Johannes von Saldern
deutscher Verwaltungsjurist
From Wikipedia, the free encyclopedia
Leben

Johannes von Saldern, Gutsherr auf Ober- und Nieder-Schwerta in der östlichen Oberlausitz, war ein Sohn des Landrats Gustav von Saldern (1810–1876), auf Meffersdorf (seit 1945 Unięcice) im Landkreis Lauban, und der Thusnelda Gräfin von Seherr-Thoss (1812–1875).
Er besuchte das Friedrichswerdersche Gymnasium in Berlin, wo er im Herbst 1859 das Reifezeugnis erhielt. Danach begann er an der Ruprecht-Karls-Universität Rechts- und Kameralwissenschaft zu studieren. 1860 wurde er im Corps Saxo-Borussia Heidelberg aktiv.[2] Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.
Im Herbst 1862 wurde er Auskultator am Kammergericht in Berlin. Er wechselte im Sommer 1863 zum Kreisgericht in Liegnitz und wurde im Herbst 1864 Referendar bei der Regierung in Liegnitz. Im Deutschen Krieg war er Offizier im Kürassier-Regiment „Herzog Friedrich Eugen von Württemberg“ (Westpreußisches) Nr. 5. 1868 wurde er Landrat des Kreises Lauban in der Provinz Schlesien und behielt dieses Amt bis 1886.
Als Nachfolger seines verstorbenen jüngeren Bruders Ernst von Saldern (1843–1886) wurde Johannes von Saldern 1886 Landesdirektor des Fürstentums Waldeck-Pyrmont und blieb dies über 20 Jahre lang bis zu seinem Tod.[3][4] Das Fürstentum stand gemäß einem Akzessionsvertrag seit 1868 unter preußischer Verwaltung, zum Regierungschef wurde stets ein preußischer Beamter ernannt. Für den Fürsten Georg Viktor von Waldeck-Pyrmont unterzeichnete Saldern 1887 den Verlängerungsvertrag zur Verwaltung der Fürstentümer Waldeck und Pyrmont durch das Königreich Preußen.[5] Er war Bevollmächtigter für Waldeck-Pyrmont zum Bundesrat.[1]
Am 22. Oktober 1872 heiratete er Margarethe Gräfin von Hohenthal[6] (1846–1934). Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:
- Margarethe (* 1876), Botschaftssekretärin
- Elisabeth (1878–1938), Erzieherin d. Prinzessin Viktoria Luise von Preußen und Äbtissin des evangelischen Damenstifts Kloster Stift zum Heiligengrabe
- Sieghard (1881–1963) I. ∞ 1915 Antonie von Grothe (1876–1915); II. ⚭ 1922 Maximiliane von Sluyterman Langeweyde (1891–1966)
Der Kunsthistoriker Axel von Saldern war sein Großneffe.
Familien
Literatur
- Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867 bis 1945. In: Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte. Band 70, Hrsg. Hessische Historische Kommission Darmstadt, Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3-88443-159-5, S. 199–200.
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1953. Band I, Band 5 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1953, S. 330 f.
- Franz Neubert (Hrsg.): Deutsches Zeitgenossenlexikon. Biographisches Handbuch deutscher Männer und Frauen der Gegenwart. Schulze & Co., Leipzig Weihnachten 1905, Sp. 1226.
Weblinks
- Saldern, Johannes Ernst Friedrich von. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).