Luther: Genealogie Lutherorum redivia. Reval 1883. S. 46f., mit biographischen Angaben